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Streaming Guide im Black History Month: 8 Serien und Filme

Der Black History Month ist zur Hälfte rum, aber die Serien und Filme aus diesem Streaming Guide passen immer. Sie zeigen Schwarze Geschichten von der scharfen Satire bis hin zum Liebesfilm.

Jedes Jahr ist es verlockend, Zuschauer*innen im Black History Month mit Empfehlungen für Filme und Serien zu bombardieren. In einem solchen Streaming Guide kommen oft Geschichten vor, die von Rassismus und von den unzähligen Arten und Weisen erzählen, wie Schwarze Menschen unermüdlich durchgehalten haben, um an die Spitze zu gelangen. Geschichten über Sklaverei, Verfolgung und Polizeigewalt sind zu einer Art Norm geworden, die ein Licht auf die schädliche Macht unkontrollierter weißer Privilegien werfen und die Ähnlichkeiten zwischen „jetzt” und „damals” aufzeigt. Diese Geschichten sind wichtig – wenn ihr zum Beispiel Ava DuVernays kraftvollen Film „When They See Us” noch nicht gesehen habt, lasst alles stehen und liegen und schaut ihn euch sofort auf Netflix an. Ebenso wichtig ist es aber, sich daran zu erinnern, dass Schwarze Menschen nicht nur durch ihr Trauma definiert werden. Wir sind auch Menschen mit einem komplexen Innenleben, die einfach nur versuchen, auf normale Art und Weise zu überleben wie alle anderen auch.

Von scharfer Satire bis Liebesfilm: Der (non-Trauma) Streaming Guide im Black History Month

Dieser Streaming Guide beinhaltet acht Filme und Serien, die die Erfahrung Schwarzer Menschen auf nicht-traumatische Art und Weise darstellen. Dabei sind bahnbrechende Serien wie „Insecure” und „Atlanta” und herzerwärmende Filme wie „Sylvies Liebe” und „Love & Basketball”. Diese Titel sind ermutigend, ermächtigend und gleichzeitig informativ. Klar, viele von ihnen thematisieren immer noch den Rassismus, der überall auf der Welt grassiert. Aber anstatt ihn zum Hauptthema zu machen, wagen es diese Werke, Geschichten zu erzählen, die die realen Lebenserfahrungen ihrer Schwarzen Charaktere in den Mittelpunkt stellen. Los geht’s:

Atlanta 

In beiden Jahren, in denen Atlanta ausgestrahlt wurde, war es meine Lieblingsserie. Sie erzählt die Geschichte des strugglenden Rappers Paper Boi (Brian Tyree Henry) und seines ehrgeizigen Cousins, dem College-Abbrecher Earn (Serien-Macher Donald Glover). Dabei war die Serie nicht nur erfrischend in ihrer neuen Herangehensweise an realistisches Storystelling über geringverdienende Schwarze Communities in den USA. Zweifellos war sie auch eine der damals einfallsreichsten Serien. Obwohl sich die Darstellung des Lebens Schwarzer Menschen im Süden der USA immer hyperrealistisch anfühlte, fandAtlanta” oft Gelegenheiten, surreale Elemente einzubauen. Hier geht es um eine Welt, in der Justin Bieber Schwarz ist. Eine Welt, in der unsichtbare Autos nicht nur existieren, sondern auf Parkplätzen von Nachtclubs durch Menschen hindurchfahren können. Eine Welt, in der Student*innen in „Whiteface” zum Unterricht erscheinen.

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Und das deckt noch nicht einmal das grenzüberschreitende, filmisch geniale Werk einer Folge der zweiten Staffel ab. Darin setzen sich die Charaktere mit Themen wie Missbrauch, Rassismus und schließlich mit Mord auseinander. Die Folge hieß „Teddy Perkins“ und war eine schockierende Episode, die auch als eigenständiger Kurzfilm Preise hätte einheimsen können. Eine Meisterleistung für den einzigartigen Lakeith Stanfield und ein überraschend starker Showcase für den Schöpfer und Hauptdarsteller Donald Glover. Er spielte die Rolle der unheimlichen Hauptfigur sogar so erfolgreich, dass viele Leute erst Tage später merkten, dass er es war. Nach einer fast dreijährigen Pause wird der US-Sender FX noch in diesem Jahr zwei Staffeln der bahnbrechenden Serie ausstrahlen. Es gab also nie einen besseren Zeitpunkt als jetzt, um aufzuholen. Verfügbar zum Beispiel über Magenta TV

Dear White People (Netflix)

Im Jahr 2014 begeisterte Justin Simien das Publikum mit dem bemerkenswerten Spielfilmdebüt „Dear White People”. Der Film ist eine scharfe Satire über die unzähligen Erfahrungen Schwarzer Student*inen, die das College an einer vorrangig weißen Uni besuchen. Einige Jahre später kehrte Simien mit einer gleichnamigen Netflix-Serie zurück. Er behielt das Konzept bei, tauschte aber mehrere Schauspieler*innen aus und erweiterte die Handlung. Damit wollte er noch tiefer in die individuellen Erfahrungen der Student*innen einzutauchen. Indem sich Simien auf eine so vielfältige Gruppe Schwarzer Menschen konzentriert, hat er erfolgreich geschafft, was viele vor ihm nicht erreicht haben. Er zeigt, dass Schwarzsein kein starres Gebilde ist. Das Leben eines schwulen Schwarzen Journalisten ist ein ganz anderes als das eines reichen Schwarzen Footballspielers, der als Sohn des Dekans der Schule häufig von skandalreicher Vetternwirtschaft profitiert. Dasselbe könnte man von einem dark-skinned Mädchen aus finanziell schwachen Verhältnissen sagen, das verzweifelt nach Anerkennung durch ihre weißen Mitschüler*innen sucht. Und natürlich ist ihr Leben anders als das der light-skinned Moderatorin der Radioshow, die der Serie ihren Titel gibt. Ihre Figur versucht überzukompensieren, dass sie weiße Vorfarhen hat, indem sie sich jedem pro-Schwarzen Thema annimmt, wo sie kann.

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Von Anfang an hat diese Netflix-Serie Barrieren durchbrochen. Drei Staffeln später hat sich „Dear White People” als eine der klügsten Satiren etabliert, die derzeit auf Sendung sind. Sie hat keine Angst davor, unbequeme Wahrheiten über das Schwarzsein und Weißsein zu konfrontieren. Eine vierte und letzten Staffel soll noch in diesem Jahr ausgestrahlt werden. Aber – nehmt mich nicht beim Wort – wenn diese Serie „kontrovers“ genug war, dass weiße Menschen damit gedroht haben, Netflix zu boykottieren, dann muss sie doch gut sein, oder? Verfügbar auf Netflix

I May Destroy You

Es ist schwer vorstellbar, dass die zweifellos beste Fernsehserie des Jahres 2020 ignoriert wurde, während die wohl schlechteste für einen Golden Globe nominiert wurde. Und doch leben wir hier in einer Zeit, in der „I May Destroy You” keine Nominierungen bekam, während „Emily In Paris” gleich zwei hat. Glücklicherweise hat diese Kurzsichtigkeit jedoch keinen Einfluss auf die tatsächliche Kraft von Michaela Coels fesselnder semi-autobiografischer Geschichte.

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„I May Destroy You” ist ein Werk, das von der tragischen Erfahrung der Schöpferin und Hauptdarstellerin erzählt, wie sie unter Drogen gesetzt und anschließend vergewaltigt wurde. Von allen Titeln auf dieser Liste ist es das Werk, das am meisten von Trauma geprägt ist. Aber die Kraft dieser bahnbrechenden Serie war schon immer darin eingebettet, dass sie sich zu jedem Zeitpunkt weigert, nur eine einzige Sache zu erzählen. So ist „I May Destroy You” zwar die erschütternde Nachstellung eines sexuellen Übergriffs, aber auch eine fröhliche Buddy-Komödie. Sie wirft einen noch nie da gewesenen Blick darauf, was es bedeutet, als junger Schwarzer Millennial frei in London zu leben. Zwischen den Momenten des Schmerzes und der Heilung tummeln sich Arabella und ihre besten Freund*innen Kwame (Paapa Essiedu) und Terry (Weruche Opia) in ihrer Stadt, um einfach zu existieren. Sie ziehen die besten Klamotten an, nehmen Drogen, feiern und haben reichlich befriedigenden Sex. Es ist ermutigend, eine Fernsehversion von London zu sehen, die sich so vielfältig anfühlt, wie diese Stadt bekanntlich ist. Und dafür verdient Coel alles. Verfügbar auf Prime Video (Kaufen)

Insecure

Leider wird in diesem Jahr die letzte Staffel von „Insecure” ausgestrahlt. Die Nachricht war ein bittersüßer Schlag – vor allem, weil die vierte Staffel die bisher beste war. Sie zeigt eine deutliche Entwicklung der Erzählung und insbesondere der faszinierenden Hauptfigur Issa Dee (gespielt Serien-Schöpferin Issa Rae). Issas Werdegang ist der einer jungen Schwarzen Frau, die zu Beginn der Serie bei einer gemeinnützigen Organisation in Los Angeles arbeitet. Er wirkt in den letzten vier Staffeln unheimlich realistisch für viele 20-Jährige, die das 21. Jahrhundert durchleben. Issa dreht eine Weile Däumchen – sowohl beruflich als auch romantisch. Dann findet sie sich schließlich mit der Realität ab, dass ihre Uhr tickt, und verpflichtet sich dazu, sich anzustrengen und ihre Zukunft in Angriff zu nehmen.

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Zusammen mit ihren Freundinnen, der Anwältin Molly (Yvonne Orji), der Buchhalterin Kelli (Natasha Rothwell) und der frischgebackenen Mutter Tiffany (Amanda Seales), kämpft Issa mit Karriere-Struggles, Stilfehlern und mehreren toxischen Romanzen. Obwohl ihre Beziehung mit Lawrence (Jay Ellis) ziemlich frustrierend sein kann, ist es schwer, sich gegen ihre Vertrautheit zu wehren. (Wer von uns hat sich nicht schon einmal wider besseres Wissen jemanden gedatet?). „Insecure” ist eine urkomische, realistische Darstellung dessen, was es bedeutet, jung und strebsam zu sein. Die unapologetically Schwarze Serie hat das Zeug dazu, zu einer der wichtigsten Komödien unserer Zeit zu werden. Und was für eine Zeit das war. Verfügbar über Sky

Love & Basketball

Letztes Jahr schien der Name Gina Prince-Bythewood überall zu sein. Grund dafür war ihre phänomenale Regiearbeit bei Netflix‘ Superheld*innen-Film „The Old Guard”. Und während dieses Lob sicherlich verdient war, war es eine Schande, dass es so lange gedauert hat, bis die Leute aufgewacht sind. In den letzten Jahren hat Prince-Bythewood stetig Arbeit als TV-Regisseurin gefunden (sowohl für Serien als auch für Filme). Wenn es irgendeine Gerechtigkeit auf der Welt gäbe, würde sie  aber über Blockbuster regieren.

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Man denke nur an „Love & Basketball”, ihr Spielfilmdebüt aus dem Jahr 2000 mit der jungen Sanaa Lathan und Omar Epps in den Hauptrollen. Sie spielen zwei lebenslange Freund*innen und Lover, die über ihre gemeinsame Liebe zum Basketball verbunden sind. „Love & Basketball” ist ein wunderschöner Film, der Jahrzehnte umspannt. Er zeigt eine aufstrebende Version des Lebens der Schwarzen Middle Class zu einer Zeit, in der solche Geschichten nur allzu selten vorkamen. Gleichzeitig lenkt der Film das Rampenlicht auf eine Frau, die sich bequem und ohne Hänger den Geschlechternormen widersetzt. Prince-Bythewoods Erstlingswerk, das ebenso grandios gespielt wie inszeniert wurde, hätte der erste von vielen Kinofilmen sein sollen. (Immerhin gewann sie den Film Independent Spirit Award für das beste erste Drehbuch.) Aber ich gebe mich mit dem Wissen zufrieden, dass sie jetzt endlich die ihr gebührende Anerkennung bekommt. Verfügbar bei Microsoft Movies (Leihen/Kaufen)

One Night In Miami

Obwohl die Golden Globes den Film in der Kategorie „Bester Film – Drama” ausschlugen, bleibt die Tatsache bestehen, dass „One Night In Miami” einer der besten Filme in letzter Zeit ist. Der Film ist das Regiedebüt der Oscar-Preisträgerin Regina King und basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Kemp Powers. Seine Handlung dreht sich um eine fiktive Verbindung zwischen Malcolm X, Sam Cooke, Jim Brown und Muhammad Ali (damals noch unter seinem Geburtsnamen Cassius Clay) nach dessen berüchtigtem Sieg im Februar 1964.

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Obwohl der Film in einer unglaublich schwierigen Zeit in der Geschichte Schwarzer Menschen spielt, ist „One Night In Miami” auch deshalb so erfolgreich, weil er sich auf vier sehr einflussreiche Mitglieder der Gemeinschaft konzentriert. Sie alle stehen an der Spitze ihres Erfolgs oder sind nahe daran. Der fesselnde Film funktioniert als eine Reihe von Diskussionen, in denen jede Figur ihre Meinung über den Zustand Schwarzer Körper in den USA der 1960er Jahre äußert. Das führt oft zu hitzigen Debatten, die schließlich zu einigen sehr tiefgründigen Erkenntnissen führen. „One Night In Miami” wird von mehreren grandiosen Darsteller*innen getragen. Vor allem von Kingsley Ben-Adir als Malcolm X und Leslie Odom Jr. als Sam Cooke. Er ist ein wahrer Showcase für die Schauspieler*innen – aber auch das Drehbuch und die erstaunliche Regie sind beeindruckend. Verfügbar auf Prime Video (gratis für Mitglieder)

Sylvies Liebe

Nur wenige Schwarze Filme fühlen sich so fröhlich an wie „Sylvies Liebe”. Unter der Regie von Eugune Ashe wirkt dieses atemberaubende Stück Kino wie eine Korrektur der Romanzen vergangener Zeiten, die alle überwiegend weiße Menschen in den Mittelpunkt stellten. Zu oft konzentrieren sich historische Filme, in denen Schwarze Menschen im Mittelpunkt stehen, auf deren Probleme und Traumata. In „Sylvies Liebe” aber bekommen Schwarze Protagonist*inen die große, mitreißende Liebesgeschichte, die sie schon immer verdient haben. In der Hauptrolle spielt Tessa Thompson die aufstrebende TV-Produzentin Sylvie Parker. Der Film verfolgt, wie sie den Jazz-Saxophonisten Robert Halloway (Nnamdi Asomugha) kennenlernt. Schnell verliebt sie sich in ihn, obwohl sie bereits mit einem anderen verlobt ist.

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Im Laufe des ersten Aktes entwickelt sich zwischen den beiden eine leidenschaftliche Romanze. Doch als Roberts Band zu einer Tournee in ein anderes Land reist, kehrt Sylvie zu ihrem zukünftigen Ehemann zurück. Mit ihm führt sie ein Leben, das sie nie wirklich glücklich macht. Fünf Jahre später treffen sich die beiden zufällig wieder und ihre Welt gerät aus den Fugen. Dies geschieht auf eine Art und Weise, die sowohl schmerzhaft augenöffnend als auch letztendlich heilend ist. „Sylvies Liebe” fängt die mitreißenden Gefühle ein, die die Romanzen der damaligen Zeit ausmachen. Aber durch den Austausch der üblichen Verdächtigen gegen eine überwiegend Schwarze Besetzung fühlt sich der Film wie etwas völlig Vertrautes und gleichzeitig erfrischend Neues an. Verfügbar auf Prime Video (gratis für Mitglieder)

Der Prinz aus Zamunda 

Dieser Film handelt von einem ahnungslosen afrikanischen Prinzen, der sich mit der Hoffnung in die USA begibt, dort eine Frau zu finden, die nicht blindlings jeden seiner Wünsche erfüllt. Im Kern ist der Film auf natürliche Art und Weise albern. Mit einem damals aufstrebenden Eddie Murphy (nach „Beverly Hills Cop”) in der Hauptrolle hatte diese Komödie alle Voraussetzungen für einen Slapstick-Klassiker. Aber 1988 hatte der Film auch eine tiefgründigere Bedeutung. Er stellt Schwarzen Reichtum und Kraft dar und zeigt eine Welt, in der Schwarze Menschen das Sagen hatten. Eine Welt, in der sie Könige und Königinnen sein konnten, die über ihre eigenen Diener*innen herrschten. Kurz gesagt: Dieser Film war ehrgeizig.

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Mit einer All-Star-Besetzung war „Der Prinz aus Zamunda” eine willkommene Feier von Schwarzem Talent. Außerdem ist er eine sanfte Erinnerung daran, dass Schwarzsein außerhalb der USA nicht nur geschätzt, sondern auch erhoben wird. Lange bevor Beyoncé verkündete, dass „Black Is King“ ist, lieferte diese mitreißende Komödie den inspirierenden Beweis, dass auch dark-skinned Menschen Royals sein können, denen Rosen zu Füßen gelegt werden, während sie sich mit goldenen Zahnbürsten die Zähne putzen. Nächsten Monat wird Amazon Studios einen zweiten Teil veröffentlichen. Ich kann nur hoffen, dass er seinem Namensvetter gerecht wird. Verfügbar über Prime Video (gratis für Mitglieder)

Text: Michael Cuby // Titelbild via NYLON.com. Zum besseren Verständnis wurden kleine Änderungen vorgenommen.

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