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Unternehmen gründen: 10 Schwarze Expert*innen geben Tipps für’s eigene Beauty-Business

Ein eigenes Unternehmen zu gründen ist keine leichte Aufgabe. Dieses Gefühl wird nur noch wahrer für Schwarze Menschen: Noch immer werden sie von Vorstandsetagen und Führungspositionen ausgeschlossen. Auch an der Unterstützung, die nicht-Schwarze Unternehmer*innen erhalten, wenn sie ein Unternehmen gründen wollen, mangelt es. Hier erklären 10 Schwarze Gründer*innen aus der Beauty-Szene, wie’s trotzdem mit dem eigenen Business klappt.

„Die Verteilung von Reichtum und finanziellen Ressourcen war historisch gesehen für Schwarze Menschen weit weniger proportional als für unser nicht-Schwarzes Gegenüber“, sagt Gwen Jimmere, Gründerin und CEO von Naturalicious. „Das Gleiche war der Fall, wenn es darum geht, Startkapital zu beschaffen, um unsere Unternehmen gründen zu können. Das führt letztlich dazu, dass Schwarze Gründer*innen daran gehindert werden, Generationen-übergreifenden Wohlstand für unsere Familien und unsere Gemeinschaft zu schaffen.“ Entgegen aller Widrigkeiten schaffen sich Black-owned Beauty-Marken dennoch weiterhin einen eigenen Space und kreieren die Produkte, die sie in Shops sehen und benutzen wollen. Hier teilen 10 Schwarze Beauty-Gründer*innen ihre Erfahrungen und Einsichten darüber, wie man sich durch der Beauty-Branche schlägt. Scrollt runter und erfahrt mehr über ihre Ratschläge zu Startgeld und Durchhaltevermögen.

AMANDA JOHNSON und KJ MILLER, Mitbegründerinnen und CEOs von Mented Cosmetics

Wie habt ihr Mented gegründet?
KM: Amanda und ich kamen eines Abends bei einem Glas Wein auf die Idee für Mented. Wir sprachen darüber, wie unmöglich es ist, den perfekten Nude-Lippenstift zu finden. Uns wurde klar, dass Lippenstifte wirklich nur die Spitze des Eisbergs sind. Es gab nicht sehr viele Premium-Marken, die sich auf unsere speziellen Beauty-Bedürfnisse konzentrierten. Also beschlossen wir, diese Lücke zu füllen. Wir starteten 2017 mit sechs Shades, die wir von Hand kreiert haben, und hatten das Glück, von da an schnell zu wachsen.

Was ratet ihr Schwarzen Unternehmer*innen, wenn es darum geht, Kapital zu gewinnen und loszulegen?
KM: Seid sehr spezifisch damit, welches Problem ihr lösen wollt. So kann die Lösung, die ihr schafft, auf die Zielgruppe zugeschnitten werden, die sie am meisten braucht. Gründer*innen verfangen sich oft in dem Versuch, große Wellen schlagen zu wollen, was es schwer macht, in ihre Ideen zu investieren.

AJ: Es ist wichtig, dass Schwarze Gründer*innen ihr Business kennen. Sie müssen sich darüber im Klaren sein, wie ihr Geschäft ein Problem löst, Einnahmen generiert, Geld verbrennt und proportioniert. Stellt Fragen und sammelt früh und oft Unterstützung für eure Idee.

Was ist die wichtigste Lektion, die ihr bei der Gründung eures eigenen Unternehmens gelernt habt?
KM: So wichtig dieses Geschäft auch für mich ist, ich bin mehr als dieses Unternehmen. Es ist so leicht, das Gefühl zu bekommen, dass man sein Unternehmen ist.  Wenn man aber keinen mentalen und emotionalen Abstand zwischen sich und seinem Unternehmen schafft, kann das zu einigen wirklich schrecklichen Angstzuständen führen.

AJ: Reitet auf der Welle. Unternehmer*in zu sein ist eine emotionale Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen. Der Schlüssel dazu ist, dass ihr auf dem Boden bleibt und wisst, wer ihr seit und was ihr letztendlich für euer Leben wollt. Findet ein Gleichgewicht.

MELISSA BUTLER, GRÜNDERIN & CEO VON THE LIP BAR

Wie kam es zur Gründung von The Lip Bar?
Ich habe damit angefangen, in meiner Küche in Brooklyn herzustellen, als ich an der Wall Street arbeitete. Ich hatte die Nase voll von der Beauty-Industrie, ähnlich wie ich von Polizeigewalt und Rassismus die Nase voll habe. Jedes gute Geschäft entsteht aus einer Lösung für ein frustrierendes Problem, und The Lip Bar ist keine Ausnahme. Ich hasste den Mangel an Vielfalt, die übermäßigen Chemikalien und die Vorstellung, dass Schönheit nur in einer bestimmten Verpackung existiert. Also habe ich ein Unternehmen gegründet, das vegan, inklusiv und zugänglich ist.

Was rätst du Schwarzen Unternehmer*innen raten, wenn es darum geht, Kapital zu gewinnen und loszulegen?
Stellt sicher, dass euer Unternehmen ein Problem löst. Und scheut euch nicht, in eurem Unternehmen Themen anzugehen, die für eure Kultur einzigartig sind. Darin liegt die wahre Chance. Ihr solltet daran arbeiten, die Lücken zu füllen und der Welt (euren Kund*innen, potenziellen Investor*innen, Freund*innen undFamilienmitgliedern) zu erklären, warum ihr einzigartig positioniert seit, um dieses Problem zu lösen. Dies sind alles Menschen, die zwischen euch und dem Startkapital stehen, das ihr benötigt.

Was ist die wichtigste Lektion, die du bei der Gründung deines eigenen Unternehmens gelernt hast?
Die wichtigste Lektion ist, dass man nur so stark ist wie sein Team. Versucht, Leute zu finden, die wirklich an eure Vision glauben. Stellt nicht einfach nur Mitarbeiter*innen ein, sondern Partner*innen, die so sehr in euer Unternehmen investiert sind, weil es auch ihres ist. Am Anfang habt ihr vielleicht kein Geld für die besten Talente, also konzentriert euch auf die Art von Person, die ihr braucht – nicht auf die Fähigkeiten, die sie haben. Ich stelle nicht nur nach Erfahrung ein, denn viele Dinge kann man lernen. Ich stelle nach dem Charakter ein, also werdet kreativ. Vielleicht könnte der*die erste Kund*in, der*die ein*e große*r Fürsprecher*in ist, ein Teammitglied oder Partner*in sein.

TRINITY MOUZON WOFFORD, MITGRÜNDERIN VON GOLDE

Wie hast du von Golde gegründet?
Ich habe das Unternehmen zusammen mit meinem jetzigen Verlobten Issey gegründet. Damals waren wir beide 23 Jahre alt – Babys! Ich war wirklich von der Idee besessen, Wellness einfacher und zugänglicher zu machen. Ich fühlte mich gefangen zwischen der Vorstellung vom „knusprigem Müsli“, mit der ich aufgewachsen war, und den ultra-luxuriösen Angeboten, die völlig unerreichbar waren. Wir fingen an, als wir beide noch in unseren Vollzeitjobs arbeiteten und finanzierten es mit ein paar tausend Dollar Ersparnissen. Wir haben alles selbst gemacht, mit der Hilfe einiger Freunde, von der kreativen Idee bis zur eigentlichen Produktion und dem Versand.

Welchen Rat gibst du Schwarzen Unternehmer*innen geben, besonders wenn es um die Beschaffung von Kapital und den Start geht?
Seid geduldig und habt Spaß. Denkt daran, dass es kein Wettlauf ist, ein Unternehmen aufzubauen und zum Laufen zu bringen. Es kann so schwer sein, den Prozess nicht zu überstürzen. Es ist jetzt vier Jahre her, dass wir unser Unternehmen gegründet haben und wir kommen gerade erst richtig in Schwung. Denkt daran, dass die Erfolgsgeschichten, die ihr über Nacht gelesen habt, einen jahrelangen Weg hinter sich haben!

Welche wichtigste Lektion hast du bei der Gründung deines eigenen Unternehmens gelernt?
Kenne deine Zahlen! Ich kann das nicht genug betonen. Man muss kein*e Finanzexpert*in sein, aber man muss seine Ausgaben und Einnahmen kennen. Dieses Wissen wird euch befähigen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn ihr startet und wachst.

TRISTAN WALKER, CEO & GRÜNDER VON BEVEL

Wie hast du Bevel gegründet?
Mein Ziel war es, Schwarzen Männern – und letztendlich allen Männern – dabei zu helfen, Probleme mit Rasierpickeln zu beseitigen. Das sind einfache Probleme, die das Selbstvertrauen eines Mannes beeinträchtigen. In der mehr als 200-jährigen Geschichte der Gesundheits- und Schönheitspflege sind sie offen gesagt ungelöst geblieben. Man denke mal an unseren kulturellen Einfluss: Wie viel Geld geben wir für diese Kategorie aus? Die Bedürfnisse und Probleme, die wir in Bezug auf unsere Haut und unser Haar haben? Hinzu kommt unser Wunsch, Produkte zu haben, die gut aussehen und funktionieren. Ich glaube, da haben wir etwas Besseres verdient. Dieser Gedanke hat das Unternehmen ins Leben gerufen und ist wirklich das Ethos hinter Bevel.

Was würdest du Schwarzen Unternehmer*innen raten, um Kapital zu beschaffen und durchzustarten?
Ein Unternehmen zu leiten ist schwierig; ein Unternehmen zum Wachsen zu bringen ist noch schwieriger. Und sicherzustellen, dass dein Unternehmen für die 150-Jahres-Vision gut finanziert ist, ist sogar noch schwieriger als das. Geld zu beschaffen war das, was ich am meisten bereut habe. Ich habe 39 Millionen Dollar aufgebracht, und ich wünschte, ich hätte keinen Cent davon aufgebracht. Mit der Beschaffung von Geld gehen Dinge einher: Man muss es zurückgeben, man muss andere Meinungen aufnehmen, die vielleicht nicht sinnvoll sind, und man verliert die Verantwortung. Nachdem ich das durchgemacht habe, brauchte ich es natürlich, um alles auf die Beine zu stellen, aber jetzt weiß ich auch, was ich nicht brauchte. Wenn ich es noch einmal machen würde, würde ich wahrscheinlich gar nichts mehr auftreiben. Es gibt viele Genies in der Schwarzen Community, deren Dichte andere Leute mit der Zeit respektieren müssen. Ich denke, wir müssen einfach an uns selbst glauben.

Welche Lektion war bei der Gründung deines Unternehmens für dich am wichtigsten?
Dem treu zu bleiben, was man schätzt. Meine sechs Kernwerte: Mut, Inspiration, Respekt, Urteilsvermögen, Wellness und Loyalität. Ich gebe mich nicht mit Leuten ab, die diese Werte nicht teilen, ich treffe keine Entscheidungen, die nicht mit diesen Werten übereinstimmen. Und ich stelle Leute nach diesen Werten ein.

JAMYLA BENNU, EIGENTÜMERIN & MIXERIN VON OYIN HANDMADE

Wie kam es zur Gründung von Oyin Handmade?
Für mein stark strukturiertes Naturhaar hatte ich das Bedürfnis nach natürlichen Inhaltsstoffen in Haarpflegeprodukten. Zu dieser Zeit gab es nicht viele Produkte. Also habe ich angefangen, sie in meiner Küche zu entwickeln. In den späten 90er Jahren fing ich an, mehr über die Feuchtigkeitsbedürfnisse meines natürlichen Haares zu lernen. Dabei erkannte ich, dass es zwar Bio-Produkte gab, diese aber nicht auf die Feuchtigkeitsbedürfnisse meines Haares abgestimmt waren. Viele von ihnen waren voller Chemikalien oder nicht nährender Inhaltsstoffe. Ich wollte gesunde, effektive Produkte, die gut für die Umwelt und gut für mein Haar und meine Haut sind. Mit meinem kreativen Hintergrund recherchierte ich Rezepte, kaufte Zutaten in meinem örtlichen Supermarkt und machte mich daran, meine eigenen Produkte herzustellen. Dieser kreative Impuls ist der Funke, der zu den Oyin Handmade Produkten führte, und es ist einer, den ich als Herstellerin mit jeder Rezeptur weiterführe.

Welchen Rat gibst du Schwarzen Unternehmer*innen, wenn es darum geht, Kapital zu generieren und anzufangen?
Lauft das Rennen, das ihr gewinnen wollt, und folgt nicht dem Traum anderer, sondern eurem eigenen. Es ist wichtig, sein eigenes „Warum” inmitten seiner Arbeit zu finden und daran festzuhalten, auch wenn die Welt unweigerlich versucht, einen zu formen.

Was ist die wichtigste Lektion, die du bei der Gründung deines eigenen Unternehmens gelernt hast?
Die Abkehr vom Massenvertrieb in den Jahren 2018 bis 2019 war ein großer Schritt für uns. Wir sind zu unserem ursprünglichen Direct-to-Consumer- und unabhängigen Einzelhandelsmodell zurückgekehrt und haben uns auf einige ausgewählte Massenhändler beschränkt. Das ermöglichte es uns, uns auf die Kernaufgabe unseres Geschäfts zu konzentrieren: die Bereitstellung von wunderbaren und effektiven handgefertigten Qualitätsprodukten und den Aufbau direkter Beziehungen zu unseren Kund*innen.

SHARON CHUTER, GRÜNDERIN & CEO VON UOMA BEAUTY

Wie hast du Uoma Beauty gegründet?
Ich wusste, dass ich etwas tun wollte, als ich mich dabei ertappte, wie ich mich ständig beschwerte. Ich bin eine großer Anhängerin von „,man kann viel Reden, wenn der Tag lang ist – sei die Veränderung, die du sehen willst”. Wir alle beschweren uns über die Dinge, mit denen wir nicht zufrieden sind, aber niemand ist bereit, alles zu riskieren, um Teil der Lösung zu sein. Das ist der Grund, warum ich diese Reise angetreten habe. Ich hoffe, dass ich am Ende des Tages einen kleinen Teil dazu beitragen kann, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Einem Ort, an dem Frauen, die wie ich aussehen, verstehen, dass sie wirklich schön sind und den Mut haben, das von außen nach innen zu erkunden. Wir fühlen uns schön, wenn wir selbstbewusst sind, und wenn wir wirklich mit uns selbst im Reinen sind, sind Frauen unaufhaltsam. Jeder Mensch verdient es, das Gefühl zu erleben, genug zu sein, wertvoll zu sein, schön zu sein. Es ist ein sehr befreiendes Gefühl.

Welchen Rat hast du für Schwarze Unternehmer*innen, um Kapital zu beschaffen und anzufangen?
Seid vorbereitet. Seht zu, dass eure Zahlen stimmen. Erwartet, dass ihr einen Space betretet, in dem ihr keinen Vorteil haben werdet. Vor allem nicht den Vorteil, dass jemand sofort eine emotionale Entscheidung trifft. Vor allem dann, wenn ihr zum ersten Mal Geld beschafft, verkauft ihr ein Konzept. Ihr seid noch nicht gestartet. Ihr habt nur wenige Daten – ihr verlasst euch also darauf, dass jemand an eure Vision glaubt. Seid auf den Punkt genau, entwickelt eine richtige Strategie, kennt eure Fakten. Seid bereit, diese Fakten zu untermauern, sammelt eure Zahlen und recherchiert alles.

Welche Lektion, die du bei der Gründung deines Unternehmens gelernt hast, war die wichtigste?
Vorhersagen, vorhersehen, aber beweglich bleiben. Im Geschäftsleben kann alles passieren. Schließlich ist das Geschäft ein Teil des Lebens. Eines meiner Tattoos ist eine ständige Erinnerung daran. Es ist das ghanaische Adinkra-Symbol „Mmere Dane“ und bedeutet, dass sich die Zeit ändert, was bedeutet, dass nichts dauerhaft ist, weder Erfolg noch Misserfolg. Ich lasse mir den Erfolg nicht zu Kopf und das Scheitern nicht ins Herz steigen. Das Einzige, was konstant ist, ist die Veränderung, und wir alle müssen weiterhin offen sein und aus den Veränderungen lernen, die wir in unserem Leben und in unserem Geschäft erleben müssen.

KAY COLA, GRÜNDERIN UND CEO VON ORGANIGLOW

Wie kam es zur Gründung von OrganiGlow?
Die Gründung von OrganiGrowHairCo war ein kosmischer Plan des Universums. Ich kam gerade von einer Tour zurück, als meine Tochter mich anflehte, ihre Haare zu glätten. Die Mädchen in der Schule hänselten sie, weil sie lockiges Haar hatte. Ich beschloss, sie zu ermutigen, ihre schönen, üppigen Locken anzunehmen. Dafür musste ich meine eigenen tragen. Ich warf das Glätteisen, die Verlängerungen und Perücken weg, fand mich aber in einem Meer von giftigen Produkten wieder, die nicht halfen. Also beschloss ich, etwas Gesundes für mich und meine Kinder zu kreieren. Etwas, das auf unsere individuelle Porosität und Textur eingeht, die das Kokosnussöl, die Duftstoffe und die Proteine nicht vertrugen, die einige beliebten Marken anboten. Die Leute sahen, dass mein Haar nach Jahren der Schädigung, Aufhellung, Hitze und Frisuren wiederhergestellt war. Sie fragten mich, was ich benutzte, und als ich sagte, etwas, das ich selbst etwas kreiert hatte, riefen: „Das solltest du verkaufen“. Der Rest ist Herstory.

Was rätst du Schwarzen Unternehmer*innen, wenn es darum geht, Kapital zu gewinnen und loszulegen?
Ich habe kein Kapital generiert, ich habe in mich selbst investiert. Ich hatte keine Investoren und keine Finanzierung. Spart euer eigenes Geld, investiert in euch selbst und reinvestiert jeden Cent, den ihr verdient, wieder in euer Business.

Was ist die wichtigste Lektion, die du bei der Gründung deines eigenen Unternehmens gelernt hast?
Am meisten bin ich daran gewachsen, dass ich eine Geschäftsinhaberin bin. Es hat mir geholfen, eine bessere Führungskraft zu werden. Mitarbeiter*innen zu haben hat mich gelehrt, dass jeder Mensch etwas anderes braucht. Der Umgang mit Kund*innen hat mich Demut und Mitgefühl gelehrt, sowohl für die Kunde*innen als auch für meine Mitarbeiter*innen im Kundendienst. Es hat mich gelehrt, dass man sich als Geschäftsinhaber*in nicht einfach ausstempel kann. Und, dass dass es jeden Tag Brände zu löschen gibt. Die Leben, die von dem profitieren, was man tut, überwiegen aber bei weitem die Herausforderungen, die auf uns zukommen.

GWEN JIMMERE, GRÜNDERIN & CEO VON NATURALICIOUS

Wie hast du Naturalicious gegründet?
Ich habe in meiner Küche mit 32 Dollar angefangen, als frischgebackene alleinerziehende Mutter, die gerade eine Beziehung mit Missbrauch hinter sich hatte. Zu dieser Zeit hatte ich Schwierigkeiten, Haarpflegeprodukte zu finden, die für mein krauses Haar geeignet waren, auf natürlicher Basis beruhten und mich nicht dazu zwangen, stundenlang an meinen Haaren zu arbeiten. Als frischgebackene Mutter musste ich gut aussehen und mich gut fühlen, aber ich konnte es mir nicht leisten, viel Zeit mit meinen Haaren zu verbringen. Ich konnte keine Lösung für mein Problem finden, also habe ich sie selbst geschaffen. Wenn es um die Pflege von natürlichem Haar geht sagt man „the struggle is real“. Ich habe das erste patentierte System entwickelt, das die Pflege mühelos macht. Bis heute hat Naturalicious über 70.000 Frauen mehr als 1,2 Millionen Minuten für ihre Haar-Routine gespart.

Welchen Rat hast du für Schwarze Unternehmer*innen, wenn es darum geht, Kapital zu generieren und loszulegen?
In der Vergangenheit verlief die Verteilung von Reichtum und finanziellen Ressourcen für Schwarze Menschen weit weniger proportional als für unsere nicht-Schwarzen Kolleg*innen. Das war auch der Fall, wenn es um die Beschaffung von Kapital für unsere Unternehmen ging.  Letztlich führte das dazu, dass Schwarze Gründer*innen daran gehindert wurden, Generationen-übergreifenden Wohlstand für unsere Familien und unsere Gemeinschaft zu schaffen. Jetzt gibt es eine wachsende Zahl von Schwarzen und brown Risikokapitalgeber*innenn und Investor*innen, die speziell an der Finanzierung von Schwarzen Gründer*innen interessiert sind. Ich ermutige Schwarze Unternehmer*innen, sie aufzusuchen und mit ihnen Geschäfte zu machen.

Was ist die wichtigste Lektion, die du bei der Gründung deines eigenen Unternehmens gelernt hast?
Fang dort an, wo du bist, und arbeite mit dem, was du hast. Ich habe mit 32 Dollar und einem Baby auf dem Arm angefangen und jetzt sind wir in Shops auf der ganzen Welt vertreten. Wenn ich das kann, kann es jeder. Wartet nicht auf den „richtigen” Moment“, denn den gibt es selten.

KAREN YOUNG, GRÜNDERIN VON OUI THE PEOPLE

Wie kam es zur Gründung von Oui the People?
Ich habe Oui the People gegründet, weil ich unter lähmendem Rasurbrand litt. Ich wollte nicht einmal kurze Hosen tragen, weil es so schlimm war. Es begann, als ich Teenager war, und setzte sich fort, als ich als Kosmetikerin arbeitete. Dann bekam ich eingewachsene Haare. Die waren das Sahnehäubchen auf dem Kuchen. Ich wusste, dass es zu diesem Thema so viele Möglichkeiten für Männer gibt. Wenn ich einem Mann in meinem Leben etwas Schönes und Nützliches schenken wollte, entschied ich mich oft für einen Nassrasierer. Das ganze Set wird schön präsentiert, mit dem richtigen Rasierschaum, den Ölen und dem Rasiermesser. Es fiel mir auf, dass ich nicht nur eine schreckliche Erfahrung beim Rasieren hatte, sondern dass der eigentliche Akt der Rasur alles andere als luxuriös war. Ich wollte etwas kreieren, das sich für Frauen maßgeschneidert anfühlt und die Erfahrung selbst einschließt. Wir begannen mit einem Rasierer und Öl und haben 2020 in die Körperpflege expandiert, mit den gleichen Prinzipien: wirksam, gesund, transparent und mit Bedacht gemacht.

Was rätst du Schwarzen Unternehmer*innen, wenn es darum geht, Kapital zu sammeln und zu durchzustarten?
Ich habe das Unternehmen mit 1.500 Dollar Budget gegründet. Ich weiß genau, dass Schwarze Unternehmer*innen, wie ich selbst, so sehr vom Kapital belastet sind, dass wir mit sehr wenig unglaublich kreativ sein müssen. Einer*einem Schwarzen Unternehmerkolleg*in würde ich raten, schon früh ein Netzwerk aufzubauen, vor allem mit anderen Gründer*innen, die Kapital aufgenommen haben, und mit Investor*innen. Es mag den Anschein haben, dass Kapital die größte Hürde ist, aber in Wirklichkeit ist es das Netzwerk – eines der größten Defizite in der Schwarzen Community. Es ist euer Netzwerk, das zu Kapital führt. Ihr könnt euer Netzwerk erweitern, indem ihr sich für Programme bewerbt, eine Datenbank von Gründer*innen auf Twitter aufbaut, Tech- und Unternehmergruppen in Softwares wie Slack findet und ihnen beitretet. Oder ihr meldet euch für Newsletter an, damit ihr wisst, was passiert, oder nehmt an Konferenzen teil.

Was war die wichtigste Lektion, die du bei der Gründung deines eigenen Unternehmens gelernt hast?
Die Lektion, ein enges Netzwerk aufzubauen, hat länger gedauert, als ich zugeben möchte. Außerdem: Lasst euch von niemandem eure Höhen diktieren, denn sie werden auch eure Tiefen diktieren. Unternehmertum ist ein wilder Ritt.

Text: Lauren Rearick // alle Bilder inklusive Header via NYLON.com.

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