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NYLON-Freundebuch: Hi, Fousheé!

Hohe Stimme, softer Beat, schnell gehauchte Worte: Mit großer Wahrscheinlichkeit habt ihr den Song „Deep End“ von Fousheé schon letztes Jahr in zahllosen TikToks gesehen. Dabei hätten wir um ein Haar nie erfahren, von wem der Song eigentlich ist – wie gut, dass sich Foushée mit ihrem Debütalbum noch einmal im NYLON-Freundebuch-Interview vorstellt.

Ein weiteres Juwel aus den 90ern? Das Freundebuch. Bewaffnet mit Stickern, Füller und Tintenkiller gehörte es einfach zum guten Pre-Millenial-Ton, sich mit süßem Foto persönlich zu verewigen. Diesmal trägt sich Fousheé ein. Die gebürtige New Yorkerin lebt in L.A. und hat gerade ihr Debütalbum „time machine” veröffentlicht. Darauf begibt sich darauf auf eine Zeitreise voller entspannter, weichen Sounds mit viel Hall, gezupften Gitarren-Strings, Chören und soften Beats. Und wem diese Kombination jetzt bekannt vor kommt – ihr liegt ganz richtig. Denn wie schon eingangs beschrieben kennt der Mainstream Fousheés Sound vor allem als einen der vielen viralen TikTok-Sounds. In. der App wurde ihr Song „Deep End”, der auch auf dem Debütalbum zu finden ist, mittlerweile über 3 Millionen Mal für Videos verwendet.

Welches davon ihr Favorit ist, hat Fousheé uns auch im Interview fürs NYLON-Freundebuch verraten. Dabei hätte sie die Videos mit ihrem Song beinahe nie entdeckt. Als der Rapper Sleepy Hallow ihr Voice-Sample für den Song „Deep End (Freestyle)” verwendet, taucht Fousheés Name noch nirgends auf. Erst, als sie selbst davon erfährt und in einem viralen Post darüber aufklärt, die Stimme hinter den Worten zu sein und sich die Online-Community für ihren Credit einsetzt, kann Foushée ihren Erfolg wirklich feiern. Seitdem hat die Künstlerin ihre eigene Version des Songs und eine EP veröffentlicht und nun ihr erstes Album, „time machine”. Über die Reise durch ihre musikalische Gegenwart und Zukunft verrät Foushée mehr in unserer schnellen Fragerunde.

Fousheé trägt sich ins NYLON-Freundebuch ein

Dein kürzlich erschienenes Debütalbum heißt „time machine“. Da drängt sich eine offensichtliche Frage auf: In welches Jahr würdest du mit einer Zeitmaschine reisen, egal ob in Vergangenheit oder Zukunft?
Ich würde in die Vergangenheit reisen, da gibt es eine Menge Dinge, die ich besser machen oder noch mal neu durchgehen könnte. Ich bin eine Perfektionistin, ich bereue nicht, aber manchen Dingen würde ich noch eine Chance geben.

Du hast in der Vergangenheit schon darüber gesprochen, dass du auf die Entwicklungen rund um deinen Song „Deep End” nicht böse zurückblickst. Würdest du diese Entwicklungen eher als Segen beschreiben? Haben sie dich für weitere Projekte motiviert?
Auf jeden Fall. Es hat mich dazu motiviert, mit verschiedenen Genres zu arbeiten, die ich normalerweise nicht ausprobieren würde. Und es gab mir das Selbstbewusstsein, ein großes Projekt anzugehen, zu „attackieren”.

Welches TikTok zu „deep end” ist dir letztendlich am meisten im Kopf geblieben? 
Das habe ich auf meiner eigenen Page gepostet: Ein Girl, das den Beat wechselt und dann mit Pop-Locking anfängt.

Mit „Enjoy The Silence” von Depeche Mode hast du einen Klassiker der 90er gecovert. Deine Mutter war ebenfalls in einer Reggae-Band, PEP, und hat die musikalische Geschichte deiner Familie stark beeinflusst. Wie viel Nostalgie packst du in deine eigenen Songs?
Ich war sehr von Woodstock inspiriert, als Menschen noch Geschichten erzählt haben und es kein Autotune gab. Damit neue Generationen diesen Einfluss hören, erinnert man sich daran und stellt sich all das wieder vor, um der Ära mehr Anerkennung und neue Hörer*innen entgegenzubringen.

Du und deine Musik wollt vor allem ein leuchtendes Beispiel für Schwarze Frauen sein. Welche*r Song, Album oder Künstler*in hat das für dich getan? 
Lauryn Hill. Sie hat wichtige Werte, ohne dabei zu klingen, als würde sie etwas predigen oder genau verstehe, was in der Welt gerade abgeht. Ich finde ihre Projekte brillant, also versuche ich, darauf oft Bezug zu nehmen.

In deiner Spotify-Bio beschreibst du dich selbst als „GOAT” bzw. „Greatest of all time”, die Größte aller Zeiten. Wie hat sich dein musikalisches Selbstbewusstsein mit der Zeit entwickelt?
Das habe ich geschrieben, bevor mein Account überhaupt online ging. War definitiv eine Manifestation.

Wenn du deine Eigenschaften als Freundin beschreiben müsstest, welche Worte würdest du nutzen?
Liebevoll, sensibel, mutig, neugierig, abenteuerlustig, süß, albern, fierce.

Wie unterscheidet sich deine Community in L.A. von der in New Jersey und New York City?
Ich glaube, in L.A. gibt es mehr eine Art „Studio”-Community. New York ist das Zuhause von Live-Musik und Performance. Beide sind einzigartig und haben mich supportet. L.A. ist anders, weil es das Zuhause von Hollywood und vielen Kreativen ist, Schauspieler*innen, Musiker*innen etc. In New York bildest du die Basis für wer du bist und in L.A. bist du dann Künstler*in.

In welchem Online-Loch hast du dich zuletzt verloren?
Auf meiner For-You-Page! Die ist jeden Tag ein Loch, in das man fällt.

Mal angenommen, es steht ein fauler Sonntag an – was hörst du am Morgen, was streamst du?
Ich mag Kurzfilme. Am meisten mag ich aber, still dazusitzen, glaube ich. Ich höre mir so viel an, zum Beispiel heilende Töne und Frequenzen.

Nun noch ein paar „Entweder…oder…”-Fragen!

Würdest du lieber die Zukunft voraussagen können oder ein Jahr deines Lebens noch einmal erleben?
Die Zukunft voraussagen. Das würde mir einigen Stress ersparen und mir auch erlauben, Dinge zu ändern, wenn mir das, was ich höre, nicht gefällt.

Würdest du lieber nur noch Textnachrichten verschicken können oder lieber nur noch Sprachnachrichten?
Textnachrichten. Ich bin nicht immer in der Lage, Sprachnachrichten anhören zu können. Ich mag kurze und simple Nachrichten oder Anrufe.

Analogfoto oder Ölgemälde?
Analogfoto.

Lieber eine Nacht in der Spielhalle oder Fahrten auf der Achterbahn?
Eine Nacht in der Spielehalle. Ich hasse das Gefühl, wenn dir dein Herz auf der Achterbahn in die Hose rutscht.

Anm. d. Red.: Uns ist bewusst, dass das Freundebuch in der sonst in unseren Artikeln verwendeten genderneutralen Schreibweise eigentlich „Freund*innenbuch” heißen müsste. Aufgrund des festgesetzten und bekannten Begriffs, der noch stark im allgemeinen Kontext dieser Buchart verwendet wird, haben wir es bisher aber bei „Freundebuch” belassen. 

Fotos: PR

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Nylon
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