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Meet the artist: Dieser 3D-Künstler steckt hinter den NYLON-Cover-Avataren

In unserer neuen Ausgabe geht es um digital Prodigies: Junge Menschen, die ihre Visionen über das Internet teilen und ganz besondere Communities und Gefühle schaffen. Um diese Geschichte um die Power des U20-Pop-Olymps auch visuell zu erzählen, haben wir uns natürlich einen Digital Artist geschnappt. Marcel Constantin Wilkens macht 3D-Visuals und hat für uns Avatare erschaffen. Wie der Hamburger Künstler so tickt, was seine Ästhetik geprägt hat und warum Kunst für ihn aus einem Bauchgefühl entsteht, lest ihr hier im Interview…

Wie würdest du deinen Style beschreiben?
Digital Post Modern Art.

Was hat deine Ästhetik geprägt?
Stuff der 80´s + 90´s, Fashion Magazine, Cartoons, Comics, Filme. Eigentlich alles, was ich so in mich hineingesaugt habe an kreativen Input.

Was möchtest du unbedingt mal gestalten?
Weiterhin Cover für Mags und Musiker zu erstellen, wäre schon fine. Mein Traumziel ist es einfach irgendwann mal meine eigenen Filme zu drehen und diese dann zu „gestalten“. Ob Musikvideo oder Spielfilm, animiert oder Mixed Media.

Was war die Herausforderung an der Titelgeschichte der NYLON #8?
Die Herausforderung für mich bestand dadrin, ein Hybrid aus 3D-Avatar und Real-Footage zu erstellen. (Ohne Uncanny-Valley-Effekt!). Quasi analog meets digital.

Eines der Cover hat für großes Aufsehen gesorgt, hättest du mit diesen Reaktionen gerechnet?
Definitiv nicht! Schon fast beängstigend, mit was für einer Flut an teils sinnfreien Kommentaren die digitale Community um sich schlägt.  Nach dem Motto „Quantität statt Qualität“ + „Copy + Paste“. Aus Perspektive des freien Künstlers ermüdend und „unterdrückend“!

Auf welches Werk in deiner Karriere bist du außerdem besonders stolz?
Daran arbeite ich noch 😄

Welche andere 3D-Künstler bewunderst du?
Ziemlich viele. Es gibt einfach wahnsinnig viele sehr talentierte 3D-Artists auf der ganzen Welt. Da entstehen wahnsinnig viele spannende inspirierende 3D-Nischen. Bsp. Jesse Kanda (Artist der Arca Alben Cover) oder Sam Rolfes, der visuelle Trips kreiert. Einfach grandios!

 

Stichwort Körperlichkeit von Bots. Ist es dir wichtig, bei deiner Arbeit auch ein gesundes Körperbild zu vermitteln?
Ich denke, das sehr viele Menschen sich zu sehr verkrampfen auf vorgeschriebene Schönheitsideale. Die Sehgewohnheiten neu zu definieren, das wäre die Lösung. Raus aus diesem ganzen Einheitsbrei. „GNTM“ mit kurvigen Girls, Männern und Transgendern und ich bin dabei! 😄 Aber am wichtigsten: Ein gesundes Körperbild muss jeder Mensch für sich selbst definieren. Große Brüste, Overweight, Skinny, Flat chested, full of Scars… Alles wunderschön!

Wie definierst du Schönheit?
Das kommt ganz auf den Trigger an: Individuelle Körperformen strahlen Schönheit aus. Die Lässigkeit mit der einige Menschen ihr Leben meistern. Frühe Erinnerungen an die Kindheit, die du in meditative Gedanken inkludierst. Slickes Interior Design kann schön sein. Ein ehrliches Lächeln. It’s all beautiful!

Wie gehst du damit um, wenn Menschen deine Kunst nicht verstehen?
Ich versuche, mir nicht zuviele Gedanken darüber zu machen. Absolute Worst sind mir allerdings Menschen die mir ihre Meinung zu Kunst und Kultur aufzwingen wollen, allerdings selbst null Open minded sind.

Welche anderen Künstler sind für dich Vorbilder?
Alle diejenigen die es geschafft haben, von Ihrer Kunst zu leben.

Erlaubt dir deine Kunst, Fantasien oder Vorstellungen auszuleben, die du auf andere Weise nicht äußern könntest?
Definitiv! Und genau dafür sollte Kunst auch genutzt werden. Kunst sollte emotional entstehen. Aus dem Bauchgefühl. Aus der Dynamik heraus. Und definitiv nicht zu konzeptionell.

Dein Stil trifft eine bestimmte glossy und futuristische Ästhetik, die vor allem aktuelle CGI und VR-Trends aufgreift. Wie lange glaubst du wird dieser Zeitgeist präsent sein – oder sich vielleicht sogar zu einem neuen Standard etablieren?
Ich denke das sich diese Art der Aesthetic definitiv noch etablieren muss. Es fühlt sich an wie ein Zyklus der vor einigen Jahren ins Rollen geriet und nun noch mehr an Bedeutung gewinnt.

Was würdest du nicht abbilden oder gestalten, wo liegt deine persönliche Ethik-Grenze?
Keine Rassistische Themen, kein underage Stuff, no animal Cruelty, keine Diffamierung von Randgruppen! Schwachsinn der weder aesthetisch ist, noch irgendwas aussagt. Außerdem nicht für Kunden arbeiten mit denen ich mich weder moralisch noch ethisch identifizieren kann.

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