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Der komplette Guide zu Constellation-Piercings

Künstlerisch angeordnete Piercings, auch Constellation-Piercings genannt, liegen voll im Trend. Und auch wenn der Gang zum Piercingstudio bis auf weiteres gecancelt ist, können Fans der Schmuckstücke am Ohr die Zeit in der Selbstisolation wunderbar dafür nutzen, sich gründlich zu informieren und neue Hotspots im eigenen Ohr auschecken. So ear here we go!
Piercings, himmlisch angeordnet, wie ein Sternenbild. Hört sich traumhaft an, oder? Und das sind sie auch, denn Piercings in den Ohren sind, anders als Schmuck an anderen Körperstellen, nicht so einschüchternd (oder so schwer zu heilen) wie z.B. ein Nasen- oder Bauchnabel- oder Brustwarzenpiercing. Aber bevor ihr mit der Planung eurer exklusiven Ohrenparty beginnt, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Förmlich gelöchert (get it?) mit all unseren Piercing-Fragen haben wir Cassi Lopez, Head-Piercerin bei New York Adorned. Ihr erster Tipp: „Sucht euch einen Salon, der Implantatstahl, Titan oder 14/18K Weiß- und Gelbgold verwendet. Diese sind von höherer Qualität und reizen die Haut im Gegensatz zu anderen Materialien nicht“, weiß die Expertin. Absolutes No-Go nach dem Stechen ist es, an dem frisch gestochenen Piercing rumzuspielen. Gereinigt werden muss es aber regelmäßig, schließlich verbirgt sich im Inneren eine heilende Wunde. Dafür rät die Expertin eine Kochsalzlösung zu verwenden. Das wird euch eure Piercerin oder euer Piercer aber auch noch einmal beim Termin erzählen und euch womöglich eine Flasche mitgeben. Zum Termin selbst solltet ihr gut gestärkt erscheinen – besonders wenn ihr zu Schwindel neigt. Und ganz wichtig: Lasst euch nicht alle Piercings eurer neuen Konstellation auf einmal stechen! „Dann wird euer Körper nämlich alle Wunden auf einmal versuchen zu heilen. Dadurch verlangsamt sich der Prozess“, so Lopez. The more you know…

Während des Heilungsprozesses solltet ihr beim Säubern des neuen Piercings die Farbe des austretenden Sektrets (yup!) im Auge behalten. „Eine weiße Farbe ist völlig normal. Das ist einfache Lymphflüssigkeit“, weiß Lopez. Und auch kleine Beulen sind nichts Besorgniserregendes. „Die können durch Berührungen und beim Schlafen entstehen“, erklärt sie weiter. „Einen Gang zum Piercingstudio oder sogar zum Arzt solltet ihr allerdings einplanen, wenn das Ohr grün wird, funky anfängt zu riechen oder eine Menge Sekret absondert.“ Danke für das Kopfkino, liebe Cassi, aber Sicherheit geht vor!

Und jetzt kann es auch schon losgehen mit den Ohrenpartys. Das Tolle an Constellation-Piercings ist, dass keines dem anderen gleicht und man fast unbegrenzte Variationsmöglichkeiten hat. Welche genau? Wir haben da mal was vorbereitet:

Piercing Lobe

Lobe

Der Klassiker. Je nachdem, wie eure Eltern zu gepiercten Ohren standen, haben viele von euch den Anfang dieser Konstellation bereits seit Kindertagen am Läppchen. Wie dem auch sei, das Ohrläppchen ist normalerweise das häufigste erste Ohrloch-Piercing, was damit zu tun haben könnte, dass es die am leichtesten heilende Stelle ist. „Die Ohrläppchen sind sehr vaskulär, so dass sie stark durchblutet werden“, erklärt Lopez. Aber nur weil es weit verbreitet ist, muss es nicht langweilig sein. Sie können sich mehrere Lappenpiercings setzen lassen, man kann mit dem Abstand herumspielen oder eine Dreiecks-Beziehung ausprobieren. Und als Goodie nach dem Schmerz darf man sich ja auch noch neuen Schmuck aussuchen – auch wenn der erst nach der Abheilung eingesetzt werden darf. Bis dahin heißt es: medizinisches Stäbchen olè!

Piercing Helix

Helix

Durch Knorpelgewebe gestochene Piercings benötigen eine lange Zeit zum Abheilen. Warum, erklärt unsere Expertin: „Je höher man am Ohr entlangwandert, desto weniger Blut fließt, deshalb dauert es ewig, bis der Knorpel ganz abheilt.“ So hübsch ein Helix-Piercing auch aussieht, es ist ein echter MoFo wenn es um die Heilungsdauer geht. „Dieser Bereich ist ständig Irritationen ausgesetzt – von Haaren, -Produkten, Hüten usw. – alles, was daran reibt, wird den Heilungsprozess verlängern“, weiß Lopez. Einige Tipps für Helix-Piercings: Wechselt vorerst von Überkopfhörern zu In-Ear-Kopfhörern, seid besonders vorsichtig beim Haarewaschen, und versucht, das Stechen in die warme Jahreszeit zu legen, wenn man nicht auf Mützen angewiesen ist. Dann heißt es nur noch: Geduld haben…

Piercing Daith

Daith

It’s all about location, location, location. Laut Lopez ist ein Daith-Piercing wegen seiner guten „Lage“ eine der am schnellsten heilenden Stellen am Ohr. Weil es aber auch so wenig mit der Außenwelt in Kontakt kommt, kann es leicht mal vergessen werden. Achtet also darauf, es regelmäßig zu reinigen (eine Sprühflasche ist in diesem Fall hilfreich, da es sich um die Innenseite des Ohres handelt). Lopez gibt noch einen wichtigen Insider-Tipp: Auch wenn das Daith-Piercing sich für Konstellationen aller Art super eignet, sollten Interessierte beachten, dass der erste Ring ziemlich groß sein und relativ lange drin bleiben muss: „Wenn du einen Ring mit einem kleinen Durchmesser zu früh einsetzen lässt, wird es ewig dauern, bis das Piercing heilt, wenn es das überhaupt tut“, warnt sie. Richtig responsible Piercing-Fans sollten sich also darauf vorbereiten, ihren Stolz für ein paar Monate zu vergessen – bis der Schmuck ausgetauscht werden kann zumindest!

Piercing Rook

Rook

Ein Rook-Piercing kann mit einem Ring begonnen werden, aber Lopez empfiehlt stattdessen einen Stab, auch Barbell (engl. für Hantel) genannt. Tatsächlich sind Stäbe für fast jede Art von Piercing für den Anfang zu empfehlen, weil sie leichter zu pflegen sind und dadurch das Loch gerade heilt. Rook-Piercings verhalten sich während des Stechens und in ihrer Heilung ähnlich zu anderen Knorpelpiercings. Dadurch, dass die Stelle wenig geschützt ist, kann man schnell mit der Kleidung daran hängen bleiben. Einfacher zu handeln als ein Helix-Piercing ist es aber allemal.

Piercing Conch

Conch

Die Ohrmuschel ist eine weitere, sehr beliebte Stelle. Doch wieder befinden wir uns IM Ohr, was bedeutet, dass die Heilung ein wenig länger dauern wird. Auch hier empfiehlt Lopez wieder, mit einem Ohrstecker statt mit einem Ring zu beginnen. Ein Orbitalpiercing muss im richtigen Winkel und mit einem Ring mit größerem Durchmesser gestochen werden. Nach kurzem Schmerz und ein paar Monaten mit einem langen Diskostab am Ohr, darf dann aber der Ring rein und ihr euer cooles Piercing überall präsentieren.

Piercing Tragus

Tragus

Size matters. Diesmal zumindest. Deswegen solltet ihr bevor ihr einen Termin zum Piercen macht, lieber erstmal in den Spiegel schauen. Nicht alle haben einen, chrmchrm, großen Tragus. Und den braucht es für dieses Piercing nun einmal. Sorry, Leute! Lopez musste potentielle Kund*innen schon des Öfteren wegschicken: „Der winzige Bereich muss ziemlich groß sein.“ Das Gleiche gilt für den Antitragus, der, wie sie sagt, im Moment sehr beliebt ist. „Kunden wollen immer superdünne, eng anliegende Ringe, und die passen bei manchen einfach nicht“, erklärt sie. „Die Heilung kann zu einem Alptraum werden, weil der Bereich so stark anschwillt, und wenn man einen superdünnen Ring rein tut, kann der schon mal zu einer Käsereibe werden. Das stark geschwollene Ohr kann sich aufspalten und der Körper versuchen, den Schmuck abzustoßen.“ Yuck! Wessen Tragus groß genug ist (erstmal Congrats von unserer Seite aus), muss trotzdem lange einen… Stab… tragen. *so many jokes*

Piercings Industrial

Industrial

Unser letztes Glied der Piercing-Konstellationen hängt schon wieder von der Anatomie eures Ohres ab. Gibt es sowas wie das perfekte Ohr denn überhaupt, wollen wir von der Expertin wissen. „Tiefe Rillen!“, so Lopez. „Und zwar überall. Ausserdem sollte der mittlere Teil möglichst flach sein und darf nicht herausspringen. Er darf auch nicht super rund sein, sonst drückt der Schmuck darauf und schneidet ins Fleisch.

„Eine Sache, die es bei jeder Art von Piercing zu beachten gilt, ist der Winkel. „Wenn die Winkel nicht perfekt sind, wird der Steg, der durch das Piercing hindurchgeht, den Winkel gerade nach oben drücken. Deshalb bekommen manche kleine Beulen“, erklärt Lopez.

Text: Taylor Bryant; Illustrationen und Headerbild: Lindsay Hattrick via Nylon.com

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