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Warum wir „Riverdale“-Star Madelaine Petsch auch „Friendship-Patch“ nennen könnten

Muster, Muster, überall Muster. Madelaine Petschs Patches sind bunt, unperfekt, einzigartig. Hier, auf Netflix und auf YouTube.

„Ich sehe Cheryl als eine meiner Freundinnen“, sagt Petsch und gleich zu Beginn kristallisiert sich Freundschaft als das zentrale Thema unseres Interviews he­raus. „Friendship-Patch“ könnte genauso gut ihr Spitzname sowie der unseres Sets sein. Denn Freun­de hat die „Riverdale“-­Schauspielerin auf der ganzen Welt – zählt man die 4,6 Millionen Abonnenten ihres YouTube-­Kanals dazu – und das tut sie. Der Großteil von ihnen kommt, um den Menschen hinter ihrer Rolle als Cheryl Blossom zu sehen. Zwar ist diese nicht gerade der Star der Show und doch fühlt sich Cheryl wie das Zentrum an.


Kleid von Rocky Star, Top von Christine Alcalay, Schuhe von Minna Parikka, Ohrringe von Jennifer Fisher, Socken von Kerry Parker, Strumpfhose von Stylistin; Rechts: Blazer von Camilla und Marc, Top von Corey Lynn Calter, Bluse von Elisabetta Franchi

Zum einen sorgte Cheryls gleichgeschlechtliche Beziehung zu Toni Topaz (gespielt von Vanessa ­Mor­gan) für einen längst überfälligen Same-­Sex-Wirbel im Teenie-­Serien-Kosmos und zum anderen wegen Petschs lebensnaher Porträtierung einer Figur, deren Leben voller karikaturhafter Wen­dungen ist. Kurz: Petsch sorgt bei „Ri­ver­dale“ für das nötige Feuer. Und das dankt ihr die „Riverdale“-Community.

Mantel & Top von Gucci, Ohrringe von Jennifer Fisher, Clips von Rainbow Unicorn Birthday Surprise, Strumpfhose von Stylistin

Durch die Intensität der Fans hat sie sich zum Launch eines eigenen You­Tube-­Kanals inspirieren lassen. Hier kann sie der Welt zeigen, dass Madelaine Petsch nicht Cheryl Blossom ist und Cheryl Blossom nicht Madelaine Petsch. Durch ihre eigenen Produktionen schafft sie die Illusion von Intimität, ohne sich zu angreifbar zu machen. „Was ich an YouTube liebe, ist, dass ich die volle Kontrolle über meine Geschichte habe.“ Das heißt, es gibt Dinge, die sie ganz bewusst nicht preisgibt, und hier erkennt man wieder ein Muster: „Heilig sind meine Freundschaften und meine Familie. Ihr werdet nie meine Eltern oder meinen Bruder sehen. Genau wie meine Beziehung [zum Musiker Travis Mills; Anm. d. Red.]. Ich habe früher viel online darüber gesprochen, und seit ich es nicht mehr tue, gehen die Leute einfach davon aus, wir seien nicht mehr zu-sammen. Aber ich merke, dass es sich viel spezieller und fester anfühlt, wenn ich weniger share.“

Jacke von Elisabetta Franchi, Top von Paris Georgia, Rock von Fyodor Golan, Schuhe von Casadei, Clips von Rainbow Unicorn Birthday Surprise, ihre eigenen Ohrringe, Strumpfhose & Strümpfe von Stylistin

„Ich sehe Cheryl als eine meiner Freundinnen.“ – Madelaine Petsch

Es ist eine verdammt clevere Art und Weise, die tückische Industrie zu navigieren und das Narrativ selbst in den Händen zu halten. Gleichzeitig hat ihr der Prozess, über sich selbst Regie zu führen, den Irrglauben der Perfektion ausgetrieben. Mit diesem Teil habe Petsch eine ganze Weile gekämpft, bis sie sich damit abfand, dass „Kunst und Leben von Natur aus chaotisch sind“.

Mantel von Jonathan Simkhai, Top von Camilla and Marc, Rock von Elisabetta Franchi

„Ich glaube nicht, dass ,Perfektionismus‘ und ,Kunst‘ überhaupt in demselben Satz vorkommen können.“ – Madelaine Petsch

„Ich glaube nicht, dass ,Perfektionismus‘ und ,Kunst‘ überhaupt in demselben Satz vorkommen können. Dessen war ich mir lange nicht bewusst – nicht unbedingt in Bezug auf Cheryl, sondern auf  Madelaine als Person. Mein Leben sollte perfekt sein, makellos inszeniert. Aber das Leben von niemandem ist das, weil Perfektion nicht existiert.“

Mantel von Jonathan Simkhai, Top von Camilla and Marc, Rock von Elisabetta Franchi, Schuhe von Casadei, Socken von Stylistin

Und weil Perfektion eine uninteressante Illusion ist. Das ist der Grund für ihre vielen Abonnenten auf YouTube. Weil sie dort den Vorhang zur Seite schiebt, aber gleichzeitig aufhört zu schauspielern. Ein Muster für den Rest ihrer Geschichte gibt es noch nicht. Aber Petsch wird sich beim Schreiben ihres eigenen Drehbuchs sicher weiterhin viel Mühe geben. Einmal natürlich für sich selbst. Und einmal für ihre Millionen Fans weltweit.

Fotos: Lindsey Byrnes
Videographer: Charlotte Pager

Text: Kristin Iversen, Martyna Rieck
Fotoassistenz: Jade DeRose

Art Direction: Sarah Lutkenhaus
Stylist: Danasia Sutton
Haare: Marc Mena für Aveda
Make-up: Elie Maalouf

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