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Keine Grenzen, keine Labels: Wir verbringen 24 Stunden mit Conchita Wurst

„Conchita/TOM/WURST” betitelt sich der Musiker selbst auf Instagram. Es wird klar: Hier sind Namen und Geschlechter unwichtig. Was zählt ist die Person. Und von der können wir so einiges über Selbstakzeptanz und menschliches Facettenreichtum lernen. In der Kampagne des Wäsche-Labels SKINY und im exklusiven Gespräch dürfen wir Conchita/TOM/WURST 24 Stunden durch den Tag begleiten.

„Ring, Ring!“ – Der Wecker klingelt und dann? Wir sind neugierig, wie ein Tag bei Musiker Tom Neuwirth so abläuft. Spätestens seit seinem Sieg beim Eurovision Song Contest 2014, bei dem er in die Rolle der Kunstfigur Conchita Wurst geschlüpft ist, kennt ihn jeder. Wer hinter der Perücke und dem Make-Up steckt, ist kein Geheimnis mehr: Er tritt jetzt unter seinem Geburtsnamen Tom (Thomas) Neuwirth in die Öffentlichkeit und zeigt sich damit so sehr als Privatperson wie nie zuvor. Und von dieser können wir so einiges über Selbstakzeptanz lernen. Denn für ihn ist klar: er ist einfach er selbst. Egal, ob als Tom oder Conchita.

Ein Gespräch mit Tom/Conchita Wurst über Selbstakzeptanz und menschliches Facettenreichtum

Auch als Gesicht der neuen Kampagne des Wäsche-Labels SKINY lässt der Künstler Grenzen verschwimmen, denn er ist der Inbegriff von jemandem, der sich seinen Gefühlen hingibt und nichts von Konventionen in dieser Richtung hält. Keine Namen. Keine Labels. Kein definiertes Geschlecht. In der SKINYxWURST Kollektion gibt es nicht einmal eine klare Unterteilung in Unter- oder Nachtwäsche. Jetzt aber los: So sehen 24 Stunden mit Conchita/Tom aus – vom morgendlichen Ritual und Home Office Tag bis hin zum Partymachen mit Freunden und nächtliches Kühlschrankplündern.

Tom alias Conchita Wurst ist das Gesicht der SKINYxWURST Herbst/Winter Kollektion von SKINY.

Auf Instagram sprichst du jeden Freitag via Videocall mit einigen deiner Fans. Wie bist du auf die Idee „FanFriday“ gekommen und wieso ist es dir wichtig dich so regelmäßig mit ihnen auszutauschen?
Ich habe aus der Not eine Tugend gemacht – in Zeiten des Lock-Downs konnte ich keine Konzerte spielen und wollte den Draht zu meinen Fans nicht verlieren. Außerdem bin ich immer an interessanten Gesprächen interessiert, das hatte ja für mich genauso Unterhaltungswert wie es hoffentlich den Zusehenden Spaß gemacht hat, den Gesprächen zu lauschen. Der „FanFriday” wurde schlagartig zum Lieblingsthementag meiner Instagram-Talkshow, weil es so ein Energieboost ist, Menschen alleine durch meine Überraschungsanrufe ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern!

Du bist für viele eine große Inspiration und hast ihnen geholfen, mehr zu sich selbst zu stehen. In der Fall/Winter 2020 Kampagne von SKINY, von der du das Gesicht bist, steht Selbstakzeptanz und Facettenreichtum auch im Fokus. Zu welchen Schritten würdest du denjenigen raten, die sich nur in Unterwäsche und Bodywear bisher nicht so wohlfühlen?
Ich glaube, dass man einerseits bei sich selbst anfangen muss, seinen Körper zu lieben und auch das zu akzeptieren, was man nicht ändern kann. Andererseits hilft die Beschäftigung mit seinen eigenen Makeln meiner Meinung auch, Mitmenschen gegenüber weniger kritisch zu sein, und das wiederum nimmt einem selbst den Druck, perfekt auszusehen. Insgesamt führt das eine und das andere zu mehr Zufriedenheit im Leben, denke ich.

Dein letztes Album heißt „Truth Over Magnitude” und feiert die Ehrlichkeit gegenüber sich selbst. Also ehrlich: Welche bisher unbekannten Wahrheiten verrät deine Bodywear über dich?
Also wann immer es mein Zeitplan es zulässt, trage ich Jogginghosen und keine Unterwäsche. Was das genau über mich verrät, kann ich schwer beurteilen, ich deute es als Hang zur Bequemlichkeit, und freue mich immer wenn ich zu Hause auf der Couch rumlungern kann.

”Die meisten Dinge im Leben sollte man in erster Linie für sich selbst machen, um sein eigenes Leben toll und angenehm zu gestalten.”

Lingerie und Bodywear zählen zu den Klassikern, die sich fortschreitend vom Stigma befreien, nur Dekoration für’s romantische Gegenüber zu sein. Warum fühlst du dich in dir selbst empowered, wenn du sie trägst?
Ich finde es ist ein fantastisches Gefühl, Wäsche zu tragen, die die Vorzüge meines Körpers unterstützt und zur Geltung bringt. Das hat keineswegs nur romantische Gründe, ich finde die meisten Dinge im Leben sollte man in erster Linie für sich selbst machen, um sein eigenes Leben toll und angenehm zu gestalten. Und wenn Wäsche perfekt sitzt, beeinträchtigt sie mich auch nicht im Alltag und lenkt nicht ab, sondern unterstützt mich vielmehr darin, ich selbst zu sein, in der besten Version.

In der Kampagne begleitet dich SKINY einen Tag lang durch’s Leben. Verrätst du uns, wie ein typischer Tag bei dir so abläuft?
Das kommt immer darauf an, ob es ein Tag ist, an dem ich in der Öffentlichkeit arbeite, oder ob es ein day off ist. Freie Tage sind simpel erklärt: Ich entspanne so viel wie möglich, versuche mich gesund zu ernähren, mache mehrmals die Woche Sport, und versuche möglichst viel Zeit mit lieben Menschen zu verbringen. Wenn ich arbeite, dann starten die Tage oft sehr früh, und alles ist durchgetaktet bis hin zu Mahlzeiten und wann ich kurze Pausen habe, wo ich mit Freundinnen und Freunden telefonieren kann. An Arbeitstagen habe ich aber auch meistens den Luxus, dass meine Stylistin Julia die gesamte Garderobe für mich vorbereitet hat und ich mir keine Gedanken um Outfits zu machen brauche, weil wir sie schon vorab besprochen haben.

Du gibst dich deinen Gefühlen ganz hin und hältst nichts von Konventionen. Wann war das letzte Mal, das dich deine Emotionen so richtig gepackt haben und was war der Auslöser?
Das kam mit dem Aufkommen der #BlackLivesMatter Bewegung, denn da habe ich mich erstmals richtig mit strukturellem Rassismus beschäftigt. Seither lasse ich das Thema auch nicht los, denn wir müssen uns als Individuen gleichermaßen wie als Gesellschaft damit auseinandersetzen und Rassismus ein Ende setzen, auch wenn es schmerzhaft ist und nicht von heute auf morgen klappt.

„Wir nehmen uns manchmal selbst zu wichtig, und vergessen dass wir einzig und allein in unserem eigenen Leben der Mittelpunkt des Universums sind, für den Rest der Menschheit sind wir es nicht, also sollen wir uns auch nicht so benehmen.”

In einem Interview mit ZEIT Online hast du mal gesagt: „Am Ende bin es einfach nur ich, und manchmal halt mit Perücke, manchmal ohne, manchmal maskulin, manchmal feminin.” Was kann jeder von uns tun, um das Verschwimmen solcher Grenzen für alle Menschen zugänglicher zu machen?
Seine eigenen Vorurteile infrage stellen, und ganz bewusst den Entschluss fassen, anderen Menschen gegenüber weniger kritisch zu sein, zu akzeptieren dass wir Individuen sind, und dass nicht das was für mich richtig ist, auch für andere Menschen richtig sein muss. Letztendlich nimmt ist es doch für mein eigenes Leben völlig unwichtig, wie andere Menschen sich kleiden, ob und wie sie sich schminken oder wie sie durch ihr eigenes Leben gehen. Wir nehmen uns manchmal selbst zu wichtig, und vergessen dass wir einzig und allein in unserem eigenen Leben der Mittelpunkt des Universums sind, für den Rest der Menschheit sind wir es nicht, also sollen wir uns auch nicht so benehmen.

In Kooperation mit SKINY

Kristin Roloff
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