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Amelie Mooseder und ihre Spitfire

Ride or Die: Wir treffen Sprint-Racerin Amelie Mooseder auf der Rennstrecke

Mit sieben Jahren sitzt sie auf der lila Sitzbank einer Enduro, Adrenalin schießt durch ihren Körper, sie heizt mit ihrem Motorrad über leere Pferdekoppeln in Bayern. Heute ist Amelie Mooseder Sprintfahrerin und heizt um die Welt. NYLON trifft sie mit ihrer „Spitfire“ in Monthléry, 24 Kilometer südlich von Paris. Natürlich auf der Rennstrecke. Natürlich voller Adrenalin.

Fotos: Kapturing

Fire Starter: Amelie braucht 5,8 Sekunden für eine Achtelmeile. Sie spuckt auf Knopfdruck Feuer. Tatsächlich sind die Flammen aus dem Auspuff des BMW-Custom-Bikes „Spitfire“ heiß wie die Worte aus dem Mund seiner Pilotin. Zumindest wenn sie über ihre große Leidenschaft spricht, brennt die Luft.

This girl’s on 🔥: Amelie Mooseder ist Sprint-Racerin, Werksfahrerin für BMW Motorrad, um genau zu sein. Im Autodrom in Monthléry in Frankreich ist sie wieder in ihrem Element. Es riecht nach verbranntem Gummi und Teamgeist, denn heute findet an dem geschichts-trächtigen Platz ein ganz besonderes Rennen statt: Sultans of Sprint.

What? Beim Café Racer Festival bekommen die Zuschauer auf der Tribüne heute was zu sehen, denn es geht um ein Rennen mit Bikes, die technisch und optisch umgebaut wurden. Aber so was von! Abgefahrene Motorräder, bunte Wundermaschinen und PS-Monster werden hier auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigt. Und Amelie ist mal wieder ready fürs K.o.-Prinzip des Wettbewerbs: zwei Fahrer gegeneinander, 200 Meter, Gas.

Das wirklich Besondere aber, betont Amelie, ist der Fun ums Rennen. Denn es geht um viel mehr als ums Gewinnen: „Wir sind wie ein Wanderzirkus, der von Rennstrecke zu Renn-strecke zieht: bunt, laut und alles andere als normal“, erklärt Amelie. Die Fahrer und Mit-ver-antwortlichen der Sultans of Sprint verkleiden sich, tragen schillernde Outfits. Es fühlt sich an wie eine spaßige Symbiose aus Mo-torsport und Karneval. Bewertet werden neben der Geschwindigkeit auch Kreativität und Craziness, kein Witz: Es gibt Punkte für abgefahrene Designs sowie für die Party-Attitude.

Auch durch Amelies Motorrad liegt die Messlatte in Sachen Craziness weit oben. Nur noch das Herzstück ist, wie es einmal war. Der wassergekühlte BMW R1200R Motor. Gehüllt ist das Bike vollständig in Aluminium, sieht aus wie ein Flugzeug. Und tatsächlich ist das Motorrad inspiriert vom Jagdflugzeug der britischen Royal Air Force von 1938. Die Schweizer Schmiede VTR Customs hat sogar die Cockpit-Instrumente einer originalen Spitfire aus dem Zweiten Weltkrieg verbaut. Amelie fährt das Motorrad im Liegen, denn es ist gerade mal 90 Zentimeter hoch.

Die Zentimeter wurden Amelie Mooseder aber bisher höchstens im Wettbewerb neben dem Rennen zum Verhängnis, denn die Sultans veranstalten Limbo – und die Höhe des Motorrads entscheidet über die Höhe des Stange…

Amelie geht in der sogenannten Factory Class an den Start. Hier treten verschiedene Motorradhersteller an, um ihre neuesten Umbauten unter Beweis zu stellen. Die Frau unter dem Helm sticht hervor: Sie ist so was wie ein Superstar auf der Rennstrecke. „Hey, how are you?“, kommt während des NYLON-Shootings alle zwei Minuten, wenn sie wieder ein Fahrer oder Customizer in die Arme schließt und begrüßt. Über dem Konkurrenzkampf steckt hier der Teamgedanke. Das merkt man.

Als Frau fühlt sich Amelie grundsätzlich im Motorsport nicht benachteiligt. Ganz im Gegenteil, das Unterschätztwerden gefiel ihr am Anfang, um alle zu überraschen. Sie hat sich in den letzten drei Jahren als Racerin bewiesen.

Und trotzdem wünscht sich Amelie, dass sich mehr Frauen in die Männerwelt des Motorsports trauen und merken, dass sie in der Familie willkommen geheißen werden, wenn sie was draufhaben. Der Wettbewerb sorgt übrigens für gleiche Voraussetzungen, denn alle Motorräder werden vor Rennbeginn auf den Prüfstand gefahren und gewogen, um sicherzustellen, dass Leistung und Gewicht im gleichen Verhältnis stehen.

Aber: Solange die Geschlechterverteilung noch so ungleich ist, zelebriert Amelie das Frau-Sein bewusst: „Ich ziehe mir vor jedem Start meines Rennens noch einmal die Lippen mit knallrotem Lippenstift nach, um ganz bewusst etwas mehr Weiblichkeit in diese Männerdomäne zu bringen“, sagt sie. Und weiter: „Die Leute finden das super. Deshalb kann ich nur sagen: Girls, traut euch und glaubt an euch!“

Amelie Mooseder glaubt an sich und fährt sich heute mal wieder einen Platz auf dem Treppchen ein: zweiter Rang – congrats! Auch wir sind jetzt Feuer und Flamme.

Styling: Nina Petters 
Produktion: Edith Löhle 
Hair & make-up: Marco Alecci

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Edith Loehle
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