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Von US-Geschichte bis White Fragility: 11 englischsprachige Antirassismus-Bücher, die ihr immer lesen könnt

Im Kampf gegen Rassismus ist Weiterbildung essentiell und für weiße Menschen ein weiteres Privileg. Hier sind 11 Antirassismus-Bücher, die euch Rassismus, seine Ursprünge und Auswirkungen aus US-amerikanischer Sicht schildern.

Im Kontext des Mordes an George Floyd und unzähligen anderen Schwarzen Opfern von Polizeigewalt haben sich Menschen in den letzten Wochen vor allem an ihre sozialen Netzwerke gewandt, um mehr darüber zu erfahren, wie sie sich in der Antirassismusarbeit engagieren können. Rassismus und Polizeigewalt sind keinesfalls Themen, die sich auf die USA beschränken – eine Teilübersicht an Quellen, Aktivist*innen und Infos im deutschsprachigen Raum findet ihr hier. Die Lage in den USA spielt nichtsdestotrotz auch hierzulande nicht nur medial eine große Rolle – wie die Proteste in Deutschland am vergangenen Wochenende gezeigt haben. Hier stellen wir euch Antirassismus-Bücher mit US-amerikanischem Kontext vor.

Antirassismus-Bücher von White Fragility bis Malcolm X

Zwar sind soziale Medien ein nützliches Instrument für den Informationsaustausch, aber nichts ist mit dem guten altmodischen Lesen zu vergleichen. Dafür gibt es besonders in der englischsprachigen Literatur viele Antirassismus-Bücher. 11 von ihnen findet ihr hier (kuratiert von NYLON USA) in keiner bestimmten Reihenfolge. Sie sind übrigens auch ein großartiges Geschenk für Freunde und Familie, die ebenfalls eine Auffrischung oder Kickstart gebrauchen können.

Schwarz meint nicht die Beschreibung einer Hautfarbe, sondern die Selbstbezeichnung Schwarzer Menschen im politischen Sinne und im Bezug auf gemeinsame Rassismuserfahrungen. Aus diesem Grund wird Schwarz oft mit großem „S” geschrieben.

Weiß/weiße Menschen meint ebenfalls keine Hautfarbe oder biologische Eigenschaft, sondern die soziale Konstruktion um Menschen, die keine Rassismuserfahrungen machen und deren soziale, politische und kulturelle Privilegien ihnen im Machtgefüge des Rassismus jene privilegierte Position zuweisen. 

People Of Color bzw. BIPoC (Black, Indigenous and People of Color) ist eine ebenfalls politisch gemeinte Selbstbezeichnung für Menschen mit Rassismuserfahrungen, die aufgrund von (rassistisch) zugeschriebenen Eigenschaften wie einer vermeintlichen Hautfarbe in einer weißen Mehrheitsgesellschaft marginalisiert und ausgeschlossen werden. Der Begriff meint das solidarisches Bündnis mehrerer Communities und wird in Ermangelung einer passenden Übersetzung aus dem Englischen übernommen. Mehr zum Begriff hier bei Diversity Arts & Culture Berlin oder der Heinrich Böll Stiftung

White Fragility: Why It’s So Hard For White People To Talk About Racism von Robin DiAngelo

Der Bestseller der Soziologin Robin DiAngelo schlüsselt auf, wie die Reaktionen von Weißen auf die Konfrontation mit Rassismus denselben oft nur noch tiefer verankern. Das Buch ist heute so aktuell wie eh und je, insbesondere im Zeitalter der sozialen Medien.

Citizen: An American Lyric von Claudia Rankine

Der mehrfach preisgekrönte Nachfolger von RankinesDon’t Let Me Be Lonely: An American Lyric” erzählt die Geschichte des modernen Rassismus im 21. Jahrhundert und seine Auswirkungen auf alles, vom täglichen Leben bis hin zu nationalen Gesprächsthemen. In lyrischer Sprache setzt sich Rankine mit den zunehmenden Aggressionen auseinander, denen überall vom Klassenzimmer bis zum Tennisplatz begegnet wird (in letzterem Fall Serena Williams).

The New Jim Crow: Mass Incarceration In The Age Of Colorblindness von Michelle Alexander

Das bahnbrechende Buch der Rechtswissenschaftlerin Michelle Alexander aus dem Jahr 2012 hat viele Menschen auf die harten Realitäten des US-Gefängnissystems aufmerksam gemacht und gezeigt, wie es als eine Erweiterung der Institution des Rassismus funktioniert, um People of Color zu unterdrücken, zu kontrollieren und zu überwachen.

The Condemnation Of Blackness: Race, Crime, And The Making Of Modern Urban America von Khalil Gibran Muhammad

„The Condemnation of Blackness” zeichnet die unterschiedliche Art und Weise nach, wie weiße Einwanderer aus der Arbeiterklasse und europäische Einwanderer behandelt werden und wurden, verglichen mit dem kriminellen Verdacht, dem Schwarze ausgesetzt sind. Außerdem behandelt Autor Khalil Gibran Muhammad, wie diese tief verwurzelten Überzeugungen die Stadtentwicklung und Sozialpolitik beeinflusst haben. Wenn ihr euch dafür interessiert, wie der Rassismus US-amerikanische Städte geprägt hat, ist das euer Buch.

Dying Of Whiteness: How The Politics Of Racial Resentment Is Killing The American Heartland von Jonathan M. Metzl

Der Mediziner Jonathan M. Metzl nimmt sich der Trump-Ära an und stellt fest, dass gerade die Politik und Politiker, in die weiße Wähler ihr Vertrauen gesetzt haben, negative Auswirkungen auf ihre eigene Gesundheit und ihr Leben haben. Rassismus ist für alle tödlich.

Between The World And Me von Ta-Nehisi Coates

Als mehrfach preisgekrönter Bestseller, der von keiner Geringeren als Toni Morrison als „Pflichtlektüre” empfohlen wird, verschafft Coates‘ Buch einen persönlichen, literarischen Zugang zu Erfahrungen mit Rassismus in den USA. Dieses Buch gibt es auch auf Deutsch.

White Like Me: Reflections On Race From A Privileged Son von Tim Wise

Tim Wise zeigt anhand von Essay und Memoiren auf, wie sich Rassismus nicht nur auf Nicht-Weiße auswirkt, sondern auch, wie er weiterhin speziell Weiße in einer Weise begünstigt, die lange Zeit als „normal” im nationalen Gewissen verankert war. Ein zugänglicher Appell an Weiße, ihre unverdienten Privilegien zum Guten zu nutzen, liegt in ihrem eigenen Interesse.

The History Of White People von Nell Irvin Painter

Die Historikerin Nell Irvin Painter durchkämmt 2.000 Jahre westlicher Zivilisationsgeschichte, um dem Begriff der „Weißen” auf die Spur zu kommen und herauszufinden, was das von Menschenhand geschaffene Konzept so verführerisch und zerstörerisch macht.

The Autobiography Of Malcolm X von Malcolm X im Gespräch mit Alex Haley

Wenn ihr die Autobiografie von Malcolm X noch nicht gelesen habt, gibt es dafür keinen besseren Zeitpunkt als den jetzigen. Das faszinierende Buch beschreibt Malcolms frühes Leben in Nebraska, seine Jugend als Prostituierter in New York City, sein spirituelles Erwachen im Gefängnis und sein Leben als Minister für antirassistische Rhetorik bis hin zu seiner Ermordung 1965. Es ist ein Stück US-amerikanischer Geschichte, das den Grundstein für so viele der Themen legt, mit denen wir uns auch heute noch auseinandersetzen.

Sister Outsider von Audre Lorde

Audre Lordes Klassiker-Sammlung von 15 Essays und Reden behandelt Rassismus, Sexismus, Altersdiskriminierung, Homophobie, Klasse und vieles mehr auf fesselnde Art und Weise, die euch noch lange nach der Lektüre im Gedächtnis bleiben wird.

How To Be An Antiracist von Ibram X. Kendi

Ibram X. Kendis preisgekröntes Buch „How To Be An Antiracist” aus dem Jahr 2019 weist uns den Weg in die Zukunft und befasst sich gleichzeitig mit den unerträglichen gegenwärtigen Umständen. Als aktualisierte Einführung in das moderne antirassistische Denken ist dies ein großartiger Ausgangspunkt für alle, die Rassismus klar sehen und sich gegen ihn in unseren Systemen und in uns selbst zur Wehr setzen wollen. Kendis Buch zur Geschichte des Rassismus in Amerika gibt es auch auf Deutsch.

Text: Claire Valentine (Einleitung abgewandelt/eingekürzt) // Bilder: NYLON.com

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