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Mode, Musik, Kunst: Diese Projekte spenden gerade an queere & QTBPOC Initiativen

Wochen nach den neuen Höhepunkten der Black-Lives-Matter-Bewegung und dem offiziellen Pride Month sieht das Feld an queeren & BPOC Initiativen, für die verschiedene Projekte spenden, schon wieder deutlich leerer aus. Hier sind dennoch drei Projekte aus Mode, Musik und Kunst, deren Umsatz ihr unterstützen könnt.

Merch-Kollektion „Use Your Superpower“ spendet an Lambda BB e.V.

Was ist meine Superkraft und nutze ich sie überhaupt? Wenn nein, was kann ich ändern? Diese Fragen wirft die erste Merch-Kollektion „Use Your Superpower” von der Berliner Agentur Studio O. und Emerald Berlin auf, die in Zusammenarbeit mit der Plattform Voguing.de entstanden ist. Neben der Wertschätzung von Alltagsheld*innen umfasst das Kollektionsmotto die Anerkennung unserer eigenen Superkräfte, unabhängig von jeglichen äußeren Faktoren, und den Einsatz unserer Privilegien: Jede*r sollte die eigene Superkraft nutzen, um für Fortschritt und Gleichberechtigung zu sorgen. Passend zum textilen Aufruf gibt’s bald einen virtuellen Voguing Ball, der am 24. Juli auf Voguing.de gestreamt wird. Und wenn Projekte spenden, dann bitte gern zu 100 Prozent: Die Gewinne der Kollektion werden komplett an die Organisation Lambda BB e.V. gespendet.

Fotos: Birk Alisch

Das frisch gelaunchte Studio O. hat sich für die Kollektion mit Emerald Berlin zusammengetan, einem Netzwerk, das NGOs mit fair hergestellter Mode und Social Media Talents verbindet. Ihre Zusammenarbeit umfasst eine Reihe von nicht gegenderten T-Shirts, Sweatshirts und Hoodies, die auf den Kampagnenbildern von Influencer*innen und Mitgliedern der Berliner Voguing-Community gemodelt werden. Nun aber zum wichtigsten Part: Den Spendenempfänger*innen. Die Organisation Lambda BB ist ein Jugendnetzwerk und arbeitet seit 30 Jahren mit und für queere Jugendliche bis 27 Jahren. Zu ihrem Angebot gehören verschiedene wöchentliche Jugendgruppen, Cafés, eine Bibliothek oder Kooperationen wie „Cuties!”, einem Projekt zum Empowerment von QTBIPOC, mit dem Verein Gladt e.V.. Außerdem bietet Lambda persönliche und telefonische Beratung an.

Der Black Queer Fundraising Print Sale spendet an TransWaveJA und ForTheGworls

Dieses Projekt endet HEUTE, deswegen letzte Chance! Hier die harten Facts: 12 Fotograf*innen. Je 20 limitierte Prints. 15 davon in kleinerer Größe für ca. 110€, fünf Größere für ca. 450€. Extra: Ein Werk von Modefotograf Tim Walker für ca. 1.110€. Das sind die Details zum „Black Queer Fundraising Print Sale”  aus dem Digitalprojekt „My Queer Blackness, My Black Queerness”. 12 Fotograf*innen haben hierfür ihre Arbeit zum limitierten Verkauf bereitgestellt, die Einnahmen werden ebenfalls zu 100 Prozent gespendet.

 

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Only 2 days left to cop your prints ! Pictured above: Of Dreams by @sackiteytesa , link in bio to purchase.

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In Farbe, schwarz-weiß, im Close-up und in der Totale, gestylt oder doch natürlich – die verschiedenen Fotoarbeiten zeigen fast ausschließlich BPOC in verschiedensten Settings, zelebrieren aber allesamt eine starke Identität. Erlöse aus dem Print-Sale gehen an die Organisationen TransWaveJA und ForTheGworls. TransWaveJA ist eine jamaikanische Organisation, die sich für die Gleichberechtigung für trans* Menschen in Jamaika einsetzt. Trotzdem bietet die Organisation auch digitale Projekte wie Newsletter, Jahresberichte und Video-Serien an, die über Landesgrenzen hinaus als Weiterbildung über trans* Rechte und Erfahrungen genutzt werden können. Die zweite Hälfte der Einnahmen geht an die Organisation For The Gworls. For The Gworls sammelt Spenden, um Schwarze trans* Menschen sowohl bei Mietzahlungen als auch bei den Kosten für geschlechtsangleichende Operationen zu unterstützen. Wie die Leitung des Projekts auf Instagram schreibt, hat sich die Unterstützung aber bereits ausgeweitet – so konnte FTG auch bei der Suche nach Wohnungen, Jobs oder Gigs helfen. Und zu guter Letzt: Wer diese Spendenaktion verpasst hat, sollte nach ähnlichen, längerfristige Projekten Ausschau halten. Einzelne Arbeiten, wie zum Beispiel ein Bild der Fotografin Naima Green (ca. 80€) sind als Teil von anderen Ausstellungen noch zu haben – in ihrem Fall werden die Einnahmen an eine Organisation für wohnungslose queere Jugendliche gespendet.

Caroline Polachek & umru spenden an das Black Trans Femmes in the Arts Collective

Im letzten Jahr veröffentliche die ungekrönte Königin der hohen Tonlagen und Mittelalter-Visuals, Caroline Polachek, ihr Solo-Debütalbum „PANG”. Darauf enthalten war auch die melodramatische Ballade „Ocean of Tears“. Und was folgt so ein Jahr nach Album- und Song-Release? Richtig, ein Remix. In diesem Fall hat sich der Produzent umru den Song freundschaftlich unter den Nagel gerissen und in einen Bass- und Beat-lastigen Highspeed-Remix verwandelt. Sein Debüt feierte der Track beim virtuellen „Square Garden” Event der Band 100gecs, jetzt aber ist er in voller Länge verfügbar. Und falls ihr gerade einschlägige Musikportale rauf und runter scrollt, kommt hier der Clou: Der Remix ist nur über Bandcamp verfügbar. Während ihr dort zwar in den gesamten Track reinhören könnt, ist an dieser Stelle eigentlich für eine Spende von mindestens 1.50 Dollar (ca. 1,30 €) angedacht. Für diesen Betrag oder mehr (!) könnt ihr den Track dann auf PC oder Smartphone downloaden.

Ob Mindestspende oder höherer Betrag, 100 Prozent der Erlöse gehen an das Black Trans Femmes in The Arts Collective. Das Kollektiv arbeitet, wie der Name schon sagt, daran, in den Künsten und darüber hinaus mehr Raum für Schwarze trans* Femmes zu schaffen. Das erfolgt nicht nur durch virtuelle Live-Talks und Networking-Events, bei denen sich Artists verknüpfen können; das Kollektiv arbeitet gerade auch am Aufbau eines Ressourcen-Netzwerks. In diesem sollen sich auch Kreative und Lehrpersonen, die sich nicht als Schwarze trans* Femmes identifizieren, mit der Community vernetzen können und sie an ihren Privilegien, Wissen und Skills teilhaben lassen. Interessierte können sich in ein Formular eintragen und angeben, ob sie Arbeiten, Wissen etc.  für einen reduzierten Preis oder sogar gratis zur Verfügung stellen würden. Wenn ihr also Künstler*innen mit Know-How oder Zugang zu Ressourcen und (non-physischem) Material habt, 1. let them know und 2. spendet für den Remix.

Reminder: Ihr könnt natürlich auch immer direkt an alle Organisationen spenden. Egal wie viel. 

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In diesem Text wird der Begriff „queer” als Sammelbegriff für verschiedene Communites sexueller und geschlechtlicher Idenitäten verwendet. Mit „queer” identifizieren sich aber auch Menschen, die sich keiner der in Begriffen wie „LGBTQ+” aufgezählten Geschlechtsidentitäten oder Sexualitäten zugehörig fühlen und dementsprechende Bezeichnungen ablehnen. „Queer” hat außerdem eine weitere politische und historische Bedeutung, die über die Kontexte von Sexualität und Geschlechtsidentitäten hinausgeht und weitere strukturelle Diskriminierung, auch innerhalb von marginalisierten Gruppen, in den Blick nimmt. Eine ausführliche Erklärung zum Begriff findet ihr zum Beispiel im Video von @erklaermirmal.

Schwarz meint nicht die Beschreibung einer biologischen Eigenschaft oder Hautfarbe, sondern die Selbstbezeichnung Schwarzer Menschen im politischen Sinne und im Bezug auf gemeinsame Rassismuserfahrungen und von Rassismus beeinflusste gesellschaftliche Position. Aus diesem Grund wird Schwarz oft mit großem „S” geschrieben.

QTBPOC steht für Queer & Trans Black People Of Color. BPoC bzw. BIPOC (Black, Indigenous and People of Color) ist eine ebenfalls politisch gemeinte Selbstbezeichnung für Menschen mit Rassismuserfahrungen, die aufgrund von (rassistisch) zugeschriebenen Punkten wie einer vermeintlichen Hautfarbe in einer weißen Mehrheitsgesellschaft marginalisiert und ausgeschlossen werden. Der Begriff meint das solidarisches Bündnis mehrerer Communities und wird in Ermangelung einer passenden Übersetzung aus dem Englischen übernommen. Mehr zum Begriff hier bei Diversity Arts & Culture Berlin oder der Heinrich Böll Stiftung.

Nylon
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