Search:

Auf ein lautes Leben: ILira & VIZE im Interview über ihren neuen Song, Kompromisse und den gemeinsamen Videodreh

„Livin‘ Loud” heißt der Song, für den sich Popstar Ilira, das DJ- und Produzenten-Duo VIZE und die Heater*-Brand glo zusammengetan haben. Darin vereint das Trio die Sounds des Alltags mit Beats aus dem Studio – ganz nach dem Motto #uncompromise. Bevor der Track am 5. November erscheint, begleiten wir Ilira und VIZE beim Musikvideodreh und sprechen über ihre Vorstellung von lautem Leben – und darüber, wie am Set kurz die Funken geflogen sind.

Riesige Hallen, endlose Decken, ein Glasdach, dazwischen große, weite Leere. Links ein Schild: „Durchgang verboten”, rechts ein Wandteppich, der Geräusche abfängt. Normalerweise ist es still in dieser Fabrikhalle im Berliner Stadtteil Oberschöneweide. Heute nicht. Heute geht es darum, laut zu sein, genauer gesagt: Laut zu leben. „Livin‘ Loud” ist auch der Titel des Songs, den Sängerin Ilira und das DJ- und Produzenten-Duo VIZE zusammen mit der Heater*-Brand glo aufgenommen haben und der am 5. November erscheint. Heute drehen Ilira und VIZE – bestehend aus Vitali Zestovskih und Johannes Vimalavong – in diesen Hallen das Musikvideo zum Song. Wir sind exklusiv hinter den Kulissen dabei: Während Statist*innen auf ihren Einsatz warten, sprechen wir mit den Artists über ihre Erlebnisse beim Dreh: Hier erzählen Ilira und VIZE, was es für sie selbst bedeutet, nach Monaten der künstlerischen Stille wieder „laut” zu leben.

„Livin‘ Loud” erscheint am 05. November – so verlief der Videodreh

Vorab aber ein kurzer Rewind: Schon Anfang 2021 haben sich die drei Künstler*innen und glo im Studio zusammengetan, um dem kompromisslosen „loud” Life einen Song zu widmen. Dafür ziehen sie Inspiration aus Sounds, die uns allen am nächsten liegen: Objekte des Alltags. Ein Mixer, Ventilatoren, ein alter Fernseher: Welche Geräusche VIZE in der Song-Produktion verwendet haben, wird auch im Video zu sehen sein. Wie Gegenstände zu Werkzeugen für künstlerische Projekte werden könnten, haben während der Pandemie viele Künstler*innen weltweit gezeigt. Ilira und VIZE aber waren schon im Frühjahr dabei und haben im Projekt „Sound Synthese” Geräusche mit Songwriting zusammengebracht. Das Ergebnis ist der Slap-House-Track „Livin‘ Loud“. Entwickelt wurden das Projekt, die Lyrics und Produktion mit Bezug auf das gloMotto #uncompromise, das bedeutet, immer wieder Gegensätze zu vereinen und Grenzen kompromisslos zu überwinden. Besonders für die Teamarbeit unter Künstler*innen dürfte das aber gar nicht mal so leicht sein, oder? Die Antwort(en) geben uns Ilira und VIZE am Set zwischen Ingwertee und spontaner Jam-Session am Klavier. 

Unter Strom: Ilira und VIZE über Gegensätze, Teamarbeit und Drehpannen

NYLON Germany: Zwei Hallen, drei Räume, sechs Sets und endlose Szenen – dieser Videodreh war für euch alle vermutlich einer der größten eurer Karrieren. Welcher Moment ist euch am meisten in Erinnerung geblieben?
ILIRA:
Die Party-Szene mit den Statisten hat mir am meisten Spaß gemacht, weil ich sehr gerne gemeinsam mit anderen Menschen vor der Kamera stehe und meiner Energie einfach freien Lauf lasse.
VIZE (Vitali): Der Stromschlag am Auto! Ich musste für eine Szene die Klemmen an der Batterie des Autos befestigen und diesen Take haben wir schätzungsweise 50 Mal hintereinander gedreht. Dabei habe ich einmal nicht aufgepasst und bin mit meiner Hand an die Batterie gekommen.

Autsch. Stichwort Erlebnisse: Mit eurem Projekt wart ihr schon früh dran, Sounds aus dem Alltag für Songs in Songs zu verarbeiten. Natürlich machen Musiker*innen das seit Jahren, aktuell aber erreicht die Technik gerade eine breite Masse. Warum glaubt ihr liegen solche Experimente im Trend?
VIZE: Man denkt bei den Songs von Künstlern wie Justin Bieber oder Ed Sheeran nicht darüber nach. Du hörst den Song, den Text, die Melodien und die Message, aber keiner hört raus, ob die Percussion von einer Dose kommt oder aus dem Rechner. Und das öffnet eine neue Welt, die so auf der Hand liegt, weil sie jeder umsetzen kann, sie aber bisher selten visualisiert wurde. Das ist es auch, was uns an dieser Kampagne gereizt hat.
ILIRA: Menschen haben endlich mehr Einblick in die Entstehung von Songs, können live beim Prozess mit dabei sein und verstehen, wie viel Arbeit, Liebe und Emotion dahinter stecken. Das erzeugt natürlich mehr Authentizität für den Künstler und mehr Nähe zu den Fans.

Studio feat. Standmixer: So funktioniert Pop mit Sounds aus dem Alltag

Wenn ihr ein Objekt, das jetzt gerade in Reichweite liegt, für den Song hättet verwenden müssen, welches hättet ihr gewählt und warum?
ILIRA: Ich würde meinen Kaffe schlürfen und daraus etwas basteln.
VIZE: Ich habe gerade eine Uhr an, da würde ich das Ticken der Uhr aufnehmen. Das ist nichts sonderlich Neues, aber das Ticken ist eine super Alternative zu einem Shaker, der den Takt angibt und sich fast schon metronomisch anhört. Eine Uhr ist aber spezieller.

„Eine Sache haben wir in den letzten Jahren gelernt: Lass dir deine Berufswahl niemals einreden. Nicht von Freunden, Eltern oder engen Vertrauten. Du weißt immer, was das Beste für dich ist.” – VIZE

Im Song „Livin’ Loud” geht es darum, keine Kompromisse einzugehen und Gegensätze zu vereinen. Wann waren eure Freund*innen oder Family schon mal davon überrascht, wie ihr zwei Gegensätze kombiniert habt?
ILIRA:
Das sind meistens die kleinen Dinge. Ich bin ein sehr kreativer Mensch und das spiegelt sich auch in meiner Mode und meinem Kleidungsstil wieder. Hier mische ich sehr gerne diverse Stile, die im ersten Moment nicht zueinander passen, aber im Nachhinein meinen Look kreieren und besonders machen.

Kompromisse, ja oder nein? Wie Teamwork trotzdem klappt

Bei welchen Fragen würdet ihr niemals Kompromisse eingehen, privat oder beruflich?
VIZE:
Kompromisse sind grundsätzlich nichts Schlechtes, wenn man den Berufsweg und das Privatleben betrachtet. Doch das ausschlaggebende Argument ist am Ende des Tages immer das Bauchgefühl. Wenn man selbst schreibt, komponiert und produziert und sich kreativ auslebt, ist es fast unmöglich Kompromisse einzugehen. Es steckt eben dein Herz in diesen Songs. Eine Sache haben wir auch gelernt in den letzten Jahren: Lass dir deine Berufswahl niemals einreden. Nicht von Freunden, Eltern oder engen Vertrauten. Du weißt immer, was das Beste für dich ist.
ILIRA: Ich gehe keine Kompromisse ein, wenn es um meine persönliche Freiheit geht, zum Beispiel die Meinungsfreiheit. Auch nicht bei meinem Aussehen, meinem Klang, meiner musikalischen Richtung und meiner sexuellen Orientierung.

„In meinem Alltag nehme ich vieles mit Humor und das passt [in der Zusammenarbeit] mit den Jungs extrem gut zusammen, da beide auch zwei Klassenclowns sind, trotzdem aber auch sehr professionell und bodenständig.” – Ilira

Es liegt ja ein Unterschied darin, einen Song zum Motto „keine Kompromisse” zu machen und als Musiker*innen in der Zusammenarbeit doch mal den ein oder anderen Kompromiss eingehen zu müssen. Wie haltet ihr hier die Balance?
ILIRA:
Es ist nicht leicht, als Künstler immer die eigene Identität zum Ausdruck bringen zu können und gleichzeitig dabei mit Labels, Produzenten, Managern, Feature Artists, Publishern, Co-Writern und so weiter Kompromisse einzugehen. Man muss aber dennoch bestimmt offen für Vorschläge sein, lösungsorientiert denken und manchmal auch das eigene Ego beiseite stellen, um das bestmögliche Ergebnis zu bekommen.

Perfektionistin meets professionelle Klassenclowns


Abgesehen von eben diesen Alltagssounds, was war bei der Arbeit an „Livin’ Loud” anders als zum Beispiel bei eurer ersten Kollaboration, dem Song „Dynamite”?
VIZE:
 ,Dynamite’ existierte schon, bevor wir Ilira überhaupt kennengelernt haben. Wir haben ihn mal zugeschickt bekommen und mochten ihn so sehr, dass wir ihn dann mit ihr zusammen aufgenommen haben. Bei ‚Livin Loud’ war es genau andersrum. Wir haben das Playback mit den Alltagssounds gemacht und Ilira hat den Songtext geschrieben.
ILIRA:
Außerdem kam bei ,Living Loud‘ noch glo dazu – ein dritter, eigenständiger Partner mit eigener Identität und Vision. Die Kompromissbereitschaft musste also noch höher sein. Wir haben mehrere Ideen hin- und her getauscht bis alle mit dem Endergebnis glücklich und zufrieden waren.

„,Livin Loud‘ würde laut bei mir Zuhause laufen. Wir würden alle wie verrückt in Socken tanzen und dabei Kuchen oder Chips essen. Unter den Gästen wären enge Freunde von mir, Musikerkollegen, Fans und Wegbegleiter.”– Ilira

Am Set habt ihr am Klavier, das in der Halle stand, spontan eine kleine Jam-Session veranstaltet. Was macht eure Zusammenarbeit einzigartig? Ilira hat ja mal erzählt, dass es im Studio besonders lustig zugeht.
VIZE:
Lustig war es auf jeden Fall, aber nicht nur das, Ilira ist einfach super fokussiert und sehr perfektionistisch. Sie weiß was sie will, wie sie klingen will und arbeitet daran, bis es perfekt ist. Das schätzen wir sehr.
ILIRA:
VIZE sind für mich zwei sehr talentierte musikalische Genies, die unfassbar erfolgreich sind. In meinem Alltag nehme ich vieles mit Humor und das passt mit den Jungs extrem gut zusammen, da beide zwei Klassenclowns sind, trotzdem aber sehr professionell und bodenständig. Wir verbringen sehr gerne Zeit miteinander, die Zusammenarbeit kommt uns oft nicht als „Arbeit“ vor. Es geht eher so: Lasst uns eine gute Zeit haben und wenn etwas Cooles dabei entsteht, ist das natürlich der Jackpot.

Behind the Scenes: Hier gibt’s noch mehr Einblicke hinter die Kulissen vom Musikvideodreh. Auf dem Instagram-Kanal von glo findet ihr außerdem weitere Highlights zur Kampagne!

Private Partynacht: Die Artists feiern auf eigene Art

Das Video lässt den Eindruck entstehen, alles wäre in derselben Nacht am Stück entstanden. Wenn der Song im Hintergrund eurer persönlichen Partynacht liefe, wie sähe die aus? Wo geht ihr hin, mit wem feiert ihr?
ILIRA:
Der Song würde laut bei mir Zuhause laufen. Wir würden alle wie verrückt in Socken tanzen und dabei Kuchen oder Chips essen. Unter den Gästen wären enge Freunde von mir, Musikerkollegen, Fans und Wegbegleiter. Alle, die Spaß am Leben und an der Musik haben, sind willkommen.
VIZE (Vitali): Ich glaube, da sind wir sehr unterschiedlich, ich bevorzuge den kleinen Kreis mit den engsten Menschen. Johannes ist eher der Club- und Festival-Gänger. Ab und zu bin ich aber auch gern dabei.

Zum Abschluss:  Was versteht ihr unter der Metapher, ein „lautes Leben“ zu führen?
VIZE:
Man sagt ja immer, dass man den Tag so leben sollte, als wäre es der letzte. Wir denken, da gehört auch ein kleiner Funken Egoismus dazu: Schnellere, selbstsichere Entscheidungen treffen.
ILIRA: Ein lautes Leben zu führen bedeutet für mich, offen mit den eigenen Bedürfnissen und der eigenen Identität und Kreativität umgehen zu dürfen und seinem Inneren Freiheit zu bieten. Man selbst zu sein und sich nie zurückzunehmen.

Interview: Robin Micha

Bezahlte Partnerschaft mit glo. 

*Abgabe nur an Erwachsene.

Noch mehr Blicke hinter die Kulissen anderer Welten gibt’s hier: 

TikTok Sounds: Was sind die nächsten Musiktrends und wie wirst du selbst zum Star?

Wie die Subkultur der „Alt Black Girls“ gerade aufblüht und warum ihre Facetten unendlich sind

Nylon
No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.

Trend-Recap der aktuellen 080 Barcelona Fashion Week: Das tragen wir ab sofort Previous Post
Auf XXL-Sohlen in den virtuellen Modehimmel: Diese neue Kollektion von Dr. Martens setzen digitale Künstler*innen in Szene Next Post

Follow us

The access_token provided is invalid.