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Suit up: So findet ihr Anzüge, die euch wirklich passen

Was einmal als klassisches Kleidungsstück für Männer galt, wird zum Glück von immer mehr Frauen getragen: Der Anzug. Trotzdem ist es noch nicht ganz so leicht, mit weiblicher Körperform den perfekten Zweiteiler zu finden. Wir haben mit den Designern von drei Marken gesprochen, die uns ihre besten Tipps für den Anzugkauf verraten haben.

Text: Bailey Calfee

In den vergangenen Jahren hat die Modebranche große Fortschritte darin gemacht, Alternativen zu traditioneller und geschlechtsnormativer Kleidung anzubieten. Und doch: Als Frau bzw. Mensch mit weiblichem Körper ist es noch immer nicht leicht, einen guten Anzug zu finden. Wir haben ein paar Tipps, um den Anzugkauf zu erleichtern. Ob ihr nun eine queere Frau mit maskulinem Auftreten seid, euch als Gender-Nonkonform seht oder einfach nur einen verdammten Anzug sucht. Dafür haben wir mit drei Designern gesprochen, die Inklusivanzüge für weibliche Körper entwerfen.


Foto: Wildfang

Das Allerwichtigste: Die Passform

Ellen Ford, Design-Botschafterin der Marke Sharpe Suiting, bringt es auf den Punkt: „Wenn ein Anzug nicht passt, siehst du einfach albern aus.“ Wenn ihr einen Anzug sucht, ist die Passform unheimlich wichtig, denn ist er zu groß, dann seht ihr aus, als würdet ihr darin ertrinken, wenn er aber er zu klein ist, sieht euer Look irgendwie nach Vakuumverpackung aus. „Wenn du keinen Anzug findest, liegt das ja nicht daran, dass etwas an deinem Körper falsch ist oder du keinen Geschmack hast“, fügt sie hinzu. „Wahrscheinlich passt er einfach nicht zu dir. Und wenn etwas nicht passt, sieht es nun mal nicht gut aus“. In anderen Worten: entscheidet euch für einen Anzug, der an den richtigen Stellen sitzt und lasst ihn gegebenenfalls nochmal anpassen.

Marcia Alvarado ist Marketingdirektorin bei Sharpe Suiting. Sie sagt, es sei ein häufiges Missverständnis, dass jemand der groß ist auch einen großen Anzug braucht. Das stimmt so nicht. „Ich glaube, wenn große Menschen nach Anzügen oder Kleidung im Allgemeinen suchen, denken sie, dass sie sich verstecken müssen. Aber auch wenn du besonders schlank, groß oder was auch immer bist: ein Anzug muss immer richtig sitzen.“ Mit dem richtigen Anzug sieht man einfach fantastisch aus – egal wie groß, klein, schlank oder kurvig man ist.

Nicht in der Männerabteilung suchen

Anzüge für männliche Körper berücksichtigen nicht die Vielfalt von weiblichen Körperformen. Das bestätigt auch Emma Mcilroy, CEO von Wildfang: „Anzüge im Männerbereich sind nicht für die unterschiedlichen Körpergrößen von Frauen gemacht und berücksichtigen im Allgemeinen keine Schlüsselfaktoren wie eine große Büste gepaart mit kleinen Schultern oder anderen Varianten von Körpertypen“. Männliche Formen haben breitere Schultern, deshalb sind Anzüge für Männer nun mal darauf zugeschnitten. Was ihnen wiederum fehlt ist der Platz für Hüften und Körbchen.

Alvarado, die abgesehen von ihrer Position bei Sharpe auch privat gerne shoppen geht, weiß, dass für einige ihrer Kundinnen das Einkaufen in der Herrenabteilung ein erschütterndes Erlebnis sein kann. „Ich hatte Kundinnen, die keinen Fuß in einen Herrenladen setzen würden, ohne mich als Beratung an ihrer Seite zu haben, damit ich sie durch die Auswahl navigieren kann, ohne dass sie sich unwohl dabei fühlen.“ Wenn man in einen Laden geht, der Produkte anbietet, die eigentlich gar nicht zur eigenen Identität passen, kann das Stress erzeugen. Stress, der unnötig ist, leider aber häufig bei den Kundinnen entsteht. Ellen Ford fügt außerdem hinzu, dass viele Mitarbeiter in Shops mit Männerkleidung nicht über die Anpassungsmöglichkeiten von Anzügen informiert sind und sehen Kundinnen eher als Problem statt als Chance. Ford dementiert das: „Jeder kann einen Anzug tragen.“

Kennt eure Körperform

„Am häufigsten wird es an den Brüsten, den Hüften und überall dort problematisch, wo Rundungen die Körperform bestimmen“, sagt Mcilroy von Wildfang. Es ist wichtig, den Körperbau miteinzubeziehen, statt sich mit einem Stück zufrieden zu geben, das die besonderen Merkmale des Körpers verdeckt. Deshalb wird auch ein Anzug aus dem Männerabteilung einem weiblichen Körper ganz einfach nicht gerecht. Dass es so schwer ist, einen guten Anzug zu finden, liegt also nicht an eurem Körper, sondern daran, dass weibliche Körper einzigartige Formen haben.

Wenn ihr doch einen Männeranzug kaufen wollt: Kennt die Anpassungsmöglichkeiten

Ford entwirft Anzüge und beschäftigt sich so Tag für Tag mit maßgeschneiderter Kleidung. Also kennt sie sich bestens mit den Möglichkeiten beim Schneidern aus. Die Länge der Ärmel ist zum Beispiel am einfachsten abzuändern. „Die Ärmel kannst du zur Not je nach Tagesform ganz einfach hoch- oder runterkrempeln.“ Auch das Schlankernähen eines Anzuges ist machbar. Bei der Länge der Jacke wird es schon etwas anspruchsvoller, aber auch das liegt immer noch im Bereich des Möglichen.

Es gibt jedoch andere Stellen an einem Anzug, die nicht geändert werden können. Erstens: Die Schultern. Und die müssen unbedingt sitzen. „Wenn der Stoff einmal zugeschnitten ist, ist er nun mal zugeschnitten“, sagt Ford. Auch Knöpfe oder Taschen kann man nicht mal eben einfach so ändern, „die müssen von Anfang an an der richtigen Stelle sitzen“.

Schultern, Schultern, Schultern

Auch Alvarado stimmt zu, dass bei einem Anzug die Schultern oberste Priorität haben. Wer weiß, wie ein Anzug an den Schultern sitzen muss, wird viel einfacher einen passenden finden. Laut Ford sind die Schultern am schwierigsten im Nachhinein anzupassen. „Man kann sie nicht wirklich abändern, weil die Geometrie des gesamten Anzuges beim Schneidern der Schultern bestimmt wird“, sagt sie. Auch Mcilroy unterstreicht, wie wichtig der Schnitt der Schultern ist. „Der Fokus sollte zunächst auf der Schultergegend liegen. So stellt man sicher, dass jedes Stück die richtige Ausgangsform hat und dass die Trägerin im fertigen Anzug nicht unnötig breit aussieht oder gar in ihrer Bewegung eingeschränkt wird.“


Foto: Sharpe Suiting

Kennt die Marken, die zu euch passen

Während viele Marken Herrenanzüge für durchschnittliche Männerkörper herstellen, gibt es einige Unternehmen, die sich auf schlankere Fits spezialisiert haben. Bei diesen solltet ihr direkt schon mal bessere Chancen haben. Nehmt euch Zeit dafür, die verschiedenen Formen und Passungen von mehreren Marken zu vergleichen und erforscht so, welches Label die beste Passform für euren Typ bietet.

Fokussiert euch auf den Stoff

Ein Stoff, der kaum oder gar nicht nachgibt, ist einfach nicht für einen Körper in Bewegung gemacht. Mcilroy sagt dazu: „Wir haben fast all unsere Anzüge mit Stretch angefertigt – sogar das Futter. Das trägt immens dazu bei, die Vielfalt der weiblichen Formen einzubeziehen.“ Außerdem ist der elastische Stoff kuschelig, sodass sich das Tragen eines Anzuges auch gleich viel komfortabler anfühlt.

Wenn ihr es euch leisten könnt, wählt die Maßschneiderung

Wenn ihr in etwas investieren könnt, dass ihr jahrelang tragen könnt oder das für ein wichtiges Ereignis (zum Beispiel eure Hochzeit) gedacht ist, dann ist ein maßgeschneiderter Suit den hohen Preis wirklich wert. Sowohl Alvarado als auch Ford betonen den Unterschied, den ihre Kundinnen bei einem angefertigten Stück bemerken. „Ich habe von Natur aus einen eher männlichen Körperbau“, erzählt Ford, „aber auch wenn ich so nah dran bin, Anzüge aus der Männerabteilung tragen zu können, sind Selbstvertrauen, Komfort und Stil mit einem maßgeschneiderten Anzug Lichtjahre davon entfernt.“ Eine Maßanfertigung wird nicht nur an die eigene Körperform angepasst, sondern man kann sich außerdem Details wie Knöpfe und den Sitz der Taschen selbst aussuchen. Alles kann theoretisch nach Lust und Laune angefertigt werden, sodass man ein Teil bekommt, was die eigenen Identität am besten widerspiegelt.

Alvarado bemerkt außerdem, dass sich ihre Kundinnen deutlich selbstbewusster fühlen, wenn sie etwas bekommen, das endlich mal zu einhundert Prozent an den eigenen Körper angepasst ist.  „Wir fragen alle Kundinnen, ob sie ein Foto mit ihrem Anzug posten würden. 9 von 10 sind tatsächlich bereit dazu“, sagt sie. „Würden wir sie vorher fragen, wäre die Antwort wahrscheinlich nein. Aber wenn sie den Anzug anhaben sagen sie: ‚Ja, verdammt, das möchte ich unbedingt der Welt zeigen!'“

Weste statt Jacke

Wenn die Anzugsuche irgendwie nicht so richtig klappen will, denkt doch mal darüber nach, die Jacke komplett wegzulassen und euch stattdessen für eine Weste zu entscheiden. Ford schlägt eine formelle Weste vor: „Mit einer Weste habt ihr nicht das Problem mit den Schultern. Sie ist an dieser Stelle viel besser individuell anpassbar.“ Auf diese Weise könnt ihr einen hochoffiziellen Look ohne zu großen Aufwand direkt von der Stange shoppen. Eine Weste verleiht nämlich „den gleichen seriösen Look wie eine Anzugjacke, aber der Kampf um die Passform stiehlt euch keine Zeit“, sagt Ford.

Fühlt euch Selbstbewusst in eurem Anzug

Natürlich wollt ihr ein Teil erwerben, bei dem ihr sicher sein könnt, dass ihr gut darin ausseht. Mcilroy sagt dazu, dass der Anzug die eigene Persönlichkeit widerspiegeln muss, sowohl den Charakter als auch den persönlichen Stil. „Stellt sicher, dass der Anzug zu euch passt und dass er in einer knalligen Farbe oder einem auffälligen Druck gestaltet ist, falls das euer Ding ist.“ Alvarado stellt fest, dass für ihre Kundinnen das Tragen eines Anzuges, der die Persönlichkeit und den eigenen Stil verkörpert, wie ein Selbstbewusstseins-Boost wirkt.

„Wenn unsere Kundinnen den Laden verlassen, fühlen sie sich selbstsicherer und haben das Gefühl, von anderen ernster genommen zu werden“, sagt Alvarado. Für Ford ist ein guter Anzug darüber hinaus so etwas wie ein Hater-Abwehr: „Wenn du großartig aussiehst, lacht dich erstmal keiner mehr aus.“ In diesem Zusammenhang hat sie noch einen absoluten Killer-Tipp: „Sei einfach du selbst. Wenn du dazu noch großartig aussiehst, kann dir niemand was.“ Word.

Nadja Preyer
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