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Female Power in der Musik: Diese sieben Produzentinnen solltet ihr kennen

Auch im Jahr 2018 sind Frauen in der Musikbranche unterrepräsentiert. Wir wollen das ändern! Von TOKiMONSTA bis Crystal Caines: Diese sieben Produzentinnen mischen das Business auf. 

Text: Taylor Bryant 

In einer aktuellen Studie der „USC Annenberg School of Communication and Journalism“ in L.A. untersuchte man 600 Songs, die in den Billboard Top-100-Charts von 2012 bis 2017 platzierten waren. Das Ergebnis: Nur 22,4 Prozent der Interpreten, 12,3 Prozent der Schreiber und 2 Prozent der Produzenten der Songs waren Frauen. Die Zahlen sind schockierend – und ein Zeichen dafür, dass in Sachen Gleichberechtigung in der Musikindustrie noch eine Menge getan werden muss. Vor allem fällt aber der niedrige Prozentsatz der weiblichen Produzenten auf. Dabei gibt so viele talentierte Musikproduzentinnen da draußen –  die meisten von ihnen sind schlichtweg noch nicht so bekannt wie ihre männlichen Kollegen. Wir wollen das ändern und stellen euch die wichtigsten Talente vor.

Jessy Lanza

 

Wie hast du angefangen zu produzieren?
Ich war viel auf YouTube unterwegs und habe mich umgesehen. Auch mein Schreibpartner und Co-Produzent Jeremy Greenspan hat mir sehr geholfen. Mein Vater hinterließ mir viele seiner Instrumente, weil er Musiker war, also hatte ich das Glück, schon früh Zugang zu einigen wirklich guten Synthesizern zu haben – einem Yamaha DX7 und einem Polymoog. Meine Freundin Christie Sealey hat mir außerdem geholfen, einen Fuß im Business zu fassen. Wir teilen uns einen Studio-Raum. 

Was sind einige der aufregendsten Projekte, an denen du  gearbeitet hast?
Jedes Projekt, an dem ich arbeite, ist aufregend. Manchmal arbeite ich an einem Track und ich liebe ihn sofort. Ich denke mir dann: „Wow, der ist wirklich gut“. Und dann höre ich ihn ein paar Tage später wieder und merke, dass ich ihn überhaupt nicht mag. Aber manchmal werde ich auch überrascht. Dann vergesse ich einen Track, mit dem ich begonnen habe, Monate später entdecke ich ihn wieder und erkenne, dass er eigentlich ziemlich gut ist.

Wie schwierig ist es als Frau in diesem Business erfolgreich zu sein?
Es hängt davon ab, was man damit meint: Muss ich mir lästige Scheiße gefallen lassen, zum Beispiel dass Leute, die ich nicht wirklich kenne, mir ohne Grund sagen, dass ich eine Frau in einem bestimmten Alter bin? Absolut. Ich habe Leute getroffen, die mir Dinge sagten wie: „Trag mehr Make-up“. Gleichzeitig bin ich unglaublich glücklich mit meinem Job und zum Glück konnte ich auch viele positive Erfahrungen machen. 

Welchen Ratschlag würdest du jungen Frauen und Mädchen geben, die Musik machen wollen?
Wenn es um Musik im Allgemeinen geht, tu was immer du willst. Wenn es um die Produktion von Tracks geht, stell Fragen und hab keine Angst davor, töricht zu wirken, laut zu sein oder die Leute auch mal zu nerven. 

TOKiMONSTA

Wie hast du angefangen zu produzieren?
Auf Anregung eines Freundes vom College. Alles fing mit meiner tiefen Liebe für Musikkonsum an und es endete damit, dass ich heute selbst Musik erschaffe. 

Was sind die aufregendsten Projekte, an denen du gearbeitet hast?
Ich hatte das Glück, an vielen tollen Projekten beteiligt zu sein – von der Produktion von Filmen und Videospielen bis hin zu Kollaborationen mit Legenden wie Beck. Ich würde jedoch sagen, dass die Projekte, die für mich am aufregendsten sind, meine eigenen Alben sind.

Wie schwierig ist es als Frau in diesem Business erfolgreich zu sein?
Ich denke, das größte Problem mit dem ich konfrontiert bin, ist der Umgang mit Leuten, die nicht an mich glauben. Manche Menschen denken fälschlicherweise, dass mein Erfolg Männern zuzuschreiben ist, die mir entweder „alles beigebracht haben“ oder „alles für mich tun“. Ich habe aber alles was ich weiß durch Lesungen oder YouTube-Videos gelernt. Ich teile mein Wissen mit anderen männlichen oder weiblichen Produzenten gern durch Vorträge, Konversation, soziale Medien usw. Es ist bedauerlich, dass Frauen diskreditiert werden, manchmal sogar von ihren Freunden und Kollegen, die nicht daran glauben wollen, dass eine Frau große Songs produzieren kann.

Welchen Ratschlag würdest du jungen Frauen und Mädchen geben, die Musik machen wollen?
Dein Geschlecht ist nicht wichtig, wenn es darum geht Musik zu machen. Was zählt ist einzig die Qualität. 

Crystal Caines

 

Wie hast du angefangen zu produzieren?
Ich begann 2014 mich mehr und mehr mit  meinem Sound zu beschäftigen. Ich wollte meine Kunst aber nicht nur mit der Welt teilen,
sondern auch mit anderen Künstlern.

Was sind einige die aufregendsten Projekte, an denen du gearbeitet hast?
Jedes Projekt, an dem ich arbeite, erzeugt eine gewisse Spannung. Es ist aufregend, etwas von Grund auf neu zu erschaffen und mit interessanten Persönlichkeiten zu arbeiten. Jeder Künstler inspiriert mich.

Wie können Frauen um Producerbusiness stärker werden?
Ich denke, Frauen müssen offener werden für die Arbeit mit anderen Frauen. Kooperationen und gegenseitige  Unterstützung können helfen. Niemand kann alles alleine schaffen, aber zusammen sind wir stark.

Welchen Ratschlag würdest du jungen Frauen und Mädchen geben, die Musik machen wollen?
Bleibt leidenschaftlich und inspiriert, egal wie hart die Dinge werden. Bleibt konsistent und schwimmt immer weiter. 

DOT

Wie hast du angefangen zu produzieren?
Als ich auf dem College erkannte, dass ich mehr will, als nur die Texte anderer zu schreiben. Am Ende belegte ich einen Musik-Technologie-Kurs und ich war total besessen von all den Möglichkeiten, die mir zur Verfügung standen. Die Produktion meiner eigenen Musik gibt mir das größte Gefühl von Freiheit, das ich bisher in diesem Leben kennen lernen durfte.

Was sind die aufregendsten Projekte, an denen du gearbeitet hast?
Die Zeit der Entstehung war zwar nicht so aufregend, aber einer meiner Lieblingssongs – ein Instrumental – hat SZA auf einer ihrer frühen Alben verwendet. Ich lebte damals noch bei meinen Eltern und es war überwältigend. Ich hatte das Privileg, in einigen schönen Studios und Häusern Musik zu machen, aber alle meine Lieblingsarbeiten kommen ehrlich gesagt aus meinem eigenen Schlafzimmer oder einem Hotelzimmer. Ich bin eben am besten, wenn ich keinen Druck habe und ein bisschen rumexperimentiere.

Wie schwierig ist es als Frau in diesem Business erfolgreich zu sein?
Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft ich als weniger kenntnisreich als meine männlichen Kollegen hingestellt oder einfach unverhohlen respektlos behandelt wurde. Aber das ist letztendlich nur Treibstoff für das Feuer in mir. Meine negativen Erfahrungen in der Musikindustrie haben mir Kraft, Integrität und Selbstwertgefühl verliehen. Anstatt ständig Frust zu schieben, entschied ich mich daher, ein eigenes Plattenlabel für Künstlerinnen zu gründen, um ihnen eine Stimme zu geben.

Welchen Ratschlag würdest du jungen Frauen und Mädchen geben, die Musik machen wollen?
Kennen euren Wert und lasst euch nicht niedermachen. Wenn ihr wirklich zur Musik berufen seid, dann geht es nicht nur darum die Massen zu unterhalten, sondern sich als Künstlerin auszuleben. Die Musik hat die Kraft, echte Veränderungen zu bringen, die wir jetzt dringender brauchen als je zuvor. Haltet eure Kraft in euren Herzen – und wenn ihr auf eurer Reise auf  verschlossene Türen stoßt, versucht sie zu durchbrechen.

Trakgirl

Wie bist du ins Musikbusiness gekommen?
Ich war immer von Musik umgeben. Meine Mutter war in der klassischen Musik, meine Brüder sind auch in der Kunst und besuchen Kunstschulen, meine Onkel singen in einer Band. Ich wurde also von klein auf stark von Musik beeinflusst und habe nicht einfach die „traditionelle“ Route genommen.

Was sind die aufregendsten Projekte, an denen du gearbeitet hast?
Ich habe es geliebt, mit Jhené zu arbeiten, sie ist eine meiner Lieblingskünstlerinnen. Sie ist so authentisch und ihre Musik ist so wahr. Ich bin dankbar, dass ich an ihrem Album gearbeitet habe. Ich habe auch eine unternehmerische Seite in mir. Ich habe eine Bewegung namens PAY US TODAY aufgebaut, die sich auf die Vergütung von Kreativen  konzentriert. Unsere Marke begann mit Kleidung, und jetzt wird sie zu einer Bildungsplattform.

Wie schwierig ist es als Frau in diesem Business erfolgreich zu sein?
Als kreative Person kann es generell schwierig sein, anderen die eigene Kunst zu präsentieren. Wir sind sehr sensibel. Am Anfang, nahmen die Leute automatisch an, dass ich Sängerin oder Rapperin bin wenn ich ins Studio kam. Das war hart.

Wie können Frauen um Producerbusiness stärker werden?
Ich denke, wir müssen einfach mehr zusammenarbeiten. Es geht darum, eine starke Gemeinschaft aufzubauen, die anderen Frauen Ressourcen zur Verfügung stellen kann. Ich plane die Zusammenarbeit mit anderen Frauenorganisationen und anderen weiblichen Produzenten und -ingenieuren und möchte weiterhin mein Wissen teilen. Es ist toll, meine Plattform durch Vorträge und Diskussionsforen zu nutzen, um kommende Produzenten und Kreative zu inspirieren. 

DJ Haram

Wie bist du ins Musikbusiness gekommen?
Ich wollte schon immer Musik machen, mein Einstiegspunkt war das DJing und ich brachte mir selbst bei, was ich jetzt kann.

Was sind die aufregendsten Projekte, an denen du gearbeitet hast?
Ich mag es, Partys und Touren zu veranstalten. Sowohl meine eigenen, als auch die von Freunden.

Welchen Ratschlag würdest du jungen Frauen und Mädchen geben, die Musik machen wollen?
Identifiziert eure Ziele und stellt sicher, dass eure Arbeit euch dorthin führt. Behandelt andere Menschen gut. Verbindet euch mit starken Menschen, von denen ihr lernen könnt.

Dani Deahl

Wie bist du ins Musikbusiness gekommen?
Ich hatte das Glück, sehr unterstützende Eltern zu haben, die mich einen Sommer lang in ein Camp am Oberlin College in Ohio schickten! Zu der Zeit kannte ich keine andere Frauen, die Musik produzierten oder daran interessiert waren. Als ich zu diesem Camp ging, gab es dort nur Männer und ich nervte sie ständig und bat darum, gemeinsam Musik machen. Ich habe viel gelernt, als ich mit diesen Leuten an Tracks arbeitete.

Was sind die aufregendsten Projekte, an denen du gearbeitet hast? 
Ich bin wirklich stolz auf einen Remix von Armin Van Buurens „Ping Pong“. Ich hatte einen schrecklichen Tag und konnte mich nicht dazu überwinden, zu einer Party zu gehen, zu der ich zugesagt hatte. Stattdessen blieb ich zu Hause und beschloss, an dem Track zu arbeiten. Ich war richtig im Flow und stellte „Ping Pong“ in ein paar Stunden fertig. Dann habe ich es aus einer Laune heraus an ein paar Freunde geschickt, es wurde an ein paar hochrangige Leute weitergeleitet, und Armin Van Buurens Label war begeistert. 

Welchen Rat würdest du jungen Frauen und Mädchen geben, die Musik machen wollen?
Sucht euch andere Frauen, mit denen ihr zusammenarbeiten könnt und die eure Mentoren werden können. Habt keine Angst, um etwas zu bitten. Erkennt euren Wert und verkauft euch nicht für ein Projekt, hinter dem ihr nicht steht. Und zu guter Letzt: immer fleißig networken! 

 

Andrea Zernial
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