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Halsey mentale Gesundheit

Was ich von Halsey über mentale Gesundheit gelernt habe

Mentale Gesundheit wurde von Stars in meiner Teeniezeit selten thematisiert. Dabei ist Sichtbarkeit besonders bei einem oftmals so unsichtbaren Thema wie der Psyche essentiell und Stars wie Halsey helfen dabei, den Dialog am Laufen zu halten.

Was haben Halsey, Kid Cudi, Frank Ocean, Demi Lovato und Lizzo gemeinsam? Klar, sie sind alle Künstler, aber ihre Musik dient nicht der bloßen Bespaßung, – als Persönlichkeiten treten einen offenen Dialog los. Weil sie in ihren Songs und in Interviews offen über Tabuthemen wie Suizid, Bipolare Störung und Depressionen sprechen helfen sie unzähligen Fans auf der ganzen Welt dabei, sich offen mit mentaler Gesundheit zu beschäftigen. Weil sie ihre Struggles eben nicht verschweigen, sondern sie head on thematisieren. Kommentare auf Instagram wie „Halsey saved my life“ häufen sich. Ein Beweis dafür, dass Fans mit ihr auf einem tieferen Level connecten.

Stars als Aktivisten für mentale Gesundheit hatten 90’s Kids keine

Ein solcher Kommentar könnte auch von mir stammen. Halsey hat mich, wenn auch recht spät, nach Innen blicken und horchen lassen. Verspätet deshalb, weil ich mir wünschte, bereits in meinen Teenie-Tagen ein Vorbild wie sie gehabt zu haben. Mein erstes Idol, Britney Spears, sang in den 2000’ern eher weniger über den Struggle des Erwachsenwerdens. Okay, vielleicht in „Overprotected“ aber so richtig relateable waren ihre Popstar-Problems nicht wirklich.

Über Depressionen, Klinikaufenthalte oder Suizidgedanken sprach niemand, obwohl dies Themen waren, mit denen Britney sich sicherlich bereits vor ihrem Breakdown im Jahr 2007 konfrontiert sah. Eine Halsey hingegen startete ihre Karriere bereits mit einer klaren Message à la:

I’m fucked up, so are you (probably), so let’s try to get through life together!

Konfrontation mit mentaler Gesundheit: Wie Halsey sich selbst und ihren Fans hilft

Halseys Karriere begann für 2015’er Verhältnisse bereits sehr transparent und wurde mit den Jahren nur ehrlicher. Ihre Kindheit war nicht einfach, ihre Eltern jung, hatten wenig finanzielle Mittel und wegen eines drogenabhängigen Freundes lebte sie kurz vor ihrem Durchbruch in ihrem Auto. Ihre bipolare Störung wurde bereits mit 16 Jahren diagnostiziert, mit 17 Jahren kam der erste Suizidversuch, gefolgt vom ersten Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik.

Erst vor wenigen Monaten enthüllte sie im Gespräch mit der amerikanischen Ausgabe des „Rolling Stone“, dass sie sich seit ihrem Karrierestart noch zwei weitere Male hat in eine psychiatrische Klinik einweisen lassen. „Niemand weiß davon. Aber ich schäme mich nicht, jetzt darüber zu reden“, sagte sie dem Magazin. „Es war meine Entscheidung. Ich habe zu meinem Manager gesagt: „Hey, ich werde mir nichts antun, aber ich komme langsam zu dem Punkt, an dem ich Angst habe, dass ich das könnte. Es passiert immer noch in meinem Körper. Ich weiß nur, wann ich mich davor stellen muss.“

Halsey und ihr offener Umgang mit mentaler Gesundheit

Halsey hat nie versucht, zu leugnen, wer sie ist und vor welchen Herausforderungen sie häufig steht. Sie hat gelernt, mit ihrer Erkrankung zu leben und mit ihr berühmt zu sein. Gegenüber „Pedestrain.tv“ macht sie ihren Standpunkt zum Thema mentale Gesundheit und Showbiz deutlich: „Ich verdiene es, meinen Traum zu verfolgen und zu tun, was ich liebe, obwohl ich eine mentale Krankheit habe.“

Damn right, Baby! Ich bin froh heute eine Halsey zu haben. Noch froher bin ich, dass meine 19-jährige Schwester Vorbilder wie sie hat. Die hat nämlich mit der so essentiellen Auseinandersetzung mit dem Inneren viel früher begonnen und kann nach mehreren Klinikaufenthalten, unzähligen Stunden Gesprächstherapie und mindestens genauso viel eigenem Soulsearching heute jedem ohne Scham erklären, wie sich der Beginn einer ihrer depressiven Phasen anfühlt. Ich kann das mittlerweile auch – aber erst seit Kurzem und dank ihnen.

Martyna Rieck
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