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Warum wir keine Bestätigung über Social Media suchen sollten

Eine US-amerikanische Bloggerin hat vermutet, ihr Sohn sei unbeliebt, weil seine Fotos nicht genügend Likes bekommen. Das hat eine Debatte über Bestätigung bei Social Media ausgelöst, ob und wie sehr wir uns (oder unsere Family) digital definieren lassen sollten.

Text: Bailey Calfee // Foto: Netflix

Die Insta-Userin Katie Bower veröffentlichte einen Post zum 6. Geburtstag ihres Sohnes, in dem sie beklagte, dass ihre Beiträge weniger Likes bekämen, wenn er darin zu sehen ist. Ihr fehlte die Bestätigung bei Social Media.

In der Caption des Beitrags schreibt Bower: „Instagram mochte meinen kleinen Munchkin nie, was mich innerlich fertig macht. Seine Fotos haben nie viele Likes oder Kommentare bekommen. Rein statistisch gesehen ist er bei allen da draußen nicht wirklich beliebt.“ Im Grunde vergleicht diese Mutter also die Likes, die ihr Sohn von Fremden im Netz (!) bekommt mit echter Liebe.

Das Problem mit dem Bedürfnis, sich durch Social Media bestätigt zu fühlen (was zu einem bekannten Phänomen unseres Lebens geworden ist): Bower glaubt tatsächlich, dass ihr Sohn später im Leben weniger Erfolg haben wird, weil er als Baby nicht genügend Traffic auf ihrem Instagram-Account erzeugt. Und sie beschuldigt auch sich selbst dafür. In ihrer Bildunterschrift schreibt sie: „Ich schreibe all das, weil ich hoffe, dass es nicht an ihm liegt… Sondern an mir. Mein Versagen hat dieses statistische Defizit ausgelöst, denn natürlich hat mein Kleiner alle Liebe dieser Welt verdient.“

Bower: „Ich habe meine Gefühle mit der Welt geteilt, weil ich weiß, dass er eines Tages die Zahlen sehen wird und lernen muss, dass sein wahrer Wert nicht online bestimmt wird.”

 

Ihre Klagen über den Mangel an Liebe, den das Internet für ihren Sohn übrig hat, wurde seit der Veröffentlichung des Posts in einem Shitstorm auseinandergenommen. Das hat Bower dazu veranlasst, den Text anzupassen: „Ich habe meine Gefühle mit der Welt geteilt, weil ich weiß, dass er eines Tages die Zahlen sehen wird und lernen muss, dass sein wahrer Wert nicht online bestimmt wird.“

Wo fängt Verantwortung bei Social Media an?

Aber die Sache ist doch die: Das alles muss gar nicht sein. Wäre der Feed dieser Mom nicht voll von Fotos ihrer Kinder, müssten sie sich gar nicht erst vergleichen oder auf Bestätigung der Netzgemeinde hoffen. Bower hätte dann außerdem nicht das Problem, bei sich ein „Versagen” festzustellen bzw. für dieses „statistische Defizit” verantwortlich zu sein.

Ein Lösungsansatz wäre: Jeder Erwachsene sollte verantwortungsvoll mit der Entscheidung für die Veröffentlichung von Fotos jener Menschen umgehen, die selbst noch gar nicht in der Lage sind, darüber zu urteilen, ob sie tagtäglich in Posts mit Traffic-generierenden Hashtags erscheinen möchten oder nicht.

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