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3 Musikvideo-Regisseurinnen, die ihr kennen solltet

Diese hammercoolen Ladies verwandeln den Bildschirm in pure Magie.

Text: Keryce Chelsi Henry // Illustrationen: Liz Riccardi

Ein Musikvideo zu entwerfen, ist keine leichte Aufgabe. Das wissen diese Mädels nur zu gut, schließlich sind sie verantwortlich für einige unserer Lieblingsvideos. Uns geben sie exklusiv einen Einblick in ihre Arbeit. Also: Folgt dreien unserer liebsten Regisseurinnen hinter die Kamera.

Lacey Duke
Wie lang machst du schon Musikvideos?
Fünf Jahre.

Welches Musikvideo hat deine Entscheidung, Regisseurin zu werden, am meisten beeinflusst?
Missy Elliotts „The Rain“. Ich war noch ein Kind und hatte zuvor noch nie etwas Vergleichbares in meinem Leben gesehen oder gehört – die Bildsprache, die Farben, die Choreographie. Zu der Zeit nahm ich leidenschaftlich gern Videos auf VHS auf. Also nahm ich auch dieses auf und sah es mir immer wieder an. Ich war immer schon albern, so dass Missys Possen bei mir auf Anklang stießen. Ich hatte das Gefühl, ich würde eine animierte schwarze Superheldin beobachteten. Aber sie war eine echte Person, die in einem Müllsack herumtanzte, also wollte ich natürlich auch in einem Müllsack tanzen. Ich wollte einen Jeep. Ich wollte genau solche Videos machen.
Wer ist dein Lieblingsregisseur?
Ich liebe die Arbeiten von Michel Gondry, Spike Jonze, Melina Matsoukas, Ava DuVernay, Gina Prince-Bythewood, Hype Williams, Alfred Hitchcock, Chris Nolan, Wes Anderson, Floria Sigismondi und viele mehr.
Wie würdest du die Ästhetik deiner Bilder beschreiben?
Im Moment schrullig, bunt und unkonventionell – im filmischen Sinne. Ich liebe Schönheit, Mode, Symmetrie und Negativräume, aber ich mag es auch, den Konventionen zu trotzen. Ich liebe ungewöhnliche Erzählungen.
Auf welche deiner Videos bist du am meisten stolz?
Das Video, das ich für Bosco gedreht habe: „Castles“. Das Budget war eine Herausforderung, aber es wurde eine lustige Zusammenarbeit. Ich habe Ideen eingebracht, die ich schon seit Jahren umsetzten wollte. Ich führte Regie, schnitt und produzierte das Video – und war am Ende einfach happy, dass ich den Deal an Land gezogen hatte.
Was ist die größte Herausforderung, die du in deiner Karriere gemeistert hast?
Der Versuch, Künstler, Labels und Marken davon zu überzeugen, dass ich eine großartige Regisseurin bin – ohne Arbeitsproben, um meine Behauptung zu untermauern [lacht]. Im Grunde musst du bereits tolle Videos vorweisen können, um die Möglichkeit zu bekommen, weitere tolle Videos zu drehen. Das ist das Dilemma, mit dem ich mich in der Vergangenheit konfrontiert sah und es zu einem gewissen Grad noch immer bin. Zum Glück habe ich in der Zwischenzeit mit einigen coolen Leuten gearbeitet, die an mich und meine Ideen genug geglaubt haben, um mir diese ersten Erfahrungen zu ermöglichen.
Was rätst du Frauen, die Karriere in Bereichen machen wollen, in denen sie unterrepräsentiert sind?
Bleibt auf eure Arbeit fokussiert, nichts anderes zählt. Seid richtig gut, in dem was ihr tut – denn ihr müsst, um überhaupt wahrgenommen zu werden, leider besser sein als die Jungs. Ideen kommen und gehen. Also haltet euch nicht krampfhaft an Ideen fest, die ihr ursprünglich hattet, die nun aber jemand anderes umsetzt. Bringt einfach weitere Ideen ins Spiel. Perfektioniert euer Handwerk, eignet euch übertragbare und technische Fähigkeiten an. Wenn ihr zum Beispiel Regisseurinnen sein wollt, dann lernt, wie man schneidet, filmt oder Farben bearbeitet. Baut euer Können aus, ihr werdet es brauchen.

Diane Martel
Wie lang machst du schon Musikvideos?
Ich mache Musikvideos seit 1992. Mein erster Job war für Def Jam, für den Song der Hip-Hop-Gruppe Onyx: „Throw Ya Gunz“.
Welches Musikvideo hat deine Entscheidung, Regisseurin zu werden, am meisten beeinflusst?
Die sehr frühen MTV-Videos von Bands wie Devo, Blondie und The Selecter.

Wer ist dein Lieblingsregisseur?
Ich liebe die Videos von Spike Jonze und Michel Gondry.

Wie würdest du die Ästhetik deiner Bilder beschreiben?
Früher waren es eher schmutzige Vibes, aber jetzt mag ich es lieber fotografisch sauber. Im Moment haben es mir Subversion und Ironie angetan.

Auf welche deiner Videos bist du am meisten stolz?
Franz Ferdinands „Do You Want To“, Robin Thickes „Blurred Lines“ und „Bring the Pain“ von Method Man.

Mit welchem Musiker / welcher Band würdest du gern mal drehen?
David Bowie.

Was rätst du Frauen, die Karriere in Bereichen machen wollen, in denen sie unterrepräsentiert sind?
Frauen durchdringen unglaubliche ethnische und patriarchalische Grenzen in ihrem Arbeitsumfeld. Die gute Nachricht: Es ist möglich, Erfolg zu haben. Man muss große Träume haben und klare Absichten verfolgen. Wenn wir etwas unsere gesamte Aufmerksamkeit schenken, können wir enorme Ergebnisse erzielen. Bravo an alle Frauen, die sich durch härteste Bedingungen kämpfen, um Erfolg zu haben. Und allen Frauen, die es leichter im Leben haben, applaudiere ich ebenfalls.

Hannah Lux Davis
Wie lang machst du schon Musikvideos?
Professionell seit sieben Jahren. Aber ich mache schon Musikvideos, seitdem ich 18 bin und in der Filmschule war. Für meine Abschlussarbeit habe ich Musikvideos anstelle eines Kurzfilms gedreht.

Welches Musikvideo hat deine Entscheidung, Regisseurin zu werden, am meisten beeinflusst?
Mehr als ein bestimmtes Video war es eher eine Ära von Videos [die mich inspiriert hat]. Aufgewachsen als Teenager in den späten 90er und frühen 2000er Jahren, bin ich ein Produkt von TRL [eine MTV-Sendung] in seiner Blütezeit. Britney Spears, Christina Aguilera, Avril Lavigne – ihr ahnt schon, wohin das führt: Pop-Girls! Ich war fasziniert von dem Einfluss, den ihre Videos auf die Popkultur hatten, und ich wollte ein Teil davon sein, seitdem ich ein Kind war.

Wer ist dein Lieblingsregisseur?
Sophie Muller, weil sie es schafft, aus jedem Künstler pure Emotionen zu holen. Floria Sigismondi für ihre Ideen links der Mitte. Und Melina Matsoukas, für ihre Fähigkeit, eine unapologetische Geschichte rund um eine Kultur und einen Lifestyle zu erzählen.

Auf welche deiner Videos bist du am meisten stolz?
„Bang Bang“ von Jessie J, Ariana Grande und Nicki Minaj, weil ich den Spielraum darin liebe. „Bad Things“ von Machine Gun Kelly und Camila Cabello, weil ich mal etwas anderes machen durfte und eine Geschichte mit zwei Künstlern erzähle, die ich absolut anbete. Und „Side to Side“ von Ariana Grande und Nicki Minaj, weil ich das Gefühl hatte, dass wir etwas machen, worüber man reden würde. Einer meiner besten Freunde ist ein Spinning-Trainer und sagte, es sei das ‚Video, das von der ganzen Spinning-Welt gesehen wird’!“

Mit welchem Musiker / welcher Band würdest du gern mal drehen?
Im Moment Selena Gomez, Rihanna und Taylor Swift.

Was rätst du Frauen, die Karriere in Bereichen machen wollen, in denen sie unterrepräsentiert sind?
Vergesst das Gefühl, unterrepräsentiert zu sein. Denkt daran, dass jeder Mensch, männlich oder weiblich, seinen eigenen Geschmack und seine eigene Perspektive hat. Verhaltet euch so, als hättet ihr schon die ganze Zeit da sein sollen.

Nylon
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