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So far, so good: Die besten Lieder von 2017

Zeit für einen musikalischen Listicle.

Text: Hayden Manders

Glückwunsch, Freunde. Die erste Hälfte von 2017 ist offiziell geschafft. Ein Jahr, das, nun ja, bislang so eine Sache für sich war. Die Musik, die aus ihm hervorging, ist jedoch außergewöhnlich. Genau genommen entwickelt sich 2017 klangtechnisch zu einem der aufregendsten Jahre, seitdem Lorde erstmals die internationale Showbühne betrat – von Frank Oceans Omnipräsenz über Lordes Rückkehr bis hin zum wandelnden Rap-Propheten Kendrick Lamar. Also, nehmen wir uns einen Moment Zeit zu würdigen, womit wir bisher beschenkt wurden – und schauen uns die ultimative Hitliste des NYLON-Teams an. Eins ist klar: Der Rest von 2017 tritt in sehr große Fußstapfen.

10. „The Cure” von Lady Gaga
Wir können nur spekulieren, wie Lady Gaga es geschafft hat, diese Platte geheim zu halten – vor allem vor ihren Little Monsters. Sie performte sie erstmals während ihres Headliner-Auftritts auf dem Coachella-Festival und veröffentlichte sie kurze Zeit später auf sämtlichen digitalen Kanälen. Nach ihrem Country-inspirierten Album „Joanne“, das mehr oder weniger ein Album für sie selbst war, ist „The Cure” ein Geschenk für ihre Fans und all jene, die sich sehnlichst die zuckersüßen Pop-Hymnen zurückwünschten, mit denen sie berühmt geworden ist. Welcome back, Gaga.

9. „Slide feat. Frank Ocean and Migos” von Calvin Harris
What the funk is up, Calvin Harris? Diese musikalische Rückbesinnung ist uns sehr willkommen. Und du weißt, dass du etwas richtig machst, wenn Frank Ocean mit an Bord geht.

8. „Feel It Still” von Portugal. The Man
Mit diesem Song haben Portugal. The Man ihre erste Nummer Eins auf den Alternative-Billboard-Charts gelandet. Der Grund dafür ist leicht zu hören: Die Swing-Elemente klingen wie nichts Vergleichbares, das derzeit im Radio läuft. „Rebel just for kicks”? Klar, wieso nicht.

7. „Slip Away” von Perfume Genius
Mike Hadreas hat all sein Herzblut in Perfume Genius’ neueste Platte „No Shape“ gelegt. „Slip Away” ist eine eskapistische Fantasie, die ihren Protagonisten (und die Zuhörer) drängt, es allen Neinsagern zu zeigen und sein Leben wirklich zu leben. Mit dem großartigen Sound, der durch den Refrain dröhnt, kann man sich auch leicht vorstellen, dass genau das möglich ist.

6. „Chanel” von Frank Ocean
Nach einer gefühlten Ewigkeit brachte Frank Ocean im vergangenen Jahr „Blonde“ heraus und hat seitdem nicht aufgehört, Singles auszukoppeln. „Chanel” – ein unerwartetes Geschenk im März – ist ein geschmeidiges Liebeslied, das die Dualität von Emotion und Subjekt erforscht. Keiner wirft so sein Herz in die Waagschale wie Frank Ocean, und das trägt er hier auch stolz zur Schau.

5. „I Know A Place” von MUNA
Obwohl die Single „I Know A Place“ bereits letzten Dezember veröffentlicht wurde, hat sie sich erst in diesem Jahr zu einer Art Hymne entwickelt – nach Erscheinen von MUNAs Debütalbum „About U“ im Februar. Der Eighties-inspirierte Pop schwingt sich durch eine Kaskade von Emotionen, in dem Bestreben, dass der Zuhörer sich besser fühlt. In einer Welt, in der noch immer Menschen an den Rand gedrängt und Rechte aberkannt werden, ist die Botschaft des Songs von entscheidender Bedeutung – mit Texten wie „You think being yourself means being unworthy“ („Du denkst, du selbst zu sein, bedeutet wertlos zu sein”) und Leadsängerin Katie Gavin, die von einem Ort singt, an dem man sicher leben und man selbst sein kann. MUNA ist der Klang der Zukunft. Und glücklicherweise klingt die Zukunft heiter.

4. „Love” von Lana Del Rey
Wir überlassen es nur zu gerne Lana Del Rey, die Romantik der jugendlichen Langeweile perfekt zu erfassen. Was ist mehr 2017 als das?

3. „Cut To The Feeling” von Carly Rae Jepsen
Es ist wirklich eine Schande, dass nicht mehr Menschen um die Verdienste von Carly Rae Jepsen wissen. Sie macht die beste, süßeste Popmusik, die es heute gibt, und „Cut To The Feeling” ist ein Meisterwerk. Jepsen verschwendet fast keine Zeit (genau genommen 30 Sekunden), um einen Refrain abzuliefern, der durch die Decke geht und auch für die restliche Dauer des Liedes nicht nachlässt. Wie ihre übrige Musik feiert „Cut To The Feeling” die Möglichkeit der großen Liebe und wischt jeden negativen oder zynischen Gedanken beiseite, der versucht, sie von Wolke Sieben herunter zu holen. Du willst wissen, wie sich Schmetterlinge im Bauch anhören? Genau so.

2. „Supercut” von Lorde
„Supercut” ist so ziemlich ins Ende von Lordes atemberaubendem zweitem Album „Melodrama“ eingebettet und erinnert an Robyns „Honey” vom Girls-Soundtrack. Es ist genau der Song, der die wahre Schnittstelle zwischen Lordes Wunderkind-Selbstwahrnehmung und Jack Antonoffs Produktion „Honey“ findet – etwas, das wir als den Sound von 2017 bezeichnen. Niemals wurde die junge Liebe in so wenigen Worten so prägnant definiert, wie wenn Lorde von ihr als „wild” und „fluoreszierend” singt. Wahnsinn.

1. “HUMBLE” von Kendrick Lamar
„HUMBLE” macht keine Gefangenen. Lamar prahlt davon, dass Obama ihm textet, rappt über die Notwendigkeit von weniger gephotoshoppten Körpern und stichelt subtil gegen seine Kollegen. Hierbei ist wirklich nichts “Humble” (demütig). Setz dich aber hin, wenn du dir das Lied anhörst. Lamar verdient es.

Corinna Siepenkort
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