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Bye Bye 2018: Hier kommt euer Dezember Horoskop

Der letzte Monat des Jahres ist angebrochen: Zeit, um einen Blick zurück zu werfen. Und nach vorn! Wie war 2018 und wohin bringt uns 2019? Unsere NYLON-Autorin und Astro-Expertin Gala Mukomolova hat für euch einen Blick in die Sterne geworfen. Viel Spaß mit eurem Horoskop!

Text: Gala Mukomolova

Liebe Leserinnen,

Der letzte Monat des Jahres 2018 ist angebrochen und ehrlich gesagt: Er hätte nicht früh genug kommen können. Dass überhaupt noch 2018 ist, fühlt sich fast schon surreal an. Schließlich haben wir in nur 365 Tagen gefühlt den Inhalt aus 5 Jahren erlebt, darunter unzählige Naturkatastrophen, politische Umwälzungen und Liebeskummer. Wir haben Roboter zum Mars geschickt, während der Mars im Zeichen der Fische steht – klingt nach einem sinnvollen Rezept für „Roboterpoesie“, falls es sowas gibt. Außerdem können wir uns als stolze Überlebende eines weiteren Venus-Retrograde bezeichnen und haben uns erfolgreich durch diese anstrengende Zeit geschleppt, immer bereit, auch die Kehrseite der Medaille zu akzeptieren (wie es auch die Feministin Adrienne Rich hätte sagen können, wäre sie Astrologin gewesen). Merkur beendet mit seiner Rückläufiggkeit die erste Dezemberwoche, bleibt aber im Skorpion, wo Venus schließlich ihren Cruiser parkt und im Chillermodus den  Wüstenwind genießt. Es ist zwar eine schattenreiche Zeit, aber wie Kurt Cobain schon sagte: „It’s okay, my will is good“.

Dieser letzte Monat von 2018 ist ein emotionaler Gemischtwarenladen und die Planeten werden uns wahrscheinlich so amüsiert belächeln wie wir von ihnen fasziniert sind. Uns erwartet ein starker Trigon und ein Nord-Süd-Knotenpunkt, der Krebs und Waage wieder zurück in ihre Rolle der intellektuellen Beschützer bringt. Dazu kommt ein Neumond im Schütze und ein Vollmond in der Waage. Beides klingt nach der Art von Pyjamaparty von früher, auf der wir uns sexuell ausprobiert haben, natürlich nur zur reinen Information. Wir hoffen also, dass ihr euren Lip Balm dabei habt.

In dem Sinne, viele Küsse und Monde!

Eure Gala

Widder
Wir wollen uns ja nicht ständig wiederholen, lieber Widder, aber wir können dieses Jahr nicht abschließen, ohne über den Transit von Uranus in deinem Zeichen zu sprechen. Denn der Fakt, dass Uranus – der Planet der Transformation – dieses Jahr in den Stier gewechselt ist, erklärt die vielen Schieflagen, die der Planet Erde dieses Jahr erleben musste. Ein paar Beispiele aus den USA gefällig? Trump strich das NASA-Klimaprogramm, kürzte die gesetzlichen Regelungen zum Schutz von gefährdeten Arten und beendete das Pariser Klimaabkommen. Wie fühlt es sich für einen Planeten wie Uranus wohl an, nach ganzen acht Jahren im Zeichen des Widder plötzlich in den Stier zu wechseln? Und wie wirkt sich das auf uns aus? Denkt einfach mal darüber nach, wie lang acht Jahre für euch dauern, liebe Widder, und auch darüber, wer ihr 2011 wart und wer ihr heute seid. Wenn die Veränderung schon für den Menschen mit seinem recht einfach gestricktem Gedächtnis und seinem Bewusstsein für die Sterblichkeit schwer ist, wie sehr muss wohl ein Planet damit kämpfen, euer Zeichen zu verlassen, ohne sicher sein zu können, dass er euch wirklich all sein Wissen übermittelt hat?

Für einen Planeten sind acht Jahre ein intergalaktischer Versuch, der beide Einheiten – den Mensch und die astrologischen Kräfte – verändert, ob beide Seiten es nun zugeben wollen oder nicht. Auch, wenn Uranus bereit ist, weiterzuziehen, fühlt er sich trotzdem noch zu euch hingezogen, liebe Widder, ihr seid die Kämpfer. Diejenigen, die das Feuer vor langer langer Zeit entfacht haben, das die Tiere im Wald zusammengebracht hat. Uranus war zwar die ganze Zeit dabei, als ihr dem Feuer dabei zugesehen habt, wie es bis zur Asche runterbrennt – trotzdem erträgt er es nicht, euch jetzt im Dunkeln stehen zu lassen, ohne euch eine Richtung zu zeigen. In den letzten und kommenden Monaten kommen alle Lektionen zu euch zurück, ein bisschen wie die letzten Zeilen eines Gedichts, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Konstellation aus Mars in Fische beschert euch einen Traumzustand, in dem ihr – ob wach oder schlafend – nach Antworten sucht. Außerdem ist gerade Schützenzeit, lieber Widder, nehmt euch also diese weisen Worte des Poeten (und ebenfalls Schütze) Rainer Maria Rilke zu Herzen: „(…) Denn da ist keine Stelle, die dich nicht sieht/du musst dein Leben ändern.“ 

Stier
Es war ein langes Jahr und jetzt seid ihr auf der anderen Seite. Göttin sei Dank! Jetzt, wo wir wissen, dass ihr es sicher ans andere Ufer geschafft habt, liebe Warmblütler, ist es an der Zeit darüber nachzudenken, was denn genau das andere Ufer ist. Vielleicht würdet ihr sagen „Ach, ich habe in einer Krise gesteckt und jetzt geht es bergauf“ oder: „Ich war auf der Suche und jetzt vertiefe ich meine Erkenntnisse“. Oder: „Für eine Zeit lang waren die Umstände kaum zu ertragen, aber jetzt habe ich eine neue Herangehensweise und ein Gefühl der Beständigkeit gewonnen.“ All das zu hören, erfüllt uns mit Freude, da wir auf eurer Seite stehen und für eure Befreiung sind, liebe Stiere. Und genau aus diesem Grund ist es auch unsere Pflicht, euch daran zu erinnern, dass es schlicht und ergreifend keine andere Seite gibt. Das Leben wird nicht von selbst einfacher oder besser – es sind wir, die die Chance haben, das zu bekommen, was wir brauchen und wollen. Hier, am Ufer, mit den Wellen hinter euch, könnt ihr erstmal eins tun: einen tiefen Atemzug nehmen.

Wenn all das Drama wegfällt, sind es unsere täglichen Muster, die an die Oberfläche treten um von uns unter die Lupe genommen zu werden. Wir versichern euch: Es ist voll in Ordnung, wenn ihr von den Leuten um euch herum mal enttäuscht werdet. Der Schlüssel liegt nicht darin, weniger von den Menschen zu erwarten. Vielmehr ist es wichtig zu wissen, dass eure Erwartungen kein Vertrag sind. Denn so wie ihr Gefühle der Schmerzes für euch behalten habt, so haben sich die Menschen um euch herum mehr als üblich von euch distanziert. Das ist keine Anklage, sondern vielmehr eine Aufruf zum Nachdenken und Reflektieren. Denkt euch einfach „Ich kann nicht wissen, was die Person zu ihrem Handeln gebracht hat, aber es ist nicht meine Aufgabe, sie auf Kosten meines eigenen Wohlbefindens zur Verantwortung zu ziehen“. Denkt: „Es ist nicht meine Aufgabe, meine Zeit oder Energie zu opfern in der Hoffnung, dass jemand von mir lernt und sich verändert. Ich kann mich nur selbst zur Verantwortung zu ziehen. Ich kann mich nur selbst ändern.“

Zwilling
Einige Dinge sind gar nicht so schwer zu ändern. Zum Beispiel könnt ihr eines Morgens entscheiden, dass die Schuhe, die ihr das ganze Jahr über getragen habt, euch auf ihre eigene kleine Art und Weise nicht wirklich dabei helfen, ihr selbst zu sein. Also ändert ihr das. Jetzt tragt ihr neue Stiefel, die die Energie eures surrenden Kopfes den ganzen Weg bis zu euren Füßen wandern lassen. Dorthin, wo die Stiefel sind. Und unter ihnen fühlt sich der Boden irgendwie zugänglicher an, besser lesbar. Ihr springt regelrecht über ihn und macht große Fortschritte. Ihr denkt über all die Dinge nach, die euch einfach nicht mehr passen. Über Dinge, Lebensweisen und auch über Menschen. Ihr könnt eure Philosophie des Lernens verändern oder sogar beruflich in eine ganz neue Richtung gehen. Ihr könnt von einer alten in eine neue Wohnung ziehen, dem Alkohol entsagen oder euch ein Reiki-Zertifikat holen. Das sind große Schritte, liebe Zwillinge, und solche großen Schritte sind nichts, mit denen man bescheiden umgehen muss. Trotzdem könnten diese großen Schritte auch einfach bedeuten, dass ihr euch wieder ein bisschen mehr ihr euer altes Selbst fühlt, obwohl ihr euch dabei neu erfindet.

Sich neu zu fühlen ist jedoch nur ein temporärer Zustand. Im Gegensatz dazu braucht der Weg dorthin Zeit. Denkt mal darüber nach. Warum sollte das zukünftige Ich vom einen auf den anderen Augenblick „fertig“ sein? Habt Geduld mit euch selbst. Habt Geduld mit der Dauer von Veränderung. Denn das „zwei Schritte vor, einen zurück“ Prinzip gilt nun mal für alle anspruchsvollen Dinge im Leben. Wir wissen auch, dass das Wörtchen Geduld nicht euer Lieblingswort ist, aber euer neues Ich findet sicherlich Platz dafür. Fragt euch: Wer wart ihr bis zu diesem Jahr? Und vergewissert euch, dass es euer ganzes Leben gedauert hat, diese Person zu werden. Diese Stiefel, diese Wohnung, euer neues Date und alle großen und kleinen Angewohnheiten ergeben sich nun mal daraus, wie sehr wir mit diesen Dingen zu tun haben. Sich neu zu fühlen kann nicht aus Nichts entstehen. Es muss aus euch selbst kommen, wie Rauch, der aus einer Höhle aufsteigt und schließlich eine Tür zu eurer Psyche öffnet um euren Standpunkt im Leben zu verändern.

Krebs
Es sind die Kinder selbst, die einem beibringen, wie man sich um Kinder kümmert. Kein Buch und auch nicht die Erinnerung an eure eigene Kindheit kann das besser. Es sind die Kinder, die euch Lektionen in Empathie, Geduld, Grenzen, Selbstliebe und emotionaler Balance geben. Aber es liegt an euch, ob ihr diese Lektionen annehmen wollt oder sie aus Stolz oder aus Angst vor Veränderung ignoriert. An dieser Stelle erinnere ich mich an einen Moment, als ich selbst die Gefühle eines Kindes verletzt habe, indem ich zu oft sarkastisch mit ihm umgegangen bin. Vermutlich aus dem Grund, weil jenes Kind nicht auf meine Ansagen hören wollte. Ich beschloss in dem Moment, dass das Kind nicht zuhören konnte. Eigentlich hätte ich jedoch zugeben müssen, dass ich nicht wusste, wie ich selbst nachfragen soll. Mein Sarkasmus wurde zu einem Abwehrmechanismus, der meine eigene Unfähigkeit relativieren sollte. Das wurde mit erst dann klar, als die Mutter des Kindes mir erzählte, dass es sie weinend fragte, warum ich es nicht mehr mögen würde. Mit dieser Geschichte möchte ich versuchen, euch von Grenzen zu erzählen und wie sie gebaut und erhalten werden.

Liebe Krebse, ihr steht am Anfang einer zweijährigen Reise, die euch beibringen wird, sowohl ein Wächter als auch ein Pfleger als auch ein Beschützer zu sein – für euch selbst und das Leben, das ihr Leben wollt. Der Grat zwischen achtsamem Selbstschutz und angstbasierter Offensive ist schmal. Es ist eine Grenze, die selbst die Bewusstesten von uns von Zeit zu Zeit auf unserem Weg der Heilung überschreiten. Und ihr mögt vielleicht denken, dass ihr ein besserer Beschützer seid als ich. Dass ihr niemals passive Aggression bei einem Kind anwenden würdet. Ich hoffe, ihr habt damit recht und wenn dem so ist, denkt bitte an eines: Wenn ihr ein Kind davon verschont, warum nicht auch jede andere Person, die ihr liebt? Was ist passive Aggression wenn nicht das Zögern, eure Bedürfnisse auszudrücken und zwar so laut, dass sie nicht überhört werden? Wenn die Menschen eure Bedürfnisse nicht kennen, können sie auch nicht darauf reagieren. Wenn ihr eure Bedürfnisse selbst klein macht aus der Angst, dass jemand anderes eure Bedürfnisse verachten könnte, dann verordnet ihr euch selbst eine Strafe namens Kontrolle

Löwe
Wisst ihr, was ich an Schützen liebe? Die Fähigkeit, zuzugeben, wenn sie etwas vermasselt haben. Ein Schütze liebt es, Spaß zu haben, Extreme zu erleben, mutige Entscheidungen zu treffen und mutige Dinge zu sagen, nur um zu sehen, was für ein Chaos entsteht, wenn man mal den Standpunkt wechselt. Schützen sind sowas wie ihre eigenen Chaos-Dämonen und als solche fühlen sie sich sehr wohl dabei, eine Pause von sich selbst zu machen und zu sagen „Woohoo Leute, hab ich das grad versaut, oder was?“ Ganz im Geiste der Sonne, die im Schützen steht, ermutige ich euch, liebe Löwen, verdammt ehrlich bei allem zu werden, was ihr tut. Macht euch klar, dass die Art und Weise, wie ihr eure Zeit verbringt, eine Reflexion aller Dinge ist, die für euch Priorität haben. Wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr eure gesamte Zeit mit Arbeit verbringt, wegen der ihr eure emotionalen Bedürfnisse und/oder Beziehungen vernachlässigt oder es verhindert, eure Träume zu verwirklichen, dann distanziert ihr euch eher von euch selbst, statt euch zu vervollständigen.

Ihr seid ein stolzes Zeichen. Deshalb wissen wir, dass ihr denkt, ihr tut alles, um Dinge durchzustehen. Welche Dinge das auch immer sind. Die Arbeit an der Integration – also die volle körperliche Präsenz und die harten Zeiten, die damit einhergehen – kann anstrengend und erschreckend sein. Wir lernen uns zu distanzieren, wenn wir klein sind, weil wir uns machtlos fühlen zu handeln und uns stattdessen dafür entscheiden, unsere Seele zu schützen. Es ist gut, dass ihr eure Seele die ganze Zeit geschützt habt. Ihr wart ein guter Beschützer, aber euer Geist ist nun mal gewachsen und passt jetzt nicht mehr in das kleine Versteck, das ihr ihm gebaut habt. Er will Freiheit und weiß, dass ihr Angst davor habt, was mit ihm an die Oberfläche dringen könnte, welche Artefakte er in eurem tiefsten Inneren versteckt hat. Liebe Löwen, wenn ihr noch nicht bereit seid, für euren Geist da zu sein, dann seid euch wenigstens bewusst, dass ihr diese Wahl getroffen habt. Sagt „Ich entscheide mich für das, was ich fürchte und stelle meine Verlangen zurück. Sagt „Woohoo Leute, das ist eine verdammt coole Art, mit meiner Scham umzugehen!“ Wenn die Welt noch nicht sicher genug für euer ehrliches Selbst ist, dann schafft euch eine eigene Welt, in der ihr erstmal ehrlich mit euch selbst sein könnt.

Jungfrau
Klar, euer Job kann eine gute Weile wie eine beste Freundin für euch sein. Ihr könnt früh aufstehen, euch über das Wiedersehen freuen und zu der Gelegenheit euer Lieblingsoutfit anziehen. Ihr könnt daran arbeiten, noch besser im Umgang mit ihr zu werden, lange wach bleiben, um noch mehr von ihr zu lernen und so miteinander kommunizieren, dass es euch glücklich macht. Es ist eine Beziehung, die ihr nicht verstecken müsst. Wieso solltet ihr auch? Die Welt liebt produktive Menschen, sie liebt alle, die ihr den Grund geben, am Ball zu bleiben. Klar, es ist schön, mit seinem Dasein einen Sinn zu erfüllen, der am Ende auch noch die ganze Mühe Wert ist und zur eigenen Selbstwahrnehmung beiträgt. Wir wünschen uns, dass alles, wofür wir uns jemals eingesetzt haben, so wahrgenommen wird. Aber lieber Löwe: Die Welt ist unberechenbar. Auch Inspiration kann einen schweren Weg gehen und am Ende trotzdem nur mittelmäßige Ergebnisse erzielen. Manchmal bleibt ihr die ganze Nacht wach und tippt wie wild auf eurer Tastatur, angefeuert von einer Muse – nur, um am Morgen festzustellen, dass ihr alles sofort wieder löschen wollt.

Wir verstehen eure verschlossene Tür und euren Rückzug, das Verlangen danach, ein Boot zu bauen, während der Turm weiter und weiter bröckelt. Wir verstehen es und finden, dass es eine gute Wahl ist. Irgendwann werdet ihr euer Boot bauen und damit zu einem neuen Ufer segeln, wo das Land fruchtbar ist und die Leute euer Ding sind. Vielleicht werdet ihr bis dahin feststellen, dass ihr nie die Art von Mensch wart, der Türme mag und ihr werdet euch ein kleines Haus am Fluss aus Stöcken bauen. Vielleicht wird eure Bitterkeit bis dahin Wut weichen und ein heißes Feuer wird eure sakrale Flamme entfachen. Ein Feuer, dass auch nach der Arbeitszeit noch lange brennt. Dann wird diese Flamme zu eurer Freundin und euer Durst wird euer Lover und ihr werdet ihnen eine Platte mit schwarzen Trauben reichen, voll von Hingabe. Irgendwann mal. Jetzt habt ihr aber erstmal euer übermäßiges Engagement, eure Klagen und euren Ärger, die Funken sprühen. Ihr könnt weiterhin kleine Flirts am Wasserspender eures Büros haben. Leider kratzen die aber nur an der Oberfläche eures tiefen Ozeans. All das erfüllt euch noch, lange werdet ihr es aber nicht mehr aushalten.

Waage
Ich wünschte, wir könnten uns in einem Briefwechsel austauschen, in dem wir uns über alltägliche Dinge wie den ersten Frost unterhalten und darüber, dass wir die Pflanzen schnell reinholen sollten. Oder über die clevere Art, mit Zeitungspapier die Fenster zu putzen. Genau die Dinge also, über die sich Frauen vor langer Zeit unterhalten und somit ihre gegenseitige Zuneigung ausgedrückt haben. Denkt an den Brief von Anna Ahkmatova, in dem sie ihre Liebe für Marina Tsvetaeva durch die Metapher einer einzigen, schwarzen Holunderbeere ausdrückte. So machte die Poetin aus zwei Wesen eine Schönheit. Was wir damit versuchen zu sagen: Das Gefühl, von unserem Gegenüber wahrgenommen zu werden, ist das einzige, was wahre Früchte trägt und uns mit neuer Kraft versorgt.

Da die Venus nun mal direkt mit der Waage verbunden ist, wird die Zeit diesen Monat super schnell vergehen. Eine unruhige Energie liegt in der Luft. Im Fokus steht das Verlangen, sich wieder seinen eigenen Vision zu verpflichten sowie den Dingen, die uns über Wasser halten. Die Schütze-Saison macht Platz für den Steinbock und jeder weiß, dass ein hohes Zeichen wie die Waage unter solchem Hochdruck über sich hinauswächst. Geht raus, ihr Hübschen und rockt das Ding. Die Welt hat nur was von euren Projekten, wenn ihr sie auch herzeigt. Aber achtet auch auf eure Grenzen. Nur, weil ihr gut mit schweren Umständen umgehen könnt, heißt das nicht, dass ihr sie herausfordern müsst. Wenn ihr nicht aufpasst, kann es passieren, dass ihr eine ganze Woche an nur einem Tag erlebt – und das jeden Tag. Das Resultat: Ihr arbeitet erst auf Hochtouren, dann im Energiesparmodus, bis ihr schließlich beim Burn Out angelangt seid. Legt Wert auf genügend Me Time. Nutzt sie als Möglichkeit, um herauszufinden, was eure emotionalen Bedürfnisse sind – ganz unabhängig von den Menschen um euch herum.

Skorpion
Hattet ihr schon mal eins dieser Übergangsjahre? Ein Jahr, aus dem ihr es kaum lebendig herausgeschafft habt, aber in dem dieses magische Gefühl da ist, dass das kommende Jahr euch zeigen wird, wie ihr all den angehäuften Reichtum erkennen und auskosten könnt und wie ihr die ganze Fülle des Universums spüren werdet? Würdet ihr sagen, dieses Jahr war so ein Jahr? Wir denken: definitiv! In Jahren wie diesem ist es einfach, das eigene Wachstum ernst zu nehmen. Achtung: Wenn ihr nicht aufpasst, tappt ihr in die gleichen alten, emotionalen Fallen, nur um zu sehen, wie gut ihr sie dieses Mal handlen könnt – und zwar mit all eurem neugewonnen Wissen. Und – Spoiler Alert – ihr werdet gut damit zurechtkommen.

Übergangsjahre sind dafür da, um von ihnen zu lernen. Sie sind ein bisschen wie ein gutes Öl, dass die von tiefen Schnitten verwundete Haut neu und geschmeidig macht. Kennt ihr den Part aus SZAs Song Pretty Little Birds, in dem sie singt, dass sie eine „Golden Goose“ für ihren Lover sein will? Ein Übergangsjahr ist das Jahr, in dem man nicht nur die Gans, sondern auch das dazugehörige Ei bekommt. Übergangsjahre sind dafür da, wie schon so oft alles zu vermasseln, nur mit dem kleinen Unterschied, dass es dieses Mal nicht an eurem Selbstwertgefühl kratzt. Übergangsjahre sind dafür da, zu viel Kohle für die Gesichtscreme auszugeben. Denn würde euer BFF sie sich wünschen, würdet ihr sie doch auch kaufen. Warum also solltet ihr nicht einfach mal euer eigener, großzügiger Freund sein? Macht aus dem letzten Monat eures Übergangsjahres einen guten. Geht sachte und einfühlsam mit euch selbst um. Mehr Zeit für Rituale wie ein schönes, heißes Bad an einem dunklen Dezemberabend. Mehr Sport und mehr Zeit, um in eure Fantasiewelt abzutauchen. Ihr denkt, ihr seid grenzenlos? Wartet mal ab.

Schütze
Am Anfang wollten wir es nicht glauben. Ja klar, wir haben gedacht, dass es etwas ist, worüber andere Leute Witze machen oder was sie wahllos auf andere Menschen projizieren. Auf Leute, die wirklich legitime Gründe haben, sich unterrepräsentiert oder ausgeschlossen fühlen. Aber wir hatten keine Ahnung, wie allgegenwärtig das Hochstapler-Syndrom ist. In den letzten Monaten haben wir gemerkt, dass jeder (mal mehr, mal weniger) Anzeichen dieses Syndroms zeigen kann. Vor allem Leute, die in einer marginalisierten Gesellschaft aufgewachsen sind, in der ihnen eingebläut wurde, dass sie keine tollen Sachen verdienen. Und tatsächlich, solltet ihr euch dabei ertappen, dass ihr den Satz „Deshalb verdiene ich keine tollen Sachen“ wiederholt oder – noch schlimmer – den Satz „Ich weiß, ich bin schlau, aber nicht schlau genug um dieses oder jenes zu tun“ – denkt lieber nochmal über die Macht der Worte nach. Ein Beispiel: Ein ganzes Jahr lang habe ich das Leben als Struggle bezeichnet. Okay, ich hatte auch allen guten Grund dazu: Ich hatte meinen Vater verloren und meine Beziehung ging zu Bruch und – ja verdammt – das Leben war ein Struggle. Aber jetzt frage ich mich, wie ich mit einem Satz wie „Das ist das einzige Leben, das ich habe“ gefahren wäre. Ich werde wahrscheinlich nie erfahren, welchen Unterschied das gemacht hätte, aber ich weiß, dass, wenn ich es jetzt zu mir selbst sage, ich mich sofort besser fühle.

Manchmal, wenn ich in ein Flugzeug steige, schaue ich aus dem Fenster und denke: „Ich hatte ein ziemlich erfülltes Leben. Sollte es das jetzt also gewesen sein, von mir aus.“ Aber liebe Schützen, ihr müsst es nicht wie ich machen und so leben, als hättet ihr das Beste schon hinter euch! Vor allem, wenn ihr keine russischen Juden wie ich und deshalb von Natur aus mürrisch seid.  Seid stattdessen einfach ganz ihr selbst und wartet nicht darauf, dass etwas zu euch kommt. Ihr seid bereits voller Weisheit und habt beste Vorraussetzungen, das nächste Level zu erreichen und daran zu wachsen. Ihr verdient schöne Dinge, ihr seid klug genug und wisst ihr, was noch? Die Teile von euch, die ihr mit der Welt teilen möchtet, eure schönen, schlauen Ideen, sind wichtig und wertvoll. Happy Birthday!

Steinbock
Trefft eine Wahl, Hexenschwestern: Entweder ihr braucht Leute um euch herum – oder eben nicht. Entweder ihr seid eine Maschine oder ein Mensch. Entweder ihr  könnt von Fertigessen und Social Media leben oder eure Seele sehnt sich nach tiefen Verbindungen, Gemeinschaft und sinnlicher Vielfalt. Untersucht diese Entscheidungen, denn im Grunde sind sie sehr unterschiedlich. Man kann zwar angeblich ein Mensch mit automatischen Tendenzen sein, aber ein Roboter kann keine Empathie empfinden. Roboter beherrschen die Emotionserkennung. In anderen Worten: Ihr könnt eure emotionalen Needs bewusst einfordern und sie dabei trotzdem immer wieder ignorieren. Was ich damit sagen will ist, dass es innerhalb dieser theoretischen Dualität zwei Wege gibt: Der eine ist ein Käfig und der andere ist nur ein Prozess, der uns zeigt, wie wir überleben können.

Den Käfig zu wählen bedeutet, sich gegen sich selbst zu entscheiden. Sich für das Überleben zu entscheiden heißt wiederum, eine kontinuierliche Verhandlung mit dem Hunger zu wählen. Um etwas zu wählen, was über dem Überleben liegt, muss man wissen, dass es nicht reicht, einfach nur über seine Bedürfnisse zu reden. Man muss vielmehr daran glauben, dass man einen Kredit auf ein gutes Leben hat und schauen, was man daraus machen kann. Das kann sich darin äußern, dass ihr in den Spiegel schaut und zu euch sagt: „Hey, ich bins, die Person, die es liebt, sich mit lieben Menschen zu umgeben, vor allem bei Ritualen oder Feiern. Ich begehre diese Dinge nicht nur, sondern ich bestehe darauf. Ich verdiene es, diese Dinge zu erleben.“ Es kann sich auch darin äußern, dass ihr euch erlaubt, von einer Zukunft zu träumen, die sich richtig gut für euch anfühlt, statt euch selbst zu bestrafen, weil ihr euch eine Welt vorstellt, die die Leute, die euch lieben, aus irgendeinem Grund verärgert. Liebe Steinböcke, erlaubt euch diesen Dezember euch nicht nur nach etwas Neuem zu sehnen, sondern besteht aktiv darauf, dass ihr dieses neue Etwas verdient. Ihr habt es euch verdient, hier und da ein paar Risiken einzugehen und ihr habt es euch verdient, auf euer Umfeld verlassen zu können.

Wassermann
Das Verlangen allein ist wahrscheinlich nicht der einzige Faktor, der zeigt, dass wir am Leben sind. Vielleicht habt ihr Glück, liebe Wassermänner, dass ihr die Fähigkeit des Trauerns beherrscht. Vielleicht hat euch das Universum ein Geschenk gemacht und hat die ganze Zeit an euch gearbeitet. Ihr seid nicht Gott. Ihr wisst nicht, warum wir die Eltern haben, die wir nun mal haben und wieso wir so manch Herzschmerz und Trauma durchstehen müssen. Ihr wisst nicht, warum Kinder sterben müssen oder auch wilde, bedrohte Tiere, nur weil ein paar Männer die Jagd als Fun-Sport ansehen. Was ihr aber wisst: Jede Begegnung, jeder Knoten verändert etwas. Man muss nicht an das Schicksal glauben, um das zu wissen. Ihr könntet auch einfach mal schauen, wie der Kopf tickt. Er sortiert Kategorien und Möglichkeiten, Sprachen und Gesichter, Erinnerungen und Karten. Heute seid ihr einfach mal eine andere Straße gegangen und jemand hat euer betrübtes Gesicht gesehen. Das wiederum hat diesen Jemand an das betrübte Gesicht seiner Mutter erinnert und so hat dieser Jemand am Abend seine Mutter statt einen Freund angerufen, der eigentlich auf den Anruf gewartet hat, um das Rezept für glutenfreien Geburtstagskuchen zu erfahren. Also hat er einfach drauf los gemacht und – Überraschung – der Kuchen ist schrecklich geworden, so wie die meisten glutenfreien Kuchen. Dieser Kuchen wiederum war für sein Girlfriend bestimmt, die eigentlich sowieso schon mit dem Gedanken gespielt hat, Schluss zu machen, aber jetzt, wo sie diesen Kuchen gesehen hat, hat sie… Seht ihr? 

Ich will nicht sagen, dass jeder Weg schon ein vorhersehbares Ziel hat. Tatsächlich macht das ja auch die Schönheit des Lebens aus. Ja, es gibt einen freien Willen und er ist mächtig. Besonders, wenn er sich gegen unsere inneren Grenzen durchsetzt. Ihr könnt über ein Kunstwerk stolpern, dass irgendwas in euch verändert, plötzlich und zum Guten. Dass das so sein kann, wissen wir eigentlich alle, wir vergessen es nur. Wir sehen unsere Tage als Sätze, die wir auf einer Tafel wiederholen und so immer die gleichen Lektionen lernen, bis sie endlich hängen bleiben. Und es stimmt: Wenn ihr jeden Tag wieder und wieder aufschreibt, dass ihr denkt zu wissen, wer ihr seid, lasst ihr nur wenig Raum für die Entdeckung, wer ihr noch sein könntet. Behaltet im Kopf, dass, egal wie fest eure Ideen für diese Welt und die Menschen darin stehen: euer Herz wird sich immer wieder ändern und damit auch euer Verstand.

Fische
Jetzt wo Neptun und Chiron direkt zueinander stehen, könnte der Winter zu einer heilenden Zeit für euch werden, liebe Fische. Eine Zeit, das Buch des Lebens einfach mal zu schließen, euch ans Feuer zu setzen und eure Geschichte in euren eigenen Worten zu erzählen. Könnte so sein, ist aber nicht so, oder? Der November war ein harter Monat für euch und die Art und Weise, wie ihr über den November reflektiert, wird sich in der Form des Dezember zeigen. Deshalb ist es in eurem eigenen Interesse, euren Weg zurück zu vollem Bewusstsein zu finden und für Momente von Abstinenz inmitten lauter verlockender Verführungen zu kämpfen. Untersucht mit kritischem Blick, was der letzte Monat für euch in seiner Gesamtheit gebracht hat. Besteht die Möglichkeit, dass bestimmte emotionale Herausforderungen oder gar Krisen größere Muster eures Lebens widergespiegelt haben? Muster kommen nicht von ungefähr und sie kommen aus einem bestimmten Grund zu uns zurück, liebe Fische.

Was man auf den Plan ruft, kommt auch zu einem, das wisst ihr. Wenn ihr also seelischen Schaden erlitten habt, fragt euch selbst: Gibt es einen Grund, warum ihr Dinge, die euch Schaden bereiten, herbeiruft? Damit meine ich keine strukturelle Gewalt, die nicht zwischen bewussten und unbewussten Leuten unterscheidet und sich wie ein Virus verbreitet. Ich würde niemals die Verantwortung für systematische Gewalt auf die Opfer schieben, die sie überlebt haben. Ich meine auch nicht die Rape Culture. Wovon ich zum Beispiel spreche, ist die kontinuierliche Bindung an einen Arbeitgeber, der nur sein eigenes Interesse sieht und schließlich sein Ego dafür verantwortlich machen muss, dass ihr kreativ nicht gewachsen seid. Oder ich spreche von Beziehungen, die von Beginn an auf wackeligen Beinen steht und bei denen man am Ende alle Energie in den Glauben stecken muss, dass sie bloß nicht bröckelt. Oder ich spreche davon, dass andere euch auf bestimmte Arten betrachten, um sich selbst besser zu fühlen – Arten, die euch wiederum Abgrenzung fühlen lassen. Oder was ist mit dem Festhalten an gewissen emotionalen Dingen, die euer weiches Herz angreifen? All das sind Formen der Selbstzerstörung – auch, wenn sie durch Hingabe ausgelöst werden. Selbstzerstörung unter dem Deckmantel unserer Kultur, die von Selbstverleugnung lebt. Stellt euch doch diesen Dezember mal ein Leben vor, in dem ihr euer mächtigstes, sanftestes und liebenswertestes Selbst aufweckt. Würdet ihr es herinlassen, wenn es plötzlich vor eurer Tür steht?

Nylon
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