Search:

Diese Fitness-Trends könnt ihr mit gutem Gewissen skippen

Alle sprechen gerade mal wieder von Fitness-Trends wie zum Beispiel „Intermittierendem Fasten“. Aber ist es wirklich eine so gute Kombi, nichts zu essen und dabei Hochleistungs-Training zu machen? Bei den folgenden Sportarten gilt auf jeden Fall: Don’t believe the hype.

Text: Holly Hurford // Illustration: Emily Tarbush

Die Fitness-Welt kann einen manchmal wirklich verunsichern. Am einen Tag wird uns geraten, für sichtbare Erfolge die Gewichte beim Krafttraining so schwer wie möglich einzustellen. Und am nächsten heißt es dann wieder: Bloß nicht zu hart trainieren, sonst seht ihr morgen aus wie Hulk. Die Regeln ändern sich ständig, besonders, wenn es darum geht, welche Ernährung uns am schnellsten zu unseren #gainz bringt. Egal, ob ihr eine Fitness-Routine sucht, die zu euerem Lifestyle passt, am Ende des Jahres einen Marathon schaffen oder einfach nur ein paar Mal in der Woche von der Couch runter wollt: Kauft nicht jeden Hype. Die folgenden Trends würde sogar so mancher Fitness-Experte am liebsten so schnell wie möglich für tot erklären.

All-in, all the time
In unserer schnelllebigen Welt mit wenig Zeit, ist es natürlich super verlockend, sieben Mal pro Woche einfach zum CrossFit zu gehen oder extrem schwer, aber dafür eben kurz Gewichte zu heben. Bekommt der Körper jedoch nicht die nötige Regenerationszeit, um das Training zu verarbeiten, quillt er statt dem erhofften Erfolg durch Wassereinlagerungen und Entzündungen auf oder ist ausgebrannt durch die Überproduktion von Cortisol. Ignoriert auf keinen Fall das Warnzeichen namens DOMS (kurz für „Delayed onset muscle soreness“). Wenn ihr am Morgen nach dem Workout kaum einen Fuß aus dem Bett bekommt, habt ihr es wahrscheinlich zu oft und zu häufig übertrieben. Hört lieber jeden Tag neu auf euren Körper und habt immer eine sanfte Option für ihn bereit. Ihr müsst das Training ja auch nicht gleich komplett ins Wasser fallen lassen. Ein Tauschgeschäft gegen eine Yoga-Session oder einen Spaziergang wird dem Körper sicher gut tun. Und auch, wenn ihr zu den Hardlinern gehört: Nehmt euch einen Tag in der Woche komplett frei von jeglichem Workout und ihr werdet am eigenen Leib sehen, wie sehr euer Körper die Regeneration für seine Erfolge braucht.

Intermittierendes Fasten während des Workouts
Es gibt zwei Wege, auf denen vielbeschäftigte Menschen versuchen, Gewicht zu verlieren. Erstens: Sie trainieren morgens vor der Arbeit. Zweitens: das Intermittierende Fasten, der Fitness-Trend der Stunde. Das Versprechen klingt verlockend: Einfach eine Zeit lang Fasten. Und zwar 16 Stunden am Tag, worauf ein Zeitfenster von 8 Stunden mit Nahrungsaufnahme folgt. Natürlich ist es gut, dem Körper eine Zeit lang eine Verdaungspause zu geben, aber Dr. Stacy Sims ist eher ein Fan vom „Essen wie eine vernünftige Person“, wie sie es nennt. Das bedeutet: Nach dem Abendessen wird bis zum Frühstück nichts gegessen. Daraus resultiert bei einer gängigen Routine allerdings „nur“ eine Essenspause von 12 bis 14 Stunden. Die intermittierende Methode erfordert mit ihren 16 Stunden Pause jedoch etwas mehr Disziplin. Und ob das am Ende für den Körper gut ist, bleibt die Frage. Denn der größte Fehler, den die Leute dabei machen, ist eben ohne Brennstoff hart zu trainieren. Natürlich kann man vor dem Frühstück auch mal locker joggen gehen. Aber seinen Körper ohne auch nur einen Snack ans Limit zu treiben, muss nicht sein. Wenn euch das IF-Training gefällt, bleibt dabei, aber versucht es doch mal mit einem kleinen Happen vorweg.

Entweder voll auf Intensität oder voll auf Ausdauer
„Ich hoffe, Sportler sehen bald wieder ein, dass hochintensives Training eine Ergänzung und kein Ersatz zur Ausdauer ist“, sagt der langjährige Lauftrainer Jonathan Beverly. „Der Fokus auf Intensität war tatsächlich eine notwendige Korrektur, weil sie lange übersehen wurde. Aber plötzlich wurde sie als einziges Mittel zum Erfolg angepriesen. Aber um deine Ziele zu erreichen, brauchst du beides: viel Ausdauer und ab und an volle Power bis zur Erschöpfung.“ Was der Läufer damit sagen will, ist, dass wir jahrelang dachten, Cardio und langes, aber gemäßigtes Laufen ist der Schlüssel zum Erfolg. Doch dann kam der Bootcamp-Trend und das HIIT (High-Intensity-Intervall-Training) und alle sind seitdem nur noch auf Dauerstrom und im Endlos-Powermodus unterwegs. Die besten Ergebnisse erzielt ihr aber mit einem guten Mittelweg. Für einen Läufer könnte das bedeuten: In einer Woche zwei längere, aber langsame Läufe, dazu ein Run mit einigen intensiven Intervallen sowie eine Yoga-Stunde und eine harte Einheit an Krafttraining á la Bootcamp. Eine ausgeglichene Mischung, die jeden Sportler mit Sicherheit stärker und schneller macht.

Keto als Allheilmittel
Bei der ketogenen Diät liegt der Schwerpunkt auf guten Fetten und Eiweißen. Kohlenhydrate sind dagegen tabu. Diese Ernährungsform funktioniert jedoch nicht bei jedem gleich. Klar, für die meisten Leute sind die Resultate ziemlich schnell sichtbar – deshalb war die Atkins-Diät früher auch so populär. Aber eine fettreicher Speiseplan kann vor allem für Frauen mit Hormonschwankungen zum Problem werden. Wenn euch also irgendjemand sagt, dass Keto das Alllheilmittel für Gewichtsabnahme sei, behaltet im Hinterkopf, dass es bei eurem Gegenüber vielleicht geklappt hat, aber möglicherweise für euch gar nicht gemacht ist. Das gilt übrigens auch für jeden anderen Ernährungstrend, von Paleo bis zum Veganismus.

Die Dünn-ganz-ohne-Arbeit-Abzocke
Die Ernährungsberaterin Anne Guzman scherzt: „Wenn ich noch einen Tee entdecke, der als schlankmachend verkauft wird, erschießt mich bitte. Wenn das wirklich klappen würde, wären wir längst alle super skinny!“ Sie hat Recht. Doch dieses Schema gibt es schon seit Jahrzehnten und ist auch heute noch allgegenwärtig. Sei es bei Tee, Snacks, Süßigkeiten (!) oder auch Workout-Plänen. Im Grunde gilt: Wenn irgendein Produkt oder eine Dienstleistung euch versprechen will, ohne jegliche Arbeit oder – noch schlimmer – durch das Essen selbst abzunehmen, winkt sofort ab. Ihr werdet viel Geld und Ärger sparen, wenn ihr euch einfach an den Grundsatz haltet: etwas mehr Bewegung und statt Donuts lieber Gemüse. Ziemlich einfach, oder?

Nylon
No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.

The NYLON Guide To: Manchester Previous Post
Warum "To All The Boys I've Loved Before" für mehr Representation sorgt Next Post

Follow us