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Halloween-Make-Up, Mädchensandalen und Hangover-Look: Bill Kaulitz über die Entwicklung seines Styles

Wenn jemand in Deutschland für unverwechselbare Looks steht, dann wohl Bill Kaulitz. Welche Stories aber stecken hinter dem rebellischen Style des Tokio-Hotel-Sängers? Im Rahmen des #StandByYourStyle-Panel-Talks von Zalando haben wir mit Bill besprochen, warum Schlaghosen der Start für sein Selbstbewusstsein waren und die Jogginghose nie Teil der Bühnenshow wird.

Bill Kaulitz hatte in der Öffentlichkeit schon viele Gesichter – oder vielmehr Styles. Wer sich an das Video zu „Durch den Monsun” erinnert, weiß: Alles fing mit einem schwarzen Netzshirt an. Dann kamen wilde XXL-Frisuren, Plateaustiefel, krass-dramatisches Augen-Make-Up. Auf dem Feld der deutschen Mode-Männer macht das Bill für viele zu einer Art Galionsfigur – denn trotz ständig wechselnder Looks hat der Sänger durchweg modisches Selbstbewusstsein bewiesen. Gerade deshalb hat Zalando ihn im Rahmen ihrer neuen Kampagne #StandByYourStyle zum Panel-Talk mit verschiedenen Influencern geladen, um über konsequenten Style ohne Kompromisse zu diskutieren. Auch für Bill gilt die Message des Kampagnenmottos: Zu bunt, zu schrill, zu laut, zu viel von allem? Gibt’s nicht. Warum ihn der Kauf von orangenen Plateausandalen als Kind trotzdem ins Schwitzen gebracht hat, verrät uns Bill im Interview.

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Foto: PR


Warum ist es wichtig, zum eigenen Stil zu stehen?
Für mich war mein Stil schon immer ein wichtiger Teil meiner Persönlichkeit. Er unterstreicht was ich sage und lebe. Für mich war es wichtig, individuell zu sein. Ich war ein unglaublich rebellischer Teenager: Alles, was entgegen der Norm oder Form war, wollte ich unbedingt durchsetzen. Mode hat mir Selbstbewusstsein gegeben. Noch heute liebe ich es, auf der Bühne in Rollen zu schlüpfen und Kostüme anzuhaben. Es gibt auch Künstler, die lieber in T-Shirt, Jogginghose und mit Gitarre auftreten. Wenn man mich in so einem Outfit dort oben hinstellen würde, müsste ich mich vermutlich wegducken.

Gab es dann jemals ein Outfit, das für dich ein Risiko war?
Es gibt zwei Momente in meiner Kindheit, an die ich mich gut erinnern kann: In der zweiten Klasse hatte eine Freundin orangene Sandaletten mit kleinem Plateau. Es waren Mädchensandaletten – und ich fand sie so schön! Also habe ich meine Mutter gefragt, ob ich nicht auch solche Schuhe haben könne. Sie sagte zu mir: „Ich kaufe sie, aber sage dir auch, dass Leute etwas dazu sagen werden. Anziehen kannst du sie trotzdem.” Das habe ich getan und war ziemlich aufgeregt. Und natürlich gab es tatsächlich viele Kinder, die gelacht haben. Mir war aber wichtiger, die Sandaletten wirklich zu tragen. Dieselbe Situation gab es mit einer Schlaghose. Ich war unglaublich dünn und mir haben nur wenige Hosen gepasst, also habe ich welche aus der Mädchenabteilung gekauft. Die saßen einfach besser. Es gab eine bestimmte Schlaghose mit Streifen, die ich wunderschön fand. Aber auch hier wusste ich, dass die Leute mich drauf ansprechen würden. Das war immer so, aber mir war es irgendwann egal.

Was ist das Beste daran, nicht in die Norm zu fallen und nicht auszusehen, wie jeder Andere?
Für mich ist Mode auch Spaß. Man darf sich davon nicht stressen lassen. Neben der Musik ist Mode für mich eine Leidenschaft – schon allein deswegen habe ich früher selbst genäht oder Kleidung gezeichnet. Ich wollte irgendwann Designer sein und eine eigene Modekollektion haben. Mode unterstützt die Musik in meinen Songs und Videos, ich habe immer einen visuellen Gedanken zu allem Musikalischen. Wenn ich einen Song schreibe, weiß ich schon, wie ich im Video aussehen und was ich bei der Performance tragen möchte. Auch bei Tokio Hotel gab es immer ein visuelles Konzept.

 

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finale @ the tokiohotel summer camp 2 nights ago! can we go back please!? 📸 by @domiwizzl

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Was denkst du über Menschen, die modisch nicht gerne provozieren möchten?
Das ist voll okay, nicht jedes Konzept passt für alle Menschen. Man kann sich gegenseitig inspirieren. Tom und ich haben zum Beispiel einen gemeinsamen besten Freund, wir waren sozusagen immer die drei „Freaks” der Schule. Als dieser Freund uns kennenlernte, war er ganz unscheinbar, hat dann aber angefangen, sich die Haare zu blondieren, sich anzumalen, Lederjacken zu tragen. Heute sagt er: „Ich hätte mich das niemals getraut, wenn ihr mir nicht das Selbstbewusstsein dafür gegeben hättet”. Unterstützung in der Gruppe hilft. Ob ich mich all das allein getraut hätte, weiß ich auch nicht, aber ich hatte eben den nötigen Support und Back-Up.

Du hast schon davon gesprochen wie du David Bowie, Freddie Mercury oder Prince für ihren Stil bewunderst. Wer beeindruckt dich noch?
Elton John mit seinen Plateauschuhen. Glam-Rock-Bands wie KISS mit ihrem Make-Up und ihren Frisuren. Lustigerweise hat sich die Offenheit gegenüber solchen Looks seitdem zurückentwickelt. Als ich mich so gestylt habe, war es ein großer Schocker, ich habe dafür viel auf den Sack bekommen – dabei hatten doch schon so viele Leute zuvor den Weg geebnet. Die Sache mit meinem Make-Up hat auf einer Halloween-Party angefangen: Ich hatte mich als Vampir geschminkt. Nach der Party fand ich den Look so toll, dass ich mich gerne jeden Tag schminken wollte, also bin ich ab sofort auch so zur Schule gekommen.

 

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that was fun!!! thanks @prosieben and @theacademy for having me 🕺🏼

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Du bist selbst bei den vergangenen Oscars gewesen, als Billy Porter auf dem roten Teppich seinen großen Auftritt im Kleid hatte. Wenn du selbst einen solchen Auftritt inszenieren könntest, wie würdest du ihn gestalten?
Ich mag es, mich auch auf dem roten Teppich nicht anzupassen. Trotzdem ziehe ich mich unglaublich gern schick an. Ich habe schon früh gelernt, dass es immer eher darauf ankommt, wie man ein bestimmtes Stück stylt. Es gibt oft Jacken, die eigentlich ziemlich hässlich verschnitten sind – aber dann schnürt man sie unten enger, zieht sie hoch oder steckt sie in die Hose. Bei den letzten Oscars zum Beispiel habe ich bei einem Anzug das Sakko in die Hose gesteckt und hatte meine Hosenträger über dem Anzug, statt darunter. Außerdem mag ich schicke Styles von Karl Lagerfeld oder weite Marlene-Hosen. Ich fände auch ein Cape mal toll.

Wie siehst du deinen Style in der Zukunft?
Gerade gestern habe ich mich mit unserem Kostümdesigner getroffen, um die Looks für die nächste Tour durchzugehen. Ich liebe es, den Style zu wechseln und könnte mich niemals nur für Lederjacke und Sneaker entscheiden. Meistens ziehe ich mich eher gegenteilig von meiner Gefühlslage an. Wenn ich zum Beispiel einen Kater habe, trage ich viel weiß, um mich aufzuwecken und aufzumuntern. Ich bleibe trotzdem unentschlossen: Niemals könnte ich meinen Koffer nach Outfits packen. Lieber mache ich meinen Kleiderschrank auf und nehme meine Lieblingsteile mit. Und dann kommt es darauf an, wie ich mich am jeweiligen Tag fühle.

Robin Micha
1 Comment
  • Isy
    April 13, 2019 at 3:11 pm

    @billkaulitz

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