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Von diesen Pride-Kollektionen profitiert die LGBTQIA+ Community wirklich – Fashion News der Woche

Sie sorgen für wichtige Sichtbarkeit der queeren Community und sind gleichzeitig als Marketing-Tool verschrien: Pride-Kollektionen. Von welchen Drops die Community trotzdem profitiert und warum genau das der Standard sein sollte, zeigt die Special Edition unserer Fashion News der Woche.

Der Juni ist ein Monat wie jeder andere, aber für viele ist er vor allem Pride Month. Ein Monat, in dem es gilt, sich selbst als Teil der queeren oder LGBTQIA+ Community zu feiern oder als echter Supporter und Ally ihre Mitglieder zu unterstützen. Der Pride Month ist aber auch ein lukratives Zeitfenster im Geschäftsjahr vieler (Mode-)Konzerne. Wie bei allen größeren Debatten um die Diskriminierung verschiedener Gruppen springen Brands von Supermarkt bis Modelabel mit Pride-Kollektionen auf den Zug der modischen Solidarität auf. Das kann man in jedem Fall kritisch sehen, schließlich wäre es leider naiv zu glauben, dass bei jeder großen Marke nicht auch der eigene Geschäftserfolg im Vordergrund stünde. Außerdem gibt es viele andere Möglichkeiten, den Stolz zur eigenen Identität nach außen zu tragen als sich literally in Regenbogen zu hüllen.

Pride-Kollektionen = 😈?

Und trotzdem müssen Pride-Kollektionen nicht verteufelt werden. Immer mehr Marken haben verstanden, dass ihre Designs nur dann ein wirkliches Zeichen setzen, wenn sie dazu beitragen, die weltweiten Ungerechtigkeiten gegenüber der queer Community aus der Welt zu schaffen. In der Special Edition unserer Fashion News der Woche findet ihr deshalb fünf Kollektionen, die sich zumindest mit Teilen des Erlöses an der Unterstützung von Support-Organisationen beteiligen. Pride bedeutet schließlich auch Zusammenhalt. Wenn wir aber noch einen Tipp abgeben dürften: Auch für internationale Marken wäre eine Spende in Deutschland wünschenswert – denn LGBTQIA+ Verbände und Organisationen verdienen auch bei uns große Unterstützung für ihre Arbeit.

ASOS x GLAAD


Fotos: Asos

Nun schon zum dritten Mal präsentieren Asos und die Organisation GLAAD eine gemeinsame und divers aufgestellte Pride-Kollektion. Was in der ersten Runde noch als schlichte Collab mit „Unity”-Wording anfing, ist in der dritten Zusammenarbeit definitiv…na ja, expressiver geworden. In der aktuellen Range, die auch die ASOS Plus Size Linie umfasst, sind Ombre-Schlangenprint, Neon-Farben und ein handschriftliches „Unity”-Logo (ebenfalls in Neon-Pastelltönen) der Fokus. Passend zu den heißen Temperaturen der in Deutschland noch anstehenden CSD- und Pride-Events besteht die Kollektion unter anderem aus Shirts, (Crop) Tops, Shorts , lockeren Oversize-Hemden und Accessoires. Nun aber zum eigentlichen Benefit: Asos geht mit gutem Beispiel voran und spendet nicht nur etwa einen Teil des Erlös, sondern 100% der Einnahmen an GLAAD. Die Medienorganisation setzt sich seit über 30 Jahren gegen die Diffamierung der queeren Community ein und fokussiert sich dabei vor allem auf korrekte Representation in den Medien.

Calvin Klein


Fotos: Calvin Klein

Ähnlich präsent wie GLAAD ist auf Weltebene die Human Rights Campaign Foundation. Laut eigener Beschreibung arbeitet die Organisation daran, den Support für die LGBTQIA+ Community unter „Familien und Freunden, Kollegen und Arbeitgebern, Pastoren und Pfarrern, Ärzten und Lehrern, Nachbarn und der allgemeinen Öffentlichkeit” aufzubauen. Und dabei wird die HRCF nun von Calvin Klein mit einer Spende unterstützt. In welcher Höhe diese liegt und ob sie aus den Einnahmen von Calvin Kleins Pride-Initiative entnommen wird, ist leider nicht bekannt – die Investition in ein Teil der Capsule Collection könnte sich trotzdem lohnen. Hoodies in Regenbogen-Farben (mal nicht gestreift, sondern quasi gepatcht), kleinere Regenbogen-Logos und Accessoires mit Rainbow-Strap machen die Kollektion zu der etwas subtileren Variante von #pride. Für Minimalisten und die Alltagstauglichkeit also just about right.

Ralph Lauren


Fotos: Ralph Lauren

In New York City ehrt Pride in diesem Jahr einen Meilenstein: Stonewall50. Vor exakt 50 Jahren haben die Stonewall Riots, bzw. das Stonewall Uprising über fünf Tage ein monumentales Zeichen für den Kampf um queere Rechte gesetzt. Ohne Stonewall keine Pride, könnte man so sagen, und ohne Stonewall (und vor allem die Aktivistinnen Marsha P. Johnson und Sylvia Rivera) kein LBGTQIA+ Aktivismus, wie wir ihn heute kennen. Vielleicht hat sich Ralph Lauren genau deshalb die Stonewall Community Foundation als Spendenziel für die hauseigene Pride-Kollektion ausgesucht. Von jedem verkauften Shirt mit Rainbow-gefärbten Polo-Logo spendet die Brand 100 Prozent des Erlöses an die Foundation. Von jedem weiteren Teil (und dazu gehören unter anderem zum Beispiel ein Hoodie oder ein Poloshirt) wird immerhin die Hälfte gespendet. Diese Einnahmen wiederum reichen in weite Kreise: Die Stonewall Community Foundation arbeitet weltweit mit verschiedenen LGBTQIA+ Organisationen zusammen, denen die Spenden ebenfalls zugute kommen.

Esprit x Craig & Karl


Fotos: Esprit

Esprit geht das Thema Pride-Kollektionen ein wenig anders an. Auch diese Brand sorgt dank der Kollaboration mit dem New Yorker Design-Duo Craig & Karl für Spenden. Statt Geldbeträge lässt Esprit damit aber Mahlzeiten „fließen”. Die Marke arbeitet mit dem New Yorker „Ali Forney Center“ zusammen, das sich für obdachlose LGBTQIA+ Jugendliche einsetzt und spendet ganze 12.500 Mahlzeiten für queere Teens in Not. Außerdem erhalten vier Jugendliche aus dem Center die Möglichkeit, in der zugehörigen Kampagne ihre eigene Geschichte zu erzählen und dem Problem um Obdachlosigkeit unter jungen Mitgliedern der LGBTQIA+ Community mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Für die Kollektion haben sich Craig & Karl auf ihre typischen Pop-Art-inspirierten Kunstwerke besonnen und eine Kollektion aus insgesamt acht Styles und 26 Optionen mit bunten Logos und Applikationen entworfen. Und auch wenn hier die Pride-Flagge im Logo nicht auf höchstem Mast weht, greift die Farbwahl der Designs natürlich auf die Rainbow-Palette zurück. Gotta stick to the memo, und so.

Teva x Tegan & Sara

Und natürlich dürfen beim Thema Pride-Kollektionen auch Musikerinnen als Gastdesignerinnen nicht fehlen – man will ja schließlich gern zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. In der Zusammenarbeit von Sandalen-Marke Teva und dem Pop-Duo Tegan & Sara hat das aber tatsächlich einen Benefit. Gemeinsam haben Marke und Musikerinnen die klassische Teva-Sandale (übrigens gerade vorn mit dabei beim Ugly Sandal Trend) das wohl typischste Pride-Makeover überhaupt erhalten. Die leichte Sohle des Schuhs wurde buchstäblich auf ein neues Level befördert und besteht nun aus einem dicken Plateau mit Regenbogen-Streifen. Und hier nun noch der wohltätige Zweck on top: 15 US-Dollar jedes verkauften Paars werden an die Tegan and Sara Foundation gespendet, wobei die Spende am Ende bis zu einer Höhe von 30.000 Dollar anwachsen kann. Die Foundation der Schwestern setzt sich vor allem in Sommercamps für die Weiterbildung von queeren Jugendlichen ein, um ihr Selbstbewusstsein auf- und Führungspotential auszubauen, damit sie – ähnlich wie die Sandale – im Leben hoch hinaus kommen.

Robin Micha
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