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Von Kunst bis Gesellschaft: Kicki Yang Zhang erklärt im Interview, welche Chancen in Veränderung stecken

Wir haben mit Künstlerin Kicki Yang Zhang a.k.a. Kicki Yangz gesprochen und geklärt, wie sie die Zeit im Social Distancing verbringt und ihre Plattform 2020 für positive Veränderung nutzt – in Denkweisen und Kunst.

Kicki Yang Zhang, besser bekannt als Kicki Yangz, gehört mit zu einer Generation junger Artists, Aktivist*innen und Perfomer*innen, die von Followern, Szene und Brands vor allem für ihre progressive Message geschätzt werden. In ihrer Arbeit will Kicki engstirnige Denkmuster aufbrechen und könnte auch ihre Kunst schon sehr bald wieder Veränderungen unterziehen – aber dazu gleich mehr. Jetzt gerade verbringt die Künstlerin selbstverständlich erst einmal Zeit zuhause, anstatt auf internationalen Jobs. Hier verrät sie uns deshalb aus der Social Distance, warum sie mit ihrer Reichweite für eine positive und reflektierte Message steht und in welche Filme und Songs sie sich flüchtet, wenn doch mal negative Gedanken kommen.

Die ersten drei Monate von 2020 waren schon in jeder Hinsicht wild – wie fühlt sich das Jahr bisher für dich an?
Für mich war es bis jetzt eine große Herausforderung. Die ersten drei Monate sind so schnell vergangen, weil ich die ganze Zeit gearbeitet habe und überall hingereist bin. Jetzt gerade stehe ich wie viele unter Selbst-Quarantäne und weiß, dass das zwar nicht ideal ist, aber ich sehe es auch als Chance um mich zu entspannen, zurückzuspulen und mich meinen Independent-Projekten zu widmen. Ehrlich gesagt genieße ich es ziemlich, zu Hause zu sein und nicht Party zu machen.

Du liebst Sneaker, und der Air Max von Nike zum Beispiel steht für Fortschritt vor Perfektion. Was ist die positive Veränderung, die du in dieser Welt inspirieren und umsetzen willst? 
Ich möchte Menschen dazu inspirieren, keine Angst davor zu haben, ihr wahres Selbst zu sein. Außerdem möchte ich sie dazu inspirieren, offener zu sein und Dinge zu akzeptieren, die für sie ungewohnt oder anders sind. Eines der schwierigsten Dinge ist es, das Mindset von Menschen zu öffnen, denn wenn man erst einmal eine Meinung hat, ist man stur und hält daran fest – selbst wenn diese Meinung vielleicht einzelne Menschengruppen diskriminiert.

Ende Februar hast du auf Instagram von Plänen geschrieben, deinen Feed-Content zu verändern. Welche Veränderungen schweben dir für die Zukunft vor, was würdest würdest du gern mehr pushen?
Bisher zeigen alle meine Bilder mich als Person und ich schätze, dass mir Menschen deswegen folgen. Ich will aber auch zeigen, was ich alles mache und versuche, außerhalb der Fashion- und Beauty-Schublade kreativ zu sein. Ich möchte also in Zukunft mehr von meiner Kunst zeigen, nicht nur auf meinem Gesicht, sondern auch auf Papier, Skulpturen, dem Tablet oder welches Medium auch immer sich anbietet.

Könntest du dir vorstellen, deine Reichweite im Alltag auszuweiten und deine künstlerischen Talente auf eine praktische Ebene zu übertragen, zum Beispiel in Collabs wie mit Nike oder durch Workshops und ähnliche Kurse für Follower?
Ich hätte definitiv Bock auf eine Collab! Einen Workshop habe ich auch schon einmal versucht. Der ist aber leider ziemlich gescheitert, weil diejenige, die mit den Materialien beauftragt war, meine Liste ignoriert hat. Es war ein Customization-Workshop und sie hat dafür Farbe besorgt, die nicht auf Textilien hält…aber es hat trotzdem Spaß gemacht und ich habe versucht, das Beste daraus zu machen. Mit ein bisschen besserer Organisation wäre ich definitiv bei einem zweiten Workshop dabei. Ich liebe es, meinen Followern etwas zurückgeben zu können.

Du machst auch auf Themen wie Rassismus, den Klimawandel oder Veganismus aufmerksam – gerade jetzt hast du zum Beispiel wieder dazu aufgerufen, Nachrichtenberichterstattungen (zum Coronavirus) reflektiert zu lesen. Warum ist es für dich von Bedeutung, auf deiner Plattform auf solche wichtigen Themen aufmerksam zu machen? 
Viele junge Menschen verfolgen keine Nachrichten mehr und verlassen sich auf Social Media. Das ist gleichzeitig Fluch und Segen. Eine Message lässt sich leicht verbreiten aber gleichzeitig ist es auch sehr einfach, Fake News zu teilen – und niemand überprüft die Quellen. Meistens ist das also meine Art, Menschen zu schützen. In diesem Fall sind das meine asiatischen Mitmenschen im Ausland, die aufgrund von voreingenommenen News beleidigt und sogar in der Öffentlichkeit angegriffen werden. Seit mein Following immer mehr wächst, sehe ich es als Chance, einen positiveren Eindruck in dieser Welt zu hinterlassen. Wer würde das nicht wollen?

Nicht nur durch deine Perücken, sondern auch durch dein Styling und deine Make-Up-Meisterwerke mit verschiedenen Stil-Einflüssen sind deine Mode- und Beauty-Looks immer vielseitig. Wie überträgst du diese vielen Facetten auf deine geheimen Sneaker-Style-Tipps, zum Beispiel für den Air Max Verona?
Ich mag vor allem den Clash von verschiedenen Styles, zum Beispiel Sneaker zu einem Kleid stylen, um für mehr Spaß zu sorgen. Oder ich style Sneaker mit einem Anzug, um das Ganze ein wenig aufzulockern. Das ist das Schöne an einem Paar Sneaker, sie passen zu fast allem.

Du verbreitest eine positive Message zu Self-Care und dazu, immer gut mit sich selbst umzugehen. In welche Serien, Playlists oder Podcasts flüchtest du dich, um düsteren Gedanken zu entkommen?
Es ist zwar keine Serie, aber wann immer ich mich down fühle liebe ich es, Filme von Wes Anderson zu gucken. Ich mag nicht nur seinen grundsätzlichen Aesthetic in Filmen; seine Art, Storys zu schreiben ist einfach genial. Jedes Mal, wenn ich „Moonrise Kingdom” schaue, weine ich und fühle mich danach besser. Wenn ich düstere Gedanken habe, kann ich keine Musik mit Lyrics hören, also ist meine erste Adresse da immer Chopin. Ich bin mit viel klassischer Musik aufgewachsen und er ist mein liebster Klavier-Komponist.

Fotos: Nicola Rehbein

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Robin Micha
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