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Weiße Rosen, Bruno Mars und #TimesUp: Die Grammys 2018

Bruno Mars und Kendrick Lamar räumen ab, während weiße Rosen und Looks ein Zeichen setzen. Warum die Grammys ein Zeitgeist-Spiegel sind und was vor und hinter den Kulissen passiert ist – euer NYLON-Überblick.

Another day, another award: Gestern Abend wurden in Los Angeles die Grammys 2018 verliehen. Und wie schon die Golden Globes vor einigen Wochen war auch dieser Award gezeichnet von emotionalen Reden, Performances und bedeutungsvollen Red-Carpet-Looks.

BRUNO RÄUMT AB
Der große Gewinner des Abends kommt ein bisschen überraschend: Bruno Mars räumt ganze sechs Awards in den wichtigsten Kategorien ab. Nicht nur das ‘Album Of The Year’ gehört ihm (für 24k Magic), sondern auch der ‘Song Of The Year’ und ‘Record Of The Year’ (für That’s What I Like). Nebenbei heimste der Sänger dann noch in der Kategorie RnB die Preise für das beste Album, die beste Performance und ein weiteres Mal für den besten Song ein. Als Krönung gab’s die Performance vom Finesse-Remix mit Hype-Queen Cardi B – ganz Video-getreu im 90’s Look.

Schon bei den Nominierungen war zu erkennen, dass es sich bei den diesjährigen Gewinnern hauptsächlich um Männer handeln würde, ganz egal in welcher Kategorie. Und so ist es keine wirkliche Überraschung, dass das beste Rap-Album an das gefeierte HUMBLE. von Kendrick Lamar geht. Passend dazu geht auch der Award für die beste Rap-Performance an ihn – für LOYALTY kommt mit Rihanna auch eine der wenigen weiblichen Künstlerinnen auf die Gewinnerliste der wichtigen Kategorien. Im Pop geht es ähnlich weiter: Hier gewinnt Chart-Gigant Ed Sheeran mit seinem Album ÷ (Divide) das beste Album und mit Radio-Ohrwurm Shape Of You den besten Song. Und auch in dieser Kategorie gehen damit die Ladies wie Lady Gaga, Kesha oder Lana Del Rey leer aus. 

Kendrick though. #GRAMMYs

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WEIßE ROSEN FÜR #TIMESUP
Eröffnet wurde der Abend von Lady Gaga. Am Schwanenflügel-Klavier sang sie den Titel-Track ihrer letzten Album-Ära, Joanne. Mit einem kurzen Kommentar (“Times up”) leitete sie damit die Botschaft des Abends ein: gegen sexuellen Missbrauch, gegen Ungleichheit zwischen Männern und Frauen. Zu den bedeutendsten Performances sollte an diesem Abend aber der Auftritt von Kesha zählen. Im White-All-Over-Look performte sie ihre Comeback-Hymne Praying. Nach ihren viel diskutierten Vergewaltigungs-Vorwürfen und Karriere-Stop durch den Produzenten Dr. Luke bedeutet diese Grammy-Performance wohl einen der Höhepunkte auf ihrem Weg des Sieges über die Machtspiele des Musikbusiness. Unterstützt wurde Kesha dabei von Kolleginnen sämtlicher Generationen, wie Camila Cabello, Cyndi Lauper, Bebe Rexha, Julia Michaels und den Frauen des Resistance Revival Chorus.

Mit den weißen Looks ihrer Performance haben die Sängerinnen ein weiteres Mal die #MeToo und #TimesUp-Movements unterstützt. Schon auf dem Red Carpet gab es dazu eine Botschaft: Die Gäste (auch die Boys) trugen weiße Rosen als Symbol zur Unterstützung der Bewegungen. Das wohl powervollste Statement dazu kam aber von Sängerin Janelle Monáe, die den Auftritt von Kesha und Co. mit der folgenden Message ankündigte: “Wir sagen dass die Zeit vorbei ist für ungleiche Bezahlung, Diskriminierung oder jede Form der Belästigung und Machtmissbrauch. So wie wir die Kraft dazu haben, Kultur zu formen, haben wir die Kraft, die Kultur, die uns nicht guttut, zu vernichten. Lasst uns, Frauen und Männer, als eine vereinte Musikindustrie zusammenarbeiten und uns dem widmen, ein sicheres Arbeitsumfeld, gleiche Bezahlung und Zugang für alle Frauen zu schaffen.”

ALL HAIL QUEEN B & LORDES GEHEIME MESSAGE

Bei all den Performern, Rednern und Gewinnern dürfen aber natürlich auch nicht die fehlen, die nur mit simpler Anwesenheit einen großen Eindruck hinterlassen. Die eine, oder einzige, die dies gerne schafft, ist Queen B. Zusammen mit Jay-Z und Tochter Blue Ivy glänzte sie nicht nur in der Front Row, sondern inspirierte schon mit ihrem Pre-Party-Look ein neues, wunderbares Meme. Ein weiterer Superstar unterstützte den bedeutungsvollen Abend dann ebenfalls noch mit einem Special Outfit: Lorde verzichtete auf den Statement-Act der weißen Rose und verzichtete ebenfalls auf den Red Carpet, angeblich aus Protest über die wenigen weiblichen Nominierungen der Awards. Stattdessen ließ sie in ihr rotes Valentino-Kleid einen Auszug aus dem Gedicht The Apocalypse Will Blossom von Jenny Holzer einnähen. Darin heißt es “Das Alte und Korrupte muss beiseite gelegt werden, bevor das Gerechte triumphieren kann. Widerspruch wird erhöht (…) Die Apokalypse wird blühen.” Weiße Rosen taten es schon an diesem Abend. Hoffentlich mit Erfolg.

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Header-Bild: Getty Images via @thefader Instagram, Kevin Winter/Getty Images for Naras, Instagram @brunomars, Instagram @beyoncé

Robin Micha
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