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Warum ihr Cardi B kennen müsst

Sie hat 10,5 Millionen Abonnenten auf Instagram und ist dank ihres No.1-Hits die meist diskutierte Frau der Woche. Ihr kennt Cardi B noch nicht? Macht euch bereit für eine 24-Jährige, die aus der Bronx die Welt erobern wird.

Foto: Getty Images

In den Schlagzeilen der vergangenen Woche ging es mal wieder vor allem um eine: Taylor Swift. Ausnahmsweise wurde sie in den Headlines jedoch nicht für ihre neuen Hits abgefeiert, für alte Songs angeklagt oder dank ihres neuen Video gehypet. In dieser Woche musste Taylor Swift eine seit langem unbekannte Erfahrung machen: Der Top-Spot in den Charts gehört nicht mehr ihr. Was sich für Swift anfühlen mag wie ein kleiner “Zwischenfall”, ist für eine andere der Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere: Welcome To The Stage, Cardi B.

Schaut man sich also diese Woche die Entertainment-News an, geht es vor allem darum, dass Cardi B mit ihrem Song “Bodak Yellow (Money Moves)” Taylor Swifts “Look What You Made Me Do” vom ersten Platz der US-Billboard-Charts gestoßen hat. Oder darum, dass Taylor Cardi zum Glückwunsch Blumen geschickt hat, und als was für ein Zeichen das wieder interpretiert werden könnte. Oder darum, wie Azealia Banks sich wieder einmischt, und statt Blumen Hassbotschaften schickt. Aber nie geht es um die Frau, die gerade ihr Leben abfeiert, nämlich Cardi B selbst.

Das mag vielleicht daran liegen, dass Cardi B trotz No. 1-Hit und Millionen von Instagram-Followern gerade außerhalb der USA noch nicht jedem ein Begriff ist. Komisch, eigentlich, schließlich schlummert ihr Beat schon seit längerer Zeit unter der Oberfläche. Belcalis Almanzar, wie sie bürgerlich heißt,  kommt, wie es sich für den Kult-Rapper-Status gehört, aus der New Yorker Bronx und erfüllt dort so ziemlich jedes Klischee: Von der Mutter aufgezogen wächst sie ohne Warmwasser auf, verdient ihr Geld in Strip Clubs, wird dann vor ein paar Jahren durch ihre freche Art zum Social-Media-Star, geht auf Partys, lernt wichtige Leute kennen, releast Mixtapes. Vor zwei Monaten unterzeichnet sie dann ihren Vertrag beim Label Atlantic Records. So einen Aufstieg hat selbst eine Taylor Swift nicht hinter sich. Almanzar selbst bleibt dabei ihrer selbstbewussten Attitude treu. Schnippende Finger mit XXL-Nägeln, unverblümte Schimpfwörter, Lips und Hair On Fleek: Cardi B ist die “Gangsta”-Schwester von nebenan. Jetzt kann sie ihre Identität endlich mit Musik untermauern.

Wer sich auch nur ein bisschen mit Hip Hop außerhalb des eigenen Blocks beschäftigt, wird schon von Cardi B gehört haben. Es ist aber ihr ziemlich monumentaler Erfolg mit “Bodak Yellow”, der sie nun auch in die Schlagzeilen von Newsportalen und Tageszeitungen katapultiert. Und wie häufig bei neuen Chart-Eroberungen regnet es Zahlen und Vergleiche – die können wir euch natürlich nicht vorenthalten: Seit Lauryn Hills “Doo Wop (That Thing)” von 1998 ist “Bodak Yellow” der erste Track einer Solo-Rapperin an der Spitze der US-amerikanischen Charts. Alle Kolleginnen, die diesen Platz in der Zwischenzeit erreicht haben, hatten immer andere Künstler an ihrer Seite.

Cardi B aber macht ihr Ding eben besonders gut allein. Von ihrem im Gefängnis sitzenden Freund hat sie sich Anfang des Jahres getrennt. Für eine Beziehung hätte sie aktuell wohl sowieso kaum Zeit: Während sie bei den diesjährigen VMAs noch stiefmütterlich auf dem blauen Teppich vor dem Event performen musste, wird ihr bei der nächsten Award-Show sicher ein besserer Platz gesichert sein. Cardi B posiert jetzt auf dem Cover wichtiger Musik-Magazine und hat bereits den Segen eines ihrer größten Idole, Missy Elliott.

Wir würden es deshalb verstehen, wenn Cardi diese Woche 24/7 Party machen würde. Und natürlich tut sie das, verliert aber ihren Einfluss und Reichweite nicht aus dem Auge: Unter ihren aktuellsten Insta-Posts finden sich Videos, die zum Spendenaufruf für Hurrikane-Opfer in Puerto Rico aufrufen. Und es kann wohl nur jemand wie Cardi B sein, die einen Stripclub mit Spenden (in nicht Geld-Form 😉) verbindet. Im Strip-Club “Lust NY” wird besonders viel Material abgeladen. Cardi ruft Initiator TIDAL auf, mal kurz mit ‘nem Truck im Club vorbeizuschauen und die Spenden abzuholen. Denn: “UNTERSCHÄTZT STRIP CLUBS NICHT, WIR KÜMMERN UNS UM DIE MENSCHEN !!!!”. Die Mutter Teresa des Gangsta-Rap.

Cardi B ist ein bisschen wie das Bild eines neuen amerikanischen Traums. Jemand, der seine Wurzeln nicht vergisst, aber trotzdem den großen Aufstieg schafft. Vielleicht wird ihre Herkunft aus der Bronx mal zu ihrem Kapital werden. Das hat sich für eine andere No. 1-Sängerin schon einmal ausgezahlt: J. Lo sang einst: “Don’t be fooled by the rocks that I got, I’m still Jenny from the block”.  Taylor Swift muss sich an die Vorstellung des zweiten Platz gewöhnen. Platz 1 gehört jetzt nämlich Cardi – from the block.

 

Robin Micha
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