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So sieht das
perfekte Hangover-Make-up aus

Wir sagen nur: Konter-Bier fürs Gesicht.

Text: Tamin Alnuweiri // Illustration: Jihyang Lim

Am Samstagmorgen frage ich mich regelmäßig, wie um alles in der Welt ich mich ernsthaft so früh am Tag zum Brunch verabreden konnte (früh = 13 Uhr). Neben Bekämpfung des „Bin ich noch betrunken oder ist mir einfach nur schlecht?”-Gefühls, ist es auch eine Herausforderung für sich, mich sowohl körperlich als auch geistig auf die Außenwelt vorzubereiten. Weil ich eine Streberin bin, lege ich für diese schöne einstündige Mahlzeit gern ein komplettes Make-up auf. Aber wer jemals einen richtig miesen Kater hatte, weiß, was für eine beängstigende Aufgabe es sein kann, sich unter diesen Umständen in Schale zu werfen.

Als ich mich neulich nach einer durchzechten Nacht mit Freunden zum besagten Brunch traf, brachte ich dieses Problem zur Sprache. Ich hatte tonnenweise Make-up aufgelegt, um die Partyspuren auf meiner Haut zu kaschieren. Doch anstatt etwas zu verbergen, machte ich es nur noch schlimmer. Eine Freundin, die gerade aus Asien zurückgekehrt war, erzählte mir, koreanische und japanische Frauen hätten das „Hangover-Make-up”-Problem gelöst. Klar, wer auch sonst?

Wie sich herausstellte, ähnelt das Rezept für „Hangover-Make-up” dem für Hangover generell: Es ist eine Abwandlung der Konterbier-Methode. Der Trick ist, die Augen mit rotem Lidschatten zu betonen, um wach und munter auszusehen – das Problem also akzentuieren, nicht verstecken. „Hangover-Make-up”, lernte ich, besteht aus drei Hauptmerkmalen: das koreanische „aegyo sal“, das übersetzt so viel wie „charmantes Fett” heißt und bedeutet, dass man sich kleine Tränensäcke unters Auge schminkt (wirklich!); das japanische „me no shita chiiku“, wodurch die untere Augenpartie „errötet“ sowie verwischter Eyeliner. Das effektivste „Hangover-Make-up” ist ebenfalls definiert: keine zusätzliche Farbe im Gesicht. Das heißt: kein Rouge, Highlighter oder Conturierung.

Wenn ihr einen Kater habt, könnt ihr euch vermutlich nicht vorstellen, ernsthaft geschwollene Augen faken zu müssen. Doch der Schlüssel des Ganzen ist, es als Teil eines einheitlichen Looks wirken zu lassen, anstatt als Verwüstungsspur der vergangenen Nacht. Verwendet für die „aegyo sal“-Methode am besten einen Contouring-Stift. Mein persönlicher Favorit ist „Play 101 Contour Duo“ von Etude House, da es die perfekte Größe für Tränensäcke hat. Malt mit der dunkleren Nuance einen Halbkreis an die Stelle, an der eure tiefste Augenfalte sitzen sollte und blendet die Übergänge leicht aus.  Als nächstes kommt „me no shita chiiku“, was wirklich der Kernpunkt des Looks ist. Es deckt Rötungen unter den Augen ab, bringt Farbe ins Gesicht und lässt die Augen gleichzeitig größer werden. „Flash Color Case“ von Make Up For Ever beispielsweise besteht aus 12 cremigen Farbtönen, die sich mit dem Finger auftragen lassen und idiotensicher sind. Die Nuancen „Rosewood“ und „Fresh Pink“ sind der perfekte Blush-Ersatz und lassen sich quasi im Gehen ganz easy-peasy unters Auge wischen. Die Palette hatte auch braune Schattierungen, mit denen ihr notfalls auch die oben erwähnten kleinen Tränensäcke konturieren könnt. Und der verwischte Eyeliner? Der soll so aussehen, als wärt ihr mit eurem Make-up eingeschlafen und hättet euer Gesicht nicht gewaschen, bevor ihr aus dem Haus gegangen seid – was in meinem Fall meist ein sehr reales Szenario ist. Aber wenn ihr disziplinierter seid als ich, wird der „Shadowstick“ von Estée Edit im Farbton „Jet Black“ (oder in jeder anderen dunkleren Schattierung) den Unterschied machen. Für den Feinschliff sorgen gepflegte, aber nicht übertrieben betone Instagram-Augenbrauen. Greift zu leichten, subtilen Brauengels (wie Charlotte Tilburys „Legendary Brows“ anstelle von intensiven Farbtönen.

Auch wenn es seltsam erscheint, die Spuren eines klassischen Hangovers zu betonen bzw. zu faken, haben wir im Laufe der Zeit doch ganz ähnliche Modeerscheinungen gesehen. Denkt nur an die jüngste Trendwelle des „No-Make-up“-Make-ups! Der „Hangover-Make-up”-Look ist eine Möglichkeit, jugendlicher und strahlender auszusehen. Eben so, als ob euer Körper den ganzen Spaß gaaanz locker wegstecken kann, den ihr ihm so zumutet.

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