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Lernt den Mann hinter den Looks von Ariana Grande und Céline Dion kennen

Wir sprechen mit Celebrity-Stylist Law Roach über alles, was Fashion betrifft.

Text: Taylor Bryant // Bild: Reebok

Im Laufe der letzten Monate ist der Stylist Law Roach dafür bekannt geworden, Céline Dion von einer singenden Diva in eine Modeikone zu verwandeln. Es schien, als sei Céline Dion über Nacht auf Fotos gelandet, die sie in Haute Couture gekleidet in den Front Rows von Paris oder in Videos der Vogue zeigen. Bitte betitelt es nicht einfach als ‚Comeback’ und lobt stattdessen den Mann hinter den Looks.

Roach, der sich gerne als „Image-Architekt“ beschreibt, fing an mit Dion zusammenzuarbeiten, als diese ihm ihre Begeisterung für seine Verwandlung von Zendaya gestand. Und obwohl diese beiden Frauen die bekanntesten öffentlichen Beispiele für sein Schaffen sind, arbeitete er in den vergangenen zwei Jahren unter anderem auch mit Ariana Grande zusammen.

Es ist komisch, dass Grande nur selten in Verbindung mit Law gebracht wird, aber das rührt wahrscheinlich daher, dass der Popstar, anders als Dion oder Zendaya, einen klaren Stil vertritt: Oversize-Pullover, ohne Hose darunter, dazu Overknees und ihr Haar immer zu einem sehr langen Pferdeschwanz gebunden. Sie weiß genau, was ihr gefällt („eigenartig, aufgedreht und etwas bizarr“, wie sie es beschreibt) und Law hilft ihr dabei ihren Look auf ein „Law-Level“ zu bringen, wie Grande es nennt. Zudem lebt sie zurückgezogen. Man bekommt sie weder auf den Roten Teppichen noch während der Fashion Weeks zu Gesicht. Somit werden ausschließlich ihre Konzerte zu Gelegenheiten, anlässlich derer man Laws Look begutachten kann.

Und jemanden für eine Tour zu stylen (Law steckte hinter den meisten Looks für ihre Dangerous Woman-Tour) ist anders, als jemanden für ein glamouröses Event zu kleiden. Beides erfordert Recherche, so erzählt uns Law während eines Reebok Events, bei dem auch Grande anwesend war (sie ist das neue Gesicht der aktuellen Kampagne), wobei die Vorbereitung für eine Tournee schon fast technischen Charakter hat. „Man schaut sich zuerst nur die Zeichnungen der Roben an, dann werden sie produziert. Es ist lustig, denn erst daraufhin wird anprobiert, maßgefertigt und wieder zurückgeschickt, bis sie am Ende bühnenreif sind“, vertraut er uns an. „Außerdem gibt es noch die kleine Hürde des ‘quick change’, was bedeutet, dass jedes Outfit die Voraussetzung erfüllen muss, innerhalb von 90 Sekunden gegen das nächste ausgewechselt werden zu können.“

Das vereinfacht man, indem man Reißverschlüsse anbringen lässt. „Und zusätzlich benötigt man Platz für die Verkabelung, sogar die Accessoires werden in das Kleidungsstück integriert”, sagt er. „Zum Beispiel sieht man sie zu Beginn der Show bei dem ersten Song – sie trägt ein Strass-Collier um den Hals, und dieses ist tatsächlich in den Bodysuit mit eingenäht.“

Der Strass-besetzte, komplett schwarze Halsband-Look, den Grande nach der Show mit einer übergroßen Bomberjacke kombinierte, ist das erste Outfit ihrer Tour. Outfit Nummer zwei besteht aus einer weißen, weitgeschnittenen Hose, dazu ein verkürztes Top und darüber eine weiße Jacke, bei der sie einen Arm im Ärmel trägt, den anderen lässt sie raushängen. Die dritte Kombination zeigt sich Ton in Ton; ein grauer BH, dazu ein grauer Minirock. Der vierte Look besteht aus einem braunen Jumpsuit mit einem bestickten Mond auf der Vorderseite, rechts und links weiß gestreift. Outfit Nummer fünf – und gleichzeitig der offensichtlich außergewöhnlichste – ist Laws Lieblingslook: ein schwarzer, rundgeschnittener lederner Trenchcoat. Jedes Ensemble ist anders und wird immer mit 15 Zentimeter hohen Overknees kombiniert. Vielleicht ist hierbei interessant zu erwähnen, dass das Konzert zwei Stunden lang dauert …

Jedes Kostüm hat seine eigene Raffinesse. Insbesondere das letzte der Tour, das Grande trägt, während sie ‚Dangerous Woman’ singt. Roach erzählt uns, er wollte Grande in Facetten zeigen, an welche die Fans schon gewöhnt sind, ihr jedoch auch eine Prise Erwachsensein verleihen. „Ich wollte ihre Weiterentwicklung als Frau skizzieren und dieses Bild in Kontext mit ihrer letzten Tour stellen“, sagt er. „Man muss bedenken, dass ihre Fans auch nicht mehr dieselben sind wie vor zwei Jahren. Und das sollte der Style dann auch nicht sein. Das war uns ab Beginn der Zusammenarbeit wichtig. Und es heißt ‚Dangerous Woman’, wisst ihr? Es sollte sich auch dementsprechend mehr nach Frau anfühlen.“

Roach für seinen Teil verfolgt das Ziel, sich darauf zu besinnen, Menschen etwas zurückzugeben. Er hat dieses Jahr schon viel erreicht, seine Etablierung als erster schwarzer Stylist wurde vergangenen März auf dem Titelbild der “Stylists & Stars“-Ausgabe des Hollywood Reporter porträtiert. Er wurde dort neben Dion und Zendaya abgelichtet. „Gerade fühle ich mich, als habe ich in meiner Karriere als Stylist einen Punkt erreicht, an dem ich alles, was ich einst machen wollte, umsetzen konnte. Alle Wünsche und Träume, die ich hatte, haben sich erfüllt, und jetzt möchte ich von diesem Standpunkt aus andere inspirieren, die daher kommen, wo ich herkomme, und vor ähnlichen Herausforderungen stehen“, erzählt er uns. „Jedes Mal, wenn deine Arbeit einen positiven Einfluss auf einen anderen Menschen haben kann, ist es etwas Gutes und besonders, ich bin sehr stolz darauf.“

Als er nach einem Ratschlag gefragt wird, den er angehenden Stylisten erteilen würde, antwortet er, man solle so viel wie möglich von seinen Vorbildern lernen. „Ich glaube was Menschen tun sollten, ist jemanden zu finden, zu dem sie aufschauen, an dem sie ihre Karriere orientieren wollen und für genau diese Person arbeiten, um so viel wie möglich über die Branche zu erfahren. Es bringt einen wirklich weiter und man macht so auch weniger Fehler. Ich habe viele Fehler gemacht, weil ich versucht habe alleine zu begreifen, wie es funktioniert; und Gott sei Dank fand ich es relativ schnell heraus! Aber hätte ich Personen um mich herum gehabt, an deren Arbeitsweisen ich mich hätte orientieren können, wäre es in jedem Fall einfacher gewesen.”

Robin Micha
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