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Interview: Mavi Phoenix über Hate und warum sie nicht nach Berlin gezogen ist

»Young Prophet« und »Trends« hat die österreichische Sängerin Marlene Nader aka Mavi Phoenix ihre EPs genannt und sich so treffend selbst beschrieben. Nach energiegeladenen Festival-Sets und einer Tour mit Bilderbuch verrät sie uns jetzt, warum Kritik manchmal noch schmerzt.

Foto: Marlen Stahlhuth

Du hast dich schon oft als Tagträumerin beschrieben und früher sogar den Unterricht verlassen, um im Bus Musik zu hören. Jetzt stehst du auf der Bühne – sind deine Tage trotzdem noch verträumt?
Das wird immer weniger, je älter man wird. Klingt voll cheesy, aber der Traum ist ein bisschen Realität geworden. Gott sei Dank hab ich es geschafft, die so schön zu gestalten, dass ich ihr gar nicht mehr entfliehen muss. Trotzdem bin ich noch ein sehr verträumter Mensch und manchmal echt abwesend.

Früher war die Musik dein Zufluchtsort. Wohin flüchtest du dich jetzt?
In letzter Zeit leider ins PlayStation-Spielen, „GTA“ und so! Man muss sich aber wirklich die Zeit nehmen, mal das Handy oder den Controller wegzulegen. Ich bin ständig von Musik umgeben, und wenn ich einen Song im Radio höre, kann man ihn als Künstler wahrnehmen oder einfach als Zuhörer, der ihn genießt. Es gibt nur noch wenige Songs, bei denen ich durchs Hören in eine bestimmte Mood versetzt werde, ohne den Song zu analysieren.

Dein Alter Ego Mavi hast du als Kunstfigur erschaffen, um mit Unsicherheiten umzugehen und durch deine Musik Anerkennung zu finden. Das hat geklappt – aber hast du die „Beachtung“ mittlerweile auch als Marlene gefunden?
Ganz hart gesagt: Ich will mir bewusst sein, dass, auch wenn es Mavi Phoenix nicht mehr gibt, ich als normale Marlene noch etwas wert bin. Dir habe ich mich jetzt als Mavi vorgestellt, aber eigentlich versuche ich immer häufiger, „Marlene“ zu sagen. Ich will diese beiden Seiten von mir mehr abtrennen, auch damit Hate mich nicht ganz so persönlich trifft. Mavi Phoenix ist zu 100 Prozent ich, aber wenn ich zu der Figur keine Distanz schaffe, nehme ich mir Kritik sehr zu Herzen.

Die Leute sind völlig überzeugt, dass ich dieses kleine, verzogene Gör bin, das irgendwann angefangen hat, Musik zu machen, total privilegiert.

Also ist dir die Meinung anderer noch immer sehr wichtig?
Ja, extrem – leider. Wenn ich etwas Negatives lese, trifft das natürlich, weil es ja um mich geht. Da kommt dann dieser gruselige Gedanke auf, dass Menschen ein Bild von mir haben, das überhaupt nicht stimmt. Sie sind völlig überzeugt, dass ich dieses kleine, verzogene Gör bin, das irgendwann angefangen hat, Musik zu machen, total privilegiert. Genau so ist es nicht gewesen. Das ist eben scheiße.

Wie siehst du in diesem Zusammenhang dann Vergleiche? Du wurdest schon mit M.I.A. verglichen und hast einen Song namens „Janet Jackson“ gemacht.
Vergleiche finde ich grundsätzlich nicht schlimm, weil Menschen Gewohnheitstiere sind und Dinge immer irgendwo einordnen wollen. Was mich aber am meisten ankotzt, sind solche, die eine Beschreibung wie „the female“ vorausschieben: „The female Lil Pump“ hat beispielsweise mal jemand geschrieben – voll der Scheiß. Mir ist wichtig, dass nicht geglaubt wird, mein großer Plan wäre gewesen, besonderen Rap zu machen. Ich würde sagen, ich mache Popmusik und die ist in unseren Zeiten eben stark von Hip Hop beeinflusst. Für mich sind solche Vergleiche deshalb eher unangenehm.

Ich kann mich immer schnell für etwas begeistern. Wenn meine Freunde sagen: „Nee, das ist ein Scheiß Song“, find ich’s oft ganz geil.

Wenn du selbst jemanden nennen müsstest, den du bewunderst, wer fiele dir da ein?
Ich kann mich immer schnell für etwas begeistern. Wenn meine Freunde sagen: „Nee, das ist ein Scheiß Song“, find ich’s oft ganz geil. Auch im Popbereich: Ich bin diejenige, die bei Ariana-Grande-Songs sagt: „Warte mal, das ist eigentlich voll gut gemacht.“ Ich will immer direkt verstehen, warum etwas zum Hit wird.

Also bist du dagegen, einen Song zu haten, nur weil er auf Platz eins der Charts steht?
Ja, das finde ich so whack! „Der Song steht auf Nummer eins und ist fröhlich, nee, den find ich scheiße.“ Eben nicht! Genau deswegen ist er doch geil. Oft sagen so was aber Leute, die sich nicht sonderlich mit Musik auskennen und sich nicht trauen zuzugeben, wenn etwas gut ist. Man merkt, wenn sich Menschen mit der Materie beschäftigen – die finden dann auch mal den neuen Song von Nicki Minaj gut.

Du wohnst immer noch in Wien und bist nicht – wie einige andere österreichische Musiker – nach Berlin gezogen. Was genau fasziniert dich nach wie vor an der Stadt?
Wenn ich ganz ehrlich bin: Ich komme eben aus Österreich und das fühlt sich wie zu Hause an. Ich weiß, meine Familie ist nur anderthalb Stunden entfernt. Eigentlich wollte ich auch nach Berlin ziehen, aber dann hat es mich immer mehr abgeturnt, weil mir dort zu viel kreativer Druck herrscht. In Wien kann man immerhin noch über andere Dinge sprechen. Das ist zwar auch scheiße, weil man Musik zum Beispiel nicht so diskutieren kann, aber du hast eben deinen Safe Space, wo es nicht nur um das künstlerische Dasein geht. Außerdem finde ich das Stadtbild viel schöner.

 

Robin Micha
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