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Get To Know: Fashion-Designer Stephen Burrows

Er ist der erste afroamerikanische Designer, der internationalen Ruhm erlangte.

Text: Taylor Bryant

Stephen Burrows wollte die Welt einkleiden. Das war seine Mission, wie Robin Givhan in ihrem 2015 erschienenen Buch „The Battle of Versailles: The Night American Fashion Stumbled into the Spotlight and Made History“ skizziert. Und auf dem Höhepunkt seiner Karriere in den 70er Jahren tat er auch genau das. Doch im Laufe der Zeit rückten Farbe und Lebendigkeit seiner Mode aus dem Blickpunkt der Öffentlichkeit. Der Mann, der seine Kleidung zum Tanzen brachte, während er selbst Geschichte machte, blieb auf der Strecke – was nicht bedeutet, dass sein Vermächtnis nicht für die Ewigkeit bestimmt sei.

„In modernen Worten, war [Burrows] Alexander Wang, Hedi Slimane und Nicholas Ghesquière in einem”, schreibt Givhan in „The Battle of Versailles“. Doch anstatt mit den Kardashian-Jenners oder den Rihannas von heute zu verkehren, zählten zu Burrows’ innerem Kreis Andy Warhol, Cher, Diana Ross und Barbra Streisand. Er feierte nicht im New Yorker Club „Up&Down“, sondern im „Studio 54“. Und er entwarf Kleidung für die Downtown-Crowd: puristische Jerseys und locker sitzende Klamotten in lauten Farben mit unebenen Säumen. „Burrows war die Siebziger Jahre”, erklärt Givhan. Aber es hat ihn einige Zeit, noch mehr Arbeit und ein wenig Glück gekostet, um dorthin zu gelangen.

Burrows hat seiner Großmutter, Beatrice Simmons, seine Karriere zu verdanken, zumindest zum Teil. Sie lehrte ihn in sehr jungen Jahren das Nähen. Er übernahm von ihr sogar seine charakteristischen Saumlinien und sichtbaren Stichlinien. Er verbesserte seine Fertigkeiten durch den Besuch des „Philadelphia Museum College of Art“ und später des „Fashion Institute of Technology“ in New York City. Nach seinem Abschluss 1966 wurde er Designer bei „Weber Originals“. Nach einem Jahr verließ er das Unternehmen wieder, um die „O Boutique“ mit zu gründen, die zu einem der faszinierendsten Geschäfte New Yorks wurde. Sie zog Hipster-Kunden, Musiker und Stars wie Jane Fonda, Miles Davis und Nina Simone an. Es ist auch der Ort, an dem Burrows Karriere Gestalt annahm: Er traf Model Pat Cleveland, die später seine Muse werden würde, und lernte Geraldine Stutz kennen, Gründerin von Henri Bendel, die ihm später half, seine Kleidung an die Massen zu bringen.

1973 wurde schließlich das Jahr für Burrow. Im Juni gewann er als erster schwarzer Designer einen Coty Award, den er neben Calvin Klein erhielt. Bei der Preisverleihung erregte Burrows die Aufmerksamkeit von Eleanor Lambert – die Modejournalistin, die amerikanische Designer zusammenbrachte, um an einer der kultigsten Modeschauen (oder besser Modekonfrontationen) der Geschichte teilzunehmen: „The Battle of Versailles“.

Die Wahl Burrows’ war ein wenig wie eine Wild-Card-Entscheidung, erklärt Givhan. Lambert hatte bereits etablierte, versierte Designer wie Oscar de la Renta, Halston, Bill Blass und Anne Klein rekrutiert. Und sie traten wiederum gegen etablierte französische Ikonen wie Yves Saint Laurent, Pierre Cardin, Emanuel Ungaro, Christian Dior und Hubert de Givenchy an. Burrows’ Karriere stand hingegen noch am Anfang – was sein Vorteil war, weil er nichts zu verlieren hatte. Im Vergleich zu vielen anderen der Branche war er ein Kind und wusste nicht genug, um eingeschüchtert zu werden. „Es hat mich überhaupt nicht beeinflusst. Ich war damals nicht vertraut mit der Geschichte von Paris. Ich wollte einfach alles tun, von dem sie sagten, dass ich es nicht könnte.” Seine Naivität machte ihn zum perfekten Final-Designer.

Die Amerikaner zeigten es den Franzosen so richtig. Es war vor allem Burrows’ energetische Show – voller schwarzer Models, die den Laufsteg entlang tanzten – die ihnen zum Sieg verhalf. Doch sein Name wurde nie so sinnbildlich wie der der anderen teilnehmenden Designer.

Burrows kehrte nach New York City zurück und eröffnete sein eigenes Geschäft in der Seventh Avenue. Er war der erste afroamerikanische Designer, der einen eigenen Duft herausbrachte (wenngleich er ihn nicht wirklich mochte). Als sich schließlich seine Mode und sein Duft schlechter verkauften, kehrte er zu „Bendels“ zurück, das kurz darauf von „The Limited Inc.“ aufgekauft wurde. Nachdem er Probleme hatte, Partner zu finden, denen er genug vertrauen konnte, schloss er 1985 sein Business.

Was folgte, war eine Reihe kontinuierlicher Probleme im Einzelhandel und schwache Comeback-Versuche. Er präsentierte einige Kollektionen, eine davon im Jahr 2006, die nächste 2012. 2013 wurde er mit der Retrospektive „When Fashion Danced” im „Museum of the City New York“ geehrt. Ein Jahr später erhielt er den „Lifetime Achievement Award“ des „Savannah College of Art and Design“ und des „Pratt Institute of Design“. Doch was seine Rückkehr in die Branche betraf, konnten das Design und der Stil von Burrows bei den neueren Generationen nicht punkten. „Als ich anfing, war es eine kreativere und experimentellere Zeit”, sagte Burrows in einem Interview mit „Paper“ 2013. „Es war [damals] auch weniger trendy und individueller. Es ging nicht darum, dass alle gleich aussahen. „Burrows’ Mode hingegen – so beschreibt es Glenn O’Brien im Buch „Stephen Burrows: When Fashion Danced” von 2013 – war dafür „gemacht, herumzuwirbeln, zu springen und zu wogen, sich zu bewegen. Seine Kleider erblühten in Bewegung, wie ein Treibhausgarten aus Orchideen, wie eine Lichtshow von ‚Fillmore East’.”

Obwohl die Errungenschaften Burrows’ nur ein kleiner Teil der Geschichte sind, waren sie sehr vielversprechend und mutig. Er war ein Vorreiter auf vielen Gebieten, erreichte viele Meilensteine ​​und öffnete die Türen für viele schwarze Designer hinter ihm. 1977 nannte die „New York Times“ Burrows den hellsten Stern der amerikanischen Mode. Und falls ihr es nicht wusstet: Unsere himmlischen Freunde leben normalerweise ungefähr 10 Milliarden Jahre. Also schreibt ihn besser noch nicht ab.

 

Robin Micha
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