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Diese Make-up-Pinsel gehören in eure Beauty Bag

Finger aus dem Gesicht und ran an die Pinsel! Diese Make-up-Pinsel sind ideal für Anfänger.

Text: Jenna Igneri // Foto: Jamie Street

Ich glaube, es gibt zwei Arten von Menschen auf diesem Planeten: Diejenigen, die ihr Make-up mithilfe einer großen Sammlung von Pinseln auftragen, und solche, die für so ziemlich alles im Gesicht ihre Finger benutzen. Sogar als Beauty-Redakteurin mit einem Berg von Pinseln um meinen Schreibtisch herum – alle noch originalverpackt – zähle ich zu den Letzteren.  Klar: Ich habe einen Rougepinsel und auch einen Lidschattenpinsel in meiner Schublade für den seltenen Fall, dass ich Lidschatten oder Rouge trage. Aber ehrlich gesagt, benutze ich vermutlich noch nicht einmal die richtige Art von Pinsel. Und cremige oder flüssige Produkte? Trage ich entweder mit dem mitgelieferten Applikator auf oder mit meinen Fingern. Ganz zu schweigen davon, dass ich meine Pinsel noch nie gereinigt habe, was offen gestanden ziemlich eklig ist.  Vor kurzem habe ich jedoch entschieden, dass es Zeit ist, Pinseln eine Chance zu geben. Vor allem, wenn man bedenkt, dass viele dieser Make-up-Tools mittlerweile einen ähnlichen Kultstatus haben wie das Make-up selbst. Also habe ich mich mit Experten auf diesem Gebiet unterhalten, um ihre Meinung zur Pinsel-versus-Finger-Debatte einzuholen und zu erfahren, wo Anfänger wie ich einsteigen sollten.

Zu meiner Freude hat Matthew Waitesmith, Gründer der Pinselmarke Artis, die Fingermethode nicht komplett verrissen. „Finger haben in punkto Make-up-Anwendung einige Vorteile: Erstens müssen Sie nicht lange in Ihrer Schublade oder Tasche kramen. Zweitens sind Sie es gewohnt, sie für andere Dinge zu benutzen, so dass Sie wissen, wie sie funktionieren. Drittens kann das gefurchte Muster eines Fingerabdrucks dabei helfen, Make-up auf der Haut zu verteilen.“  Trotzdem stellt er klar, dass Pinsel die bessere Wahl sind. „Einige Make-up-Pinsel ermöglichen ein viel besseres Auftragen als die Finger es können. Zum Beispiel ist der Fingerabdruck auf dem letzten Abschnitt Ihrer Fingerkuppe groß genug, um ihn mit bloßem Auge zu sehen. Diese Rillen sind viel größer als die Make-up-Partikel, die Sie auftragen. Daher ist der Finger nicht so präzise wie die hundert bis tausend Haar- oder Faserspitzen der Pinsel.“

Die volle Kontrolle zu haben, macht in Sachen Make-up also den Unterschied.  Das sieht Visagistin Lindsey Williams ähnlich. Sie erzählt mir, dass Pinsel zumindest für manche Schmink-Steps die bessere Wahl seien. „Ob es um die Brauen geht, den Lidstrich oder darum, mehrere Produkte in die Haut einzuarbeiten: Ich ermuntere die Leute immer, Pinsel zu benutzen oder es zumindest zu versuchen.“  Aber da es so viele Pinsel auf dem Markt gibt, ist es schwer zu wissen, wo ich starten soll. Die gute Nachricht: Ihr müsst kein 20-teiliges Kit kaufen, um loszulegen. „Die meisten Profis benutzen nur ein paar Pinsel für so ziemlich alles im Gesicht. Wenn Sie Ihre Sammlung klein und multifunktional halten möchten, kaufen Sie einige wenige Pinsel in verschiedenen Größen, die mehrere Sachen können“, rät Waitesmith. Er empfiehlt: einen großen Pinsel für Foundation, Rouge, Contouring, Highlight und Puder, einen mittleren für Concealer und Lidschatten sowie einen kleinen für Augen, Nase, Augenbrauen und Lippen.

Das sind die wichtigsten Make-up-Pinsel für Anfänger 

Ihr habt’s nicht so mit Multitasking? Make-up-Artist Omayma Ramzy, verrät, was für sie die wichtigsten Pinsel sind –vor allem für Anfänger:  „Ein kleiner Applikator eignet sich gut für Lidschatten, ist aber auch super, um die Farbe etwas zu verwischen. Gerade ein flauschiger Lidschattenpinsel ist ideal, um Farben zu mischen. Vor allem bei so etwas wie Smokey Eyes, die viel Konzentration erfordern.“ Sie schwört auf Pinsel, die unterhalb der Wimpernlinie die Farbe verschmieren und so ohne viel Aufwand für einen atemberaubenden Blick sorgen.  Außerdem hält sie Puder- und Rougepinsel für unverzichtbar, die einfach präzise sind und das Make-up gut vermischen. Lippenpinsel sind die nächsten auf ihrer Liste, da man mit ihnen mehr Kontrolle hat, besonders bei helleren und kräftigeren Farben. „Eine falsch geschminkte Lippe kann den gesamten Look ruinieren. Dagegen hilft ein präziser Lip-Brush.“ Sie empfiehlt, immer einen einziehbaren Lippenpinsel in der Tasche zu haben, anstatt den Applikator des Lip-Gloss oder Lippenstifts zu verwenden.

Und dann ist da natürlich der Foundation-Pinsel. Viele von euch finden es vielleicht komisch, mit einem trockenen Pinsel flüssiges Make-up aufzutragen. Aber nach allem, was ich gelernt habe, ist genau das die richtige Methode – mitunter sogar lebensverändernd. Nicht überzeugt? Dann probiert mal den Test von Matthew Waitesmith aus: „Um sich vom Unterschied zu überzeugen, tragen Sie Ihre Foundation auf verschiedene Teile Ihres Gesichts auf: einmal mit dem Pinsel, einmal mit dem Finger und einmal mit dem Schwamm. Sie werden überrascht sein, dass dasselbe Produkt auf derselben Haut je nach Tool völlig unterschiedlich aussieht“, sagt er. „Die meisten Leute, die einen hochwertigen Pinsel ausprobiert haben, sind sich einig, dass ein Pinsel anderen Methoden oder Tools weit überlegen ist.“  Pluspunkt? Ihr spart auch am Produkt. „Ein guter Pinsel benötigt weniger Make-up, um ein High-End-Ergebnis zu erzielen“, so Waitesmith. Ramzy rät, flüssige Foundation direkt auf die Haut aufzutragen, um sie aufzuwärmen. Nehmt also so wenig wie möglich. Nachlegen könnt ihr immer noch.   Und: Eine Pinselsammlung aufzubauen, sollte Spaß machen und nicht stressen. Oder wie Lindsey Williams sagt: „Probieren Sie viele verschiedene Pinsel aus. Nicht jeder hat die gleichen Bedürfnisse oder die gleiche Gesichts- und Augenform.“ Daher solltet ihr auch auf die Umtauschregeln einer Marke achten. Williams weist darauf hin, dass ein Pinsel manchmal einfach nicht für einen funktioniert, und man ihn dann zurückgeben möchte – vor allem, wenn er sehr teuer war.

Make-up-Pinsel: Auf die richtige Reinigung kommt es an

Wie auf die meisten Dinge im Leben muss man auch auf seine Pinsel gut aufpassen, damit sie halten. Und das beginnt mit der Reinigung. „Wenn sich auf einem Pinsel Make-up zusammen mit abgestorbenen Hautzellen, Ölen und Feuchtigkeit ansammelt, kann das ein perfekter Nährboden für einige unfreundliche Kreaturen sein“, sagt Waitesmith. „Versuchen Sie also, alle Beauty-Tools und -Produkte, die Sie verwenden, regelmäßig zu reinigen. Vor allem jene, die mit Mund und Augen in Kontakt kommen, da dies Eintrittstüren in den Körper sind.“  Aber wie reinige ich sie am besten und wie oft? „Ein Mini-Desinfektionsspray ist perfekt für jeden Tag und wird Sie beruhigen – vor allem, wenn Sie so eine Keimfanatikerin wie ich sind“, sagt Ramzy. „Sie eignen sich auch gut, um einen Pinsel zu säubern, wenn man eine andere Farbe auftragen will.“  Als nächstes kommt die Tiefenreinigung. „Je nachdem, wie oft Sie Ihre Pinsel benutzen, würde ich empfehlen, sie mindestens einmal im Monat gründlich zu reinigen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Pinsel unappetitlich werden, natürlich auch schon früher.“ Sie benutzt ein antibakterielles Spülmittel und warmes Wasser, um Bakterien, Fett und Schmutz zu entfernen, ohne die Bürsten zu beschädigen. Dann lässt sie sie trocknen – aber nie mit den Borsten nach oben. „Die Borsten werden von Klebstoff zusammengehalten. Wenn Sie Ihre Pinsel mit den Borsten nach oben trocknen lassen, können Wasser und Seife in den Leim eindringen und ihn aufweichen. Dadurch fallen Haare oder Fasern leicht heraus und der Pinsel geht schneller kaputt. Ich lege meinen immer auf die Ecke eines gefalteten Handtuchs, damit das Wasser heraustropft, wenn er trocknet.“  Eine Sache, die mir klar wurde: Man sollte nicht knausern und sich nicht mit den billigsten Pinseln zufrieden geben, wenn man sein erstes Set kauft. Die Investition lohnt sich: „Billige Pinsel haben oft eine schlechte Qualität“, bestätigt Lindsey Williams. „Geben Sie etwas mehr aus und pflegen Sie ihre Pinsel. Dann werden sie Jahre halten!“

Vor allem, wenn ihr eure Sammlung klein halten wollt (denn wer hat schon Platz für eine Million Pinsel?), predigt Waitesmith gute Qualität. „Es ist viel besser, in Pinsel zu investieren, die qualitativ hochwertiger und multifunktional sind, als in einen Satz Pinsel von schlechter Qualität.“  Allen, die es dennoch nicht übertreiben wollen, rät Omayma Ramzy den Besuch in der Drogerie: „Wenn Sie noch nie Pinsel benutzt haben, können Sie erst einmal mit ein paar loslegen, die Sie für richtig halten. Sie kosten nur wenige Euro, also kann man mit ihnen nichts wirklich falsch machen.“  So, da habt ihr es: Egal ob ihr nur ein paar Basics kauft oder gleich ins große Ganze investiert – der Pinsel an sich macht den Unterschied. Sieht so aus, als würde ich endlich mal anfangen, all diese Pinsel auf meinem Schreibtisch auszupacken.

 

Andrea Zernial
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