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Dry Brushing: Was steckt hinter dem Beauty-Trend?

Experten erklären, was ihr wissen solltet.

Text: Taylor Bryant // Collage: Danielle Moalem

Wer auch immer diesen Trend „Dry Brushing“ genannt hat, besonders kreativ war er nicht. Denn Dry Brushing (auf deutsch: Trockenbürsten) ist genau das, was ihr vermutet: Die Haut bürsten, wenn sie trocken ist – was auf den ersten Blick leicht masochistisch anmuten mag. Aber haben wir nicht schon viel schmerzhaftere Dinge im Namen der Schönheit getan? Ja. Ja, haben wir. Und nur wenige von ihnen erweisen sich als so unerwartet vorteilhaft wie Dry Brushing.

So würden Trockenbürstenmassagen nicht nur tote Hautschüppchen entfernen, sondern auch das Lymph- und Kreislaufsystem stimulieren, erzählt uns Megan Linney, Leiterin des Red Rock Spas in Las Vegas. Und ergänzt: „Sie sind wirklich toll für die Entgiftung. Sie sind toll für die Reduktion von Cellulite. Sie sind generell toll für die Wiederherstellung des Blutflusses und für die Kreislaufstimulation. Und sie helfen dem Verdauungssystem.”

Aber warum ist es so wichtig, dass wir die Haut im trockenen Zustand bürsten? Nun, weil eine Bürstenmassage unter der Dusche die Haut allenfalls glatter macht. Aber das war’s dann auch schon. „Oberflächlich betrachtet, ist es sicherlich sinnvoll. Aber das nennt man dann Peeling – und davon gibt es bereits eine Million wundervolle Produkte auf dem Markt”, bemerkt Linney. „Beim Dry Brushing geht es wirklich um das trockene Zusammenspiel. Man lässt die Borsten ihre Arbeit machen und bewegt sie dann leicht in Richtung Herz, so dass die empfindlicheren Lymph- und Kreislaufsysteme stimuliert werden können.” Der Punkt ist, es direkt vor dem Duschen und möglichst morgens zu tun, so Linney.

Die Art und Weise, wie ihr bürstet, ist ebenfalls von größter Bedeutung. Megan Linney empfiehlt kreisförmige Bürstenstriche im Uhrzeigersinn um die Gelenke herum (Knöchel, Knie, Ellbogen, Handgelenke). Und für den restlichen Körper lange Bürstenstriche hinauf zum Herzen. An den Füßen zu beginnen und sich dann hoch zu arbeiten, sei eine gute Technik, stimmt Dr. Sejal Shah zu. „Achtet darauf, nicht zu viel Druck auszuüben oder eine zu starre Bürste zu verwenden. Es sollten niemals Hautschmerzen, Bruchstellen oder Rötungen auftreten”, ergänzt sie.

So sollte die Bürste zwar fest, aber nicht zu grob sein. Kommt es zu Schmerzen, drückt ihr entweder zu sehr oder verwendet zu starke Borsten, sagt Megan Linney (zwei gute Modelle sind diese Kaktusfaser Badebürste und diese Polishing Body Brush). Aber letztendlich sei immer die persönliche Präferenz entscheidend und wie die Bürste sich in der Hand anfühle. „Nehmen Sie den Griff in die Hand. Wenn es eine Paddelbürste ist, streifen Sie Ihre Hand in den Riemen. Fühlt es sich bequem an? Fühlt sich die Bürste gut in Ihrer Hand an? Falls ja, werden Sie sie auch eher benutzen. Und ich denke, das ist genauso wichtig wie die Borsten. Und wichtiger als die Marke.” Ein weiterer Punkt, der hilfreich ist: Regelmäßigkeit. „Die tägliche Anwendung ist entscheidend, um Ergebnisse zu sehen”, sagt Linney. „Wenn Sie alle zehn Tage bürsten oder ein paar Mal im Monat, nur weil Sie sich gerade daran erinnern, dass es gut für Sie ist, werden Sie wahrscheinlich keinen wirklichen Nutzen sehen.”

Bevor ihr Dry Brushing in eure tägliche Duschroutine einbindet, empfiehlt Dr. Shah, genau einzuschätzen, wie viel eure Haut verträgt. „Zu häufiges oder aggressives Bürsten beziehungsweise eine zu grobe oder starre Bürste können Mikro-Verletzungen verursachen, die wiederum zu Infektionen, Irritationen und Trockenheit führen können”, sagt sie. Und falls ihr andere Peeling-Produkte benutzt, rät sie dazu, beides nicht zu häufig anzuwenden.  Megan Linney hat ihre ganz eigenen Prinzipien, für wen sich das Beauty-Treatment anbietet. Oder besser gesagt: für wen nicht. „Es ist nicht geeignet bei Sonnenbränden, Schürfwunden, Schnitten, Ekzemen, Ausschlägen, Schuppenflechte oder irgendetwas in der Richtung.”

Nach 30 Tagen Trockenbürstenmassagen könnt ihr laut Linney erste Ergebnisse erwarten, etwa euch energiegeladener fühlen und häufige Wehwehchen wie Erkältungen leichter abwehren. Auch eure Haut sollte sich nun weicher anfühlen und Cellulite – so Linney – gemindert sein.  Oh! Vergesst aber nicht, euch nach dem Duschen gut einzucremen. Besonders dann, wenn ihr eurer Haut eine Abreibung verpasst habt. Und jetzt: Los geht’s! Euer Morgen – sowie alles andere – wird definitiv besser werden.

Corinna Siepenkort
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