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Die Grammy-Nominierungen sind da – mit zu wenig Frauen

Die Grammy-Nominierungen 2018 sind da und unterstreichen, was wir alle schon längst wussten: Frauen haben einen schweren Stand in der Popmusik.

Es fing, wie immer, alles mit Taylor Swift an. Die ist zwar (dieses Jahr) nicht für einen neuen Grammy nominiert, hat aber trotzdem etwas mit der ganzen Sache zu tun. Anfang September schießt ihr Comeback-Hit “Look What You Made Me Do” an die Spitze der Billboard-Charts und beendet damit eine fast historische Durststrecke: Ganze 43 Wochen lang war keine Frau an der Spitze der US-Charts gewesen.

Ähnlich ging es ihrer Kollegin, Rap-Star Cardi B, die Taylor drei Wochen später vom “Thron” stieß und mit “Bodak Yellow” zum ersten Mal seit 19 Jahren als Hip-Hop-Künstlerin ohne Feature-Gast auf der Nummer 1 stand. Zu guter Letzt gab es die Nominierungen der American Music Awards – nach dem Grammy einer der renommiertesten Musikpreise in den USA. Hier wurden weibliche Künstlerinnen direkt außen vor gelassen: Keine einzige war für den Preis “Künstler/In des Jahres” auch nur nominiert. Jetzt sind die Nominierungen für die Grammys 2018 da und verstärken das Gewicht des Problems.

Lorde ist die Einzige. In der wohl wichtigsten Kategorie, “Album des Jahres”, ist die 21-jährige Neuseeländerin mit ihrer Platte “Melodrama” die einzige weibliche Künstlerin. Gesellschaft bekommt sie von bekannten männlichen Namen, vor allem aus dem Hip Hop. Kendrick Lamar, JAY-Z und Childish Gambino sind nominiert, den Abschluss bildet Pop-Sänger Bruno Mars. Noch dürftiger sieht’s für Sängerinnen beim Song des Jahres aus: Hier stammt kein einziger Track, egal welchen Genres, von einer weiblichen Künstlerin. Stattdessen sind nominiert: “Despacito” von Luis Fonsi, Daddy Yankee und Justin Bieber, und noch einmal alle Herren der Album-Kategorie mit jeweils einer Single-Auskopplung. Während hier zu loben ist, dass die Grammys in Trump-Zeiten zuindest nicht – wie etwa die Oscars – whitewashed sind, und Hip-Hop-Künstler endlich ihren verdienten Ruhm erfahren, ist das doch ziemlich alarmierend. Bei den Newcomern sieht es ein wenig besser aus: Mit Alessia Cara, SZA und Julia Michaels zeigen die Prognosen für 2018 wenigstens auf ein bisschen mehr Girlpower im Musikfeld.

Am besten sieht es für die Frau im Musikbiz aber wohl in der Pop-Kategorie (Klischee?) aus: Für die beste “Pop-Performance (Solo Track oder Single)” sind außer Ed Sheeran mit Kesha, P!nk, Kelly Clarkson und Lady Gaga nur weibliche Künstlerinnen nominiert. Und mit Keshas “Rainbow”, Lady Gagas “Joanne” und Lana Del Reys “Lust For Life” stammen immerhin drei der (zu Recht) besten Pop-Alben von weiblichen Künstlerinnen. In den weiteren Genre-Kategorien, wie z.B., “R&B”, “Latin” und “Dance/Electronic” mischen sich hier und da ein, zwei obligatorische weibliche Künstlerinnen in die Nominierungen. Ausreichend scheint das aber nicht.

Nun macht es gerade bei subjektiven Produkten wie Musik wenig Sinn, Zahlen zu checken und Nominierungen akribisch zu zählen. Deshalb wäre es kontraproduktiv, etwas wie eine Frauenquote einzuführen oder ein Album/Song einem anderen vorzuziehen, nur weil eine Frau dahintersteckt. Das hätte schließlich auch nichts mit Fairness oder Feminismus zu tun. Im Endeffekt soll es ja eigentlich nur darum gehen, wer die beste Musik produziert hat – unabhängig vom Geschlecht. Das “Album des Jahres” haben seit Beginn der 2000er und 2010er-Jahre “immerhin” fünf weibliche Solo-Künstlerinnen im Vergleich zu vier männlichen Solo-Sängern gewonnen. Aber: Trotz der ohnehin schon herrschenden Männerdominanz in der Musikszene scheint es uns unwahrscheinlich, dass es nur wenige weibliche Künstler und Produktionen gäbe, die man nominieren könnte. Oder nicht?

Hier einmal die wichtigsten Nominierungen aus dem “General Field”:

Record Of The Year
“Redbone” von Childish Gambino
-“Despacito” von Luis Fonsi & Daddy Yankee feat. Justin Bieber
“The Story of O.J.” von JAY-Z
“HUMBLE.” von Kendrick Lamar
“24K Magic” von Bruno Mars

Album Of The Year
“Awaken, My Love!” von Childish Gambino
“4:44” von JAY-Z
“DAMN.” von Kendrick Lamar
“Melodrama” von Lorde
“24K Magic” von Bruno Mars

Song Of The Year (Songwriter Award)
-“Despacito” von Luis Fonsi & Daddy Yankee feat. Justin Bieber
“4:44” von JAY-Z
“Issues” von Julia Michaels
“1-800-273-8255” von Logic feat. Alessia Cara & Khalid
“That’s What I Like” von Bruno Mars

Best New Artist
-Alessia Cara
-Khalid
-Lil Uzi Vert
-Julia Michaels
-SZA

 

Robin Micha
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