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Darum sorgt das neue TIME-Cover für Diskussionen

Das TIME Magazine hat seine alljährliche Person of the Year gekürt. Dieses Jahr sind es eine ganze Menge Frauen – eine davon sorgt aber für ordentlich Diskussion.

Feature-Bild: Copyright TIME Magazine

Cover sind immer subjektiv. Während in einer Redaktion dahinter eine Menge Arbeit und viele Entscheidungen stecken (wir sprechen da aus Erfahrung 😉), seht ihr es beim Scrollen in eurem Feed, am Kiosk, in den Händen von Anderen in der Bahn. Deshalb müssen Cover einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wer das gut kann? Das US-amerikanische TIME Magazine, vor allem mit seiner “Person of the Year”-Ausgabe. Jedes Jahr kürt die Zeitschrift eine bestimmte Person mit dem Titel als wichtigste Person des Jahres. In der Vergangenheit waren das oft Politiker wie Angela Merkel und Barack Obama, aber auch Business-Gründer wie Mark Zuckerberg und weitere Promis.

In diesem Jahr sind es die, die ihr Schweigen gebrochen haben. “The Silence Breakers” nennt das Magazin seine multiplen Coverstars. Konkret sind das Schauspielerin Ashley Judd, VISA-Lobbyistin Adama Iwu, Ex-Uber-Mitarbeiterin Susan Fowler, die mexikanische Farmerin Isabel Pascual (unter einem Pseudonym) – und Taylor Swift. Und genau ihre Wahl sorgt in amerikanischen Medien für Kontroversen. “Taylor Swift ist kein Silence Breaker”, titelt The Daily Beast, “Ja, Taylor Swift ist ein Silence Breaker, und zwar deswegen” schreibt der britische Telegraph. Was ist denn eigentlich damit gemeint? Die Bezeichnung “Silence Breaker” soll die Frauen hervorheben, die sich in diesem Jahr gegen systematische Ungerechtigkeit und sexuelle Belästigung und Missbrauch in verschiedenen Industrien ausgesprochen haben. Dazu gehört natürlich auch das #MeToo-Movement, das vor allem durch die Enthüllungen um Hollywood-Mogul Harvey Weinstein ausgelöst wurde. Auch Taylor machte dieses Jahr auf Ungleichheiten aufmerksam, und verklagte den Radio-DJ David Mueller, weil er sie bei einem Interview unangemessen berührt haben sollte. Sie bekam Recht und auch dieser Fall löste in den Medien eine Diskussion aus.

Abgesehen davon hielt sich Swift aber bei vielen wichtigen Themen, wie der Wahl des US-Präsidenten Trump oder der allgemeinen #MeToo-Bewegung, bedeckt. Einige Internet-User sehen sie deshalb als falsche Wahl für das Cover. Kulturredakteur Tyler Coates kommentiert, dass es komisch sei, dass Swift als “Silence Breaker” einen dazu noch einen Blogger verklagt habe, der ein Meinungsstück über “White Supremacists” (Weiße, die an die Überlegenheit ihrer Gruppe glauben) als Swift-Fans geschrieben hatte. Darüber hinaus wünschen sich viele User andere Frauen an Swifts Stelle – solche, die in der Diskussion um sexuelle Belästigung und Vergewaltigung viel deutlicher im Licht standen, als Taylor selbst. Kesha gehört mit ihrem allseits bekannten Fall dazu, und Schauspielerin Rose McGowan, die für viele als Vorreiterin im Kampf gegen Harvey Weinstein und andere Täter in Hollywood gilt. McGowan selbst äußert sich dieses Mal allerdings nicht zu der Diskussion und teilte selbst das Video zum Artikel.

https://www.instagram.com/p/BcX9CuzFUuD/?taken-by=rosemcgowan

Hinzu kommt, dass manche Taylors Cover-Wahl in Verbindung mit der Veröffentlichung ihres Albums “reputation” Anfang November sehen. Das TIME-Cover ist auch nicht das einzige, dass Taylor ausgerechnet gerade jetzt ziert. Vor wenigen Tagen enthüllte die britische VOGUE Swift als zweiten Coverstar unter der neuen Chefredaktion. Mehr als die Bilder dieser Cover und der zugehörigen Shoots zu posten, hat sie allerdings noch nicht getan – wir müssen also wieder einmal abwarten, ob sie sich zu dieser Diskussion äußern wird.

Was haltet ihr von Taylor als Coverwahl und “Silence Breaker”?

Robin Micha
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