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ALMA: Mach dein Ding!

Alma ist der aktuell coolste Musik-Export Finnlands – mit neongrünen Haaren, Punker-Style und verdammt viel Selbstbewusstsein stürmt die 21-Jährige mit ihren Tracks „Karma“ und „Bonfire“ die Charts. Wir haben den schrillen Gegenentwurf zu Taylor Swift & Friends in Hamburg getroffen und mit ihr über die Wichtigkeit eines eigenen Kopfes gesprochen.

Interview: Lisa van Houtem

Scrollt man durch deinen Instagram-Feed sieht man eine Menge Selbstbewusstsein – war das schon immer so?
Ich selbst finde mich gar nicht so selbstbewusst. Manchmal bin ich das, weil ich es in diesem Job sein muss. Aber eigentlich bin ich nicht unbedingt die selbstsicherste Person auf der Welt. In der Schule musste ich kämpfen, als Teenager hast du es nie einfach …

… man wird gehänselt und gehört oft nicht dazu. Was hat dir damals geholfen?
Ich hatte meinen eigenen Kopf. Ich wusste immer, was ich machen will: Ich will singen! Darauf habe ich mich fokussiert und habe auf nichts anderes gehört. Vor allem nicht darauf, was andere in der Schule über mich gesagt haben.

Hast du einen Tipp für junge Girls, die nicht der Norm entsprechen?
Mach dein eigenes Ding und konzentriere dich darauf! Hör nicht auf die anderen – und höre vor allem nie auf, an dich zu glauben.

Das ist gerade in Zeiten von Social Media nicht immer einfach…
Ich weiß nicht, ob ich Social Media liebe oder hasse. Auf jeden Fall darf man es nicht ernst nehmen. Leute können hier kommentieren, was sie wollen und Fake-Bilder hochladen. Vieles ist nicht wahr. Das darf man nicht vergessen. Und gerade Teenager sind oft wütend und wollen dir weh tun. Also: Lies nicht die Kommentare! Ich mache das wirklich nie.

In der Musikindustrie geht es viel um Äußerlichkeiten und Beauty-Standards. Wie kommst du damit klar?
In den Neunzigern war das vielleicht noch so, mit den ganzen Barbie-Lookalikes. Aber heute gibt es so viele verschiedene Künstler – je einzigartiger dein Look, desto mehr Leute interessieren sich für dich. Als meine Karriere losging, habe ich mich auch gefragt, ob ich perfekt genug bin. Aber die Leute mögen mich so wie ich bin. Niemand hat mir je gesagt, dass ich nicht gut genug bin.

Also würdest du sagen, die Musikindustrie hat sich zum Positiven verändert?
Total! Natürlich gibt es auch Beyoncés und Rihannas, aber die Künstler sind menschlicher geworden. Sie werden nicht mehr nur als Stars wahrgenommen.

Wer ist dein musikalisches Vorbild?
Ich liebe Sia! Sie macht Popmusik auf ihre eigene Art und Weise.

Und sie ist bekannt für ihren crazy Look. Du hast deine Haare bereits in fast jeder Farbe gefärbt – von Pink über Blau bis Neongrün – was ist deine Naturhaarfarbe?
Das ganz normale, langweilige Aschblond, was jeder hat.

Wie rebellisch ist es heute noch, die Haare in einer Signalfarbe zu färben?
Für Punker haben rote oder grüne Haare vielleicht etwas rebellisches. Ich bin einfach nur von meiner Naturhaarfarbe gelangweilt. Ich finde Neongrün cool und mag es.

Färbst du deine Haare selbst?
Wenn ich keine Zeit habe zum Friseur zu gehen, mache ich es tatsächlich selbst. Ich knalle dann einfach unglaublich viel Farbe drauf.

Beeinflusst Neongrün deine Laune oder deine Persönlichkeit?
Nein. Ich vergesse sogar regelmäßig, dass meine Haare neongrün sind. Das wird mir meistens erst wieder bewusst, wenn alte Leute mich entgeistert anstarren. Dann fällt mir wieder ein: Stimmt ja, meine Haare sind knallgrün.

Fühlst du dich selbstbewusster mit bunten Haaren?
Absolut. Denn ich sehe nicht mehr so langweilig aus. Wenn du dir einmal deine Haare pink gefärbt hast, bist du süchtig.

Was gibt dir noch Selbstbewusstsein?
Neue Klamotten. Und meine Freunde. Wenn ich alleine bin, denke ich manchmal: Fuck… Aber mit meiner Crew um mich herum ist alles gut.

Erzähl mir von Finnland. Wie ist es, dort aufzuwachsen?
Es ist toll. Du hast gute Schulen mit kostenlosem, gesundem Essen. Aber es ist sehr kalt und sehr dunkel. Teenager sind sehr, sehr wütend. Wenn es sechs Monate dunkel ist und nur schneit, ist das auch nicht verwunderlich. Die Finnen sind nicht unbedingt die glücklichsten Menschen auf der Welt.

Warst du auch ein sehr wütender Teenager?
Manchmal, ja. Ich war ein richtiger Punk und habe meine Aggressionen bei Punk-Konzerten rausgelassen. Als ich mit dem Pop anfing, versuchte ich, mehr positive Lyrics zu schreiben – aber oft habe ich immer noch düstere Gedanken und diese „Fuck you“-Attitüde.

Was ist typisch finnisch für dich?
Menschen, die mit niemandem sprechen oder nur sehr einsilbig unterwegs sind. Komplimente hört man von Finnen auch eher weniger, trotzdem sind sie irgendwie süß. Und sie sind immer real, niemals fake.

 

 

Turid Reinicke
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