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So ist der Netflix-Horrorfilm „Verónica“ wirklich

Der Netflix-Film Verónica sorgt gerade für Schlagzeilen und gilt als einer der gruseligsten Filme, die derzeit auf der Streaming-Plattform zu sehen sind. Dabei geht es auch um die Probleme eines einsamen Teenagers in den 90er-Jahren.

Text: Erica Russell

Es gibt eine Szene in Verónica, dem spanischen Horrorfilm auf Netflix, in der die Hauptfigur inmitten von paranormalem Chaos ihre erste Periode bekommt. Ein entscheidender Moment des Erwachsenwerdens, der von dämonischem Horror getrübt wird – und die Tatsache, dass die junge Protagonistin keinen Erwachsenen hat, an den sie sich wenden kann, macht das ganze umso düsterer.

Der Film, der 1991 in Madrid spielt und auf realen Ereignissen basiert, handelt zunächst von den Herausforderungen, denen sich ein Mädchen names Verónica täglich stellen muss. Die 15-Jährige ist eine ernsthafte Schülerin, die sich nach dem Tod ihres Vaters um ihre drei jüngeren Geschwister kümmert. Eines Tages stiehlt sie sich mit zwei Freundinnen und einem in den Keller ihrer katholischen Schule, um ihren verstorbenen Vater während einer Séance zu kontaktieren. Und sie nimmt Kontakt auf – allerdings nicht mit ihrem Vater.

Von dem Moment an, in dem sie mit der Séance beginnt, gerät Verónicas monotone Jugendwelt ins Wanken: Nachts passieren unheimliche Dinge, die Teenagerin hat Halluzinationen, ihre kleinen Schwestern und ihr kleiner Bruder werden scheinbar von einer dunklen Präsenz gequält, Lichter beginnen zu flackern. Gruselige Dinge spielen sich ab – aber das Wesen aus dem Jenseits, das Verónica verfolgt, ist nichts im Vergleich zu den Schrecken, denen sie als Teenager konfrontiert ist.

 

Obwohl Verónica ein klassischer  Horrorfilm ist, der derzeit als einer der wohl gruseligsten Streifen unserer Zeit gehandelt wird, geht es in dem Werk von Regisseur Paco Plaza auch um die Ängste, die mit der Pubertät und dem Erwachsenwerden einhergehen. Verónica, von der frühreifen Newcomerin Sandra Escacena gespielt, leidet unter den mütterlichen Pflichten, die ihr durch die ständige Abwesenheit ihrer Mutter schon früh auferlegt werden. Und die Dinge werden noch komplizierter: Freundschaften enden und Verónica gerät immer weiter in eine soziale Isolation, sowohl in der Schule als auch zu Hause.

Verónica geht es wie vielen Teenagern, die sich von ihren Eltern ungesehen und ungehört fühlen. Abgesehen von ihren jungen Schwestern Lucia und Irene und ihrem Bruder Antonito nimmt niemand Verónica ernst. In der Zwischenzeit wird Veronicas Leidensdruck durch ihre familiären Pflichten und die paranormalen Aktivitäten in ihrer Wohnung verstärkt. In einer makaberen Szene beißen Wesen aus dem Jenseits in ihr Fleisch; Verónicas Ängste als volljährig werdendes Mädchen mit all den Erwartungen, nagen buchstäblich an ihrem Leben.

Verónica ist beeindruckend stimmungsvoll und lässt sicher niemanden kalt – und als Horrorfilm tut das das neueste Werk von Plaza überzeugend seinen Dienst. Aber auch als Porträt eines verunsicherten Teenagers ist der Film geradezu erschreckend.

Verónica kann ab sofort auf Netflix angesehen werden.

Andrea Zernial
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