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Das ist das erste digitale Model – und die Branche ist nicht begeistert

Shudu Gram ist das erste virtuelle Model der Welt und startet gerade auf Instagram und Co. durch – doch es gibt auch kritische Stimmen.

Text: Hafeezah Nazim

Dürfen wir vorstellen: das ist Shudu Gram. Sie ist schlank, groß, hat makellose Haut, volle Lippen und schöne Augen – und erfüllt damit alle Voraussetzungen, die ein Model heutzutage haben sollte. Kein Wunder also, dass sie die Fashionwelt gerade im Sturm erobert – und derzeit mit ihren rund 65.000 Followern bei Instagram zum Social-Media-Star aufsteigt. Aber eine Sache müssen wir noch erwähnen: Shudu Gram ist nicht echt, sondern das erste „digitale Supermodel“ der Welt – und genau das ist ein Problem.

Versteht uns nicht falsch, neue Talente und Ideen im Fashion Business sind grundsätzlich eine tolle Sache. Aber während Shudu Gram in Windeseile an Popularität gewinnt, werden echte schwarze Models im Mode- und Beauty-Bereich oft übersehen und sie müssen noch immer gegen fehlende Diversität kämpfen.

https://www.instagram.com/p/Be0ldl7F-Pu/?hl=de&taken-by=shudu.gram

Grams Schöpfer ist Cameron-James Wilson. Der in London lebende Fotograf hat neben Shudu Gram auch ein schwarzes männliches Model – Nfon – digital erschaffen, um seine Arbeit zu promoten. „Ich hatte die Möglichkeit, ein Model ganz nach meinen Vorstellungen zu entwerfen“, sagte er in einem Interview. „Außerdem repräsentiert Gram die Black Community der Modelszene“. Kritischen Stimmen setzt er entgegen: „Genauso wie in vielen anderen Branchen fehlt es der 3D-Welt an ethnischer Diversität und dunkelhäutige Charaktere und kulturelle Werte sind dort besonders selten.“ Mit Gram versucht er dem entgegenzuwirken.

Dass Wilson sich auf schwierigem Terrain bewegt, ist ihm dennoch klar: Denn schwarze Models sind natürlich kein „Trend“. Ganz zu schweigen von den sozioökonomischen Auswirkungen – Arbeitsplätze sind für Black Models ohnehin knapp, und Grams Existenz wird es ihnen im umkämpften Modebusiness noch schwerer machen, sichtbarer zu werden. Das sieht auch die Fashion Branche ähnlich und es wurden schnell kritische Stimmen wie diese laut.

Wir hoffen in Zukunft jedenfalls auf mehr Diversität in der Fashionindustrie – egal ob mit oder ohne Shudu Gram.

Andrea Zernial
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